Wirtschaft

Migros will Medikamente verkaufen

Aktualisiert am 13.12.2009

Aspirin oder Supradyn sollen bei der Migros im Regal liegen, findet Chef Herbert Bolliger. Er verspricht günstigere Preise – und erhält Unterstützung von Preisüberwacher Stefan Meierhans.

Mit dem Gemüse auch Aspirin kaufen: Migros-Filiale in Zürich.

Mit dem Gemüse auch Aspirin kaufen: Migros-Filiale in Zürich. (Bild: Keystone)

«Eindeutig Produkte, die man im Detailhandel ins Gestell legen kann»: Herbert Bolliger.

«Eindeutig Produkte, die man im Detailhandel ins Gestell legen kann»: Herbert Bolliger. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

Pro Jahr kaufen Patienten in den Schweizer Apotheken und Drogerien rezeptfreie Medikamente im Wert von 1,2 Milliarden Franken. Von diesem wachsenden Kuchen will sich die Migros nun ein Stück abschneiden. «Wir fordern, dass man rezeptfreie Medikamente, die heute noch für Drogerien reserviert sind, auch im Detailhandel verkaufen kann», sagt Migros-Chef Herbert Bolliger gegenüber der Zeitung «Sonntag».

Die Migros rechnet mit einem Potenzial «im zweistelligen Millionenbereich». Zum Sortiment sollen die Kopfwehtabletten Aspirin, das Muskelschmerzmittel Perskindol oder das Multivitaminpräparat Supradyn gehören. «Das sind eindeutig Produkte, die man im Detailhandel ins Gestell legen kann», findet Bolliger. «Dafür braucht es keine Beratung.»

Bis zu 50 Prozent günstiger

Als neuer Präsident der Interessengemeinschaft Detailhandel will sich Bolliger nun für eine entsprechende Änderung des Heilmittelgesetzes stark machen. Die Kunden sollen von deutlich tieferen Preisen profitieren: «In der Schweiz gibt es bei rezeptfreien Medikamenten im Vergleich zum Ausland riesige Preisdifferenzen», sagt Bolliger. «In Deutschland sind solche Arzneimittel bis zu 50 Prozent günstiger. Wenn man die auch in der Schweiz in der Selbstbedienung verkaufen kann, liegt da preislich einiges drin.»

Unterstützung erhält die Migros von Preisüberwacher Stefan Meierhans. «Grundsätzlich stehe ich dem Anliegen positiv prüfend gegenüber.» Widerstand kündigt hingegen der Schweizerische Drogistenverband an. «Die Erfahrungen aus den USA, wo viele Medikamente frei erhältlich sind, zeigen, dass die Leute die Arzneimittel zum Teil im falschen Moment oder in der falschen Dosierung anwenden», sagt Präsident Martin Bangerter.

Erstellt: 13.12.2009, 12:51 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!