Wirtschaft

Elektrizitätswerke Thurgau verlieren wegen Lehman-Pleite ein Drittel ihres Vermögens

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 03.10.2008

Die EKT Holding verliert 28 Millionen Franken. Der Finanzchef hat in Lehman Brothers investiert - und ist dabei falsch beraten worden.

Ein externer Vermögensberater der EKT Holding hatte den Finanzchef bei dem fatalen Anlageentscheid beraten. Bei dem Berater handle es sich nicht um eine Bank, wie Verwaltungsratspräsident Hans Jakob Zellweger gegenüber baz.ch/Newsnet erklärt. Der Finanzchef verstiess mit seiner Investition bei Lehman Brothers jedoch gegen das Anlagereglement der EKT: Dieses verlangt, dass keine Spekulationsgeschäfte getätigt, nur in geringe Risiken eigegangen und in mindestens mit dem Rating AA bewertete Anlagen investiert wird. «Der Finanzchef hat die Situation falsch beurteilt», so Zellweger.

Das Thurgauer Elektrizitätsunternehmen schrieb die Anlage vollständig ab. Somit verringert sich sein Vermögen von 90 Millionen auf rund 60 Millionen Franken. Die Liquidät des Unternehmens sei gewährleistet.

Haftung ist ein Thema

Die EKT, die 12 Prozent der Axpo besitzt, hofft jetzt auf Geld aus dem Lehman-Konkurs. Gleichzeitig würden aber auch interne Haftungsmöglichkeiten gemeinsam mit der Revisionsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers geprüft, sagt Zellweger.

Die EKT habe bereits externe Analysten angeheuert und sei dabei, das bestehende Anlagereglement zu überprüfen, schreibt der Kanton Thurgau, dem die EKT gehört. Die Liquidität des Unernehmens sei gewährleistet. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau verlangt eine vollständige und umfassende Aufarbeitung des Vorfalls.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.10.2008, 09:50 Uhr

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