Wirtschaft

Lidl erwischt Migros auf dem falschen Fuss

Aktualisiert am 05.07.2009

Migros-Konzernchef Herbert Bolliger hat seinen Konkurrenten falsch eingeschätzt. Er hat das Umsatzziel für das laufende Jahr nach unten korrigiert.

«Der Markt mit Eigenmarken hat grosses Potenzial»: Herbert Bolliger.

«Der Markt mit Eigenmarken hat grosses Potenzial»: Herbert Bolliger.
Bild: Keystone

Lidl setzt hierzulande nicht auf billigere Markenprodukte, sondern auf Frischprodukte und Swissness. Der deutsche Discounter treffe die Migros damit an einem heiklen Punkt. Denn die aggressiven Preise bei den Frischprodukten schmerzten stärker, als wenn Lidl die Preise bei den Markenartikeln heruntergerissen hätte, sagte der Migros-Konzernchef in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Das Ziel eines Umsatzwachstums von zwei Prozent im laufenden Jahr wird der Marktführer im Schweizer Detailhandel gemäss Bolliger nicht erreichen. Das Wachstum werde eher bei einem Prozent liegen. Im ersten Halbjahr liege das Gruppenwachstum etwa auf Vorjahresniveau. Bei Globus sei der Umsatz leicht unter dem Vorjahr, und beim Möbelgeschäft von Micasa und Interio spüre man die Rezession.

Am mittelfristigen Ziel, den Umsatz mit den Industrie-Tochterfirmen bis 2013 zu verdoppeln hielt Bolliger hingegen fest. Denn der Markt mit Eigenmarken habe ein grosses Potenzial. Und niemand habe mehr Erfahrung als die Migros.

Sorgenkind Hotelplan

Die Gesamtgruppe im Reisegeschäft mit Hotelplan und Travelhouse werde 2009 rote Zahlen schreiben, sagte Bolliger weiter. Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass in der Schweiz der Marktanteil mit einer aggressiven Preispolitik ausgebaut werde. (mbr/ap)

Erstellt: 05.07.2009, 13:01 Uhr

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