Wirtschaft
Lehman-Pleite: Vorwüfe gegen weitere Schweizer Bank
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 17.08.2009
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Die Schweizer Niederlassung der israelischen Bank Hapoalim habe Dutzende von vermögenden Kunden dazu verleitet, umfangreiche Investitionen in Produkte von Lehman Brothers vorzunehmen – kurz bevor die US-Investmentbank im vergangenen September den Bankrott anmelden musste. So lautet der Vorwurf des Zürcher Wirtschaftsanwalts Daniel Fischer laut einem Bericht des israelischen Onlineportals «Y-Net». Hapoalim ist international tätig und auf Private Banking, die Verwaltung privater Vermögen spezialisiert.
Laut dem Bericht spricht Anwalt Fischer von Millionenverlusten, die die Hapoalim-Kunden durch die Anlagen erlitten. Einzelne Kunden hätten bis zu 3 Millionen investiert, zuweilen sei dabei die gesamte Pension verloren gegangen. Die Kunden seien durch die Bank mit aggressiven Methoden zu den Investitionen in die Lehman-Produkte gedrängt worden, erklärt Fischer.
Unprofessionelle Beratung, unterschlagenes Risiko
Nach dem Lehman-Zusammenbruch hätten die Kunden bei Hapoalim nach einer Entschädigung nachgesucht, doch seien sie dabei rüde abgeblitzt. In der Folge hätten sie sich an Anwalt Fischer gewandt. Dieser prüft nun eine Klage im Namen der Geschädigten.
Fischers Vorwürfe an die Bank sind happig: Die Bank habe die Kunden unprofessionell beraten und nicht auf die Risiken der Investitionen hingewiesen. Dabei hätte sie die Gefahren kennen müssen: Als die Bank die Kundengelder im April 2008 bei Lehman investiert hat, sei auf den Märkten bereits über die Probleme der Investmentbank spekuliert worden. Hapoalim habe bei den Kunden aber den Eindruck hinterlassen, hier handle es sich um eine risikolose Anlage.
«Gesamte Haltung war herablassend»
Auch für den Umgang mit den Kunden nach deren Vermögensverlust erteilt Anwalt Fischer der Hapoalim Bank äusserst schlechte Noten: «Die gesamte Haltung war herablassend», zitiert «Y-Net» den Zürcher Anwalt, «sie verhielten sich dort, als wären sie unfehlbar und behandelten die Kunden wie Idioten.»
Gegenüber «Y-Net» hat Hapoalim die Aussagen Fischers als haltlos zurückgewiesen. Auf eine Anfrage von baz.ch/Newsnet nahm bei der Bank niemand Stellung nehmen, da die Auskunftsperson heute nicht anwesend war. Der Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer bestätigt den Sachverhalt, wie ihn das israelische Onlineportal darstellt und ergänzt, dass ihm das harte Schicksal der Kunden auch persönlich nahe gehe. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.08.2009, 21:31 Uhr
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