Kriminelle Banden zocken Suva ab

Betrüger melden fiktive Betriebsunfälle und kassieren die Suva-Taggelder ein. Nach Millionenschäden verstärkt die Unfallversicherung nun die Überwachung.

Das Unternehmen ist verpflichtet, Firmen gegen Unfall zu versichern: Das Logo der SUVA am Hauptsitz in Luzern. (13. Juni 2014)

Das Unternehmen ist verpflichtet, Firmen gegen Unfall zu versichern: Das Logo der SUVA am Hauptsitz in Luzern. (13. Juni 2014) Bild: Urs Flüeler/Keystone

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Die Suva ist Opfer von organisierten Versicherungsbetrügern, schreibt der «SonntagsBlick». Mit fiktiven Unfällen zocken sie Taggelder ab. Jährliche Schäden in Millionenhöhe sind die Folge. Die Betrüger gründen Firmen, häufig Familienbetriebe, melden fiktive Unfälle und kassieren die Unfalltaggelder. Häufig erfinden sie sogar Mitarbeiter, um Leistungen zu erschleichen.

Werden die Abzocker erwischt, gründen sie bald neue Firmen – das Spiel beginnt von vorne. Dabei wechseln sie gern den Kanton, um Spuren zu verwischen. Die Suva darf niemanden ablehnen. Sie ist verpflichtet, die Firmen gegen Unfall zu versichern. Jetzt reagiert die Unfallversicherung und verstärkt die Überwachung massiv. Die Suva-eigene Koordinationsstelle gegen Versicherungsmissbrauch, die seit sechs Jahren operativ ist, wird ausgebaut.

Prämienverlust von 40 Millionen Franken

Bisher haben fünf Spezialisten Verdachtsfälle bearbeitet: 2012 waren es 292, im darauffolgenden Jahr schon 315. In etwa 40 Prozent der Fälle stellen die Spezialisten Missbrauch fest. Die Deliktsumme beim Versicherungsbetrug schwankt zwischen 12 und 15 Millionen Franken pro Jahr. Weil die Koordinationsstelle davon ausgeht, dass es noch viele unentdeckte Fälle gibt, rüstet die Suva derzeit auf. Sie stellt sechs zusätzliche Spezialisten ein und hat zudem ein neuartiges Monitoring aufgebaut, um betrügerische Firmenstrukturen zu entlarven.

Die Suva-Spezialisten analysieren neu Handelsregister-Daten von verdächtigen Firmen und vergleichen sie mit Mustern, die sie von Missbrauchsfällen kennen. Besonders aufmerksam beobachten sie Inhaber, die Firmennetzwerke mit einem hohen Konkursrisiko leiten. Allein die organisierten Betrüger verursachen jedes Jahr einen zusätzlichen Prämienverlust von rund 40 Millionen Franken: Da sie oft in Konkurs gehen, kann die Suva die ausstehenden Prämien nicht mehr eintreiben. (thu)

Erstellt: 04.01.2015, 19:58 Uhr

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