Wirtschaft

Milliardenbetrüger Madoff: Naive Banken und Kunden, blinde Überwacher

Wie konnte das passieren? Reihenweise fielen Banken auf Bernard Madoff herein. Auch viele Schweizer Institute wurden Opfer des Finanzjongleurs – und die Überwachungsbehörden ahnten von nichts.

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Hat Investoren um 65 Milliarden US-Dollar erleichtert: Die Wallstreet-Legende Bernard Madoff wurde am 11. Dezember 2008 festgenommen.
Bild: Keystone

   

Das Ausmass des Falls ist noch unklar; wie die Sache ablief, ist offen; und wer geschädigt ist, kommt erst tröpfchenweise ans Licht: Heute meldeten internationale Grossbanken wie BNP und Santander, HSBC und Nomura, dass sie jeweils hunderte von Millionen Dollar in die Fonds der Wallstreet-Legende Bernard Madoff investiert hatten – die Gelder sind wohl verloren, da Madoffs Fonds nicht etwa eine raffinierte Investmentstrategie fuhren, sondern ganz plump nach dem Schneeballprinzip funktionierten.

Jetzt ist das Illusionsspiel vorbei und die Riesenschneekugel gestoppt, Madoff wurde am Freitag vom FBI verhaftet, um später gegen eine 10-Millionen Dollar Kaution auf freien Fuss gesetzt zu werden. Die Rede ist vom grössten Betrugsfall aller Zeiten, der Schaden könnte 50 Milliarden Franken erreichen, und dem 70-jährigen Madoff drohen 20 Jahre Gefängnis.

Hauptbelastungszeuge: Bernie Madoff

Zu den Opfern gehören diverse Schweizer Banken, so die Union Bancaire Privée (gegen eine Milliarde Franken Engagement), die Genfer Bank Bénédict Hentsch (56 Millionen), die Luzerner Privatbank Reichmuth (400 Millionen), die Genfer Bank Benbassat sowie die Waadtländer Fondsgesellschaft EIM des Uma-Thurman-Freundes Arpad Busson (wie die Genfer Zeitung «Le Temps» meldet). Sie alle investierten teilweise direkt in Madoffs Vehikel, hauptsächlich aber in Hedgefonds, die sich daran beteiligt hatten.

«Der Vorfall ist unerklärlich», teilt die Luzerner Bank Reichmuth mit. Sie spricht damit das auffälligste Problem an: Mit der Überwachung in Amerika muss es gewaltig gehapert haben. «Bei den betroffenen Fonds haben renommierte Revisionsgesellschaften wie Ernst & Young, PWC, KPMG und BDO die Jahresabschlüsse geprüft.» Die Sache flog erst auf, als die Söhne von Madoff selber zum FBI gingen und den Schneeball auf den Tisch legten. Die Informationen, welche die Behörden in New York derzeit haben, stützen sich offenbar fast ausschliesslich auf Madoffs eigenes Geständnis.

Die Ermittlungen verliefen im Sand

Oder anders: Der vielleicht grösste Betrug aller Zeiten geschah, ohne dass die Überwachungsbehörden einen Schimmer davon hatten. Und dies, obwohl ihnen Madoffs Bücher stets vorlagen. Die Idee, alle Finanzmarkt-Turbulenzen durch staatliche Überwachung wegzuregulieren, könnte damit in ein neues Licht geraten.

Denn Madoff hatte nicht nur renommierte Revisionsgesellschaften, nicht nur die angesehene Depotbank Citco – sondern seine Firma wurde auch regelmässig von der staatlichen Börsenaufsicht SEC überprüft. Wie das «Wallstreet Journal» berichtet, ermittelte die SEC 1992 gegen Madoff, fand aber nichts, und auch in den Jahren 2005 und 2007 wurde die Firma erfolglos gecheckt. Sogar heute, nachdem Madoffs Familie ausgepackt hat, scheinen banalste Fragen unklar: War Madoffs Businessplan von Beginn weg auf dem Schneeball-Prinzip gebaut? Gab es die Investmentstrategien, die versprochen wurden? Wo wurde investiert? Welche Konten wurden wirklich geführt? Mit genügend krimineller Energie kann einzelnes Schneeballkonstrukt offenbar unter dem Radar der staatlichen Überwacher durchfliegen – wohl auch in der Schweiz, wo hunderte Fonds jedes Jahr neu aufgelegt werden.

Solide Performance, immer liquide

Dies ist die eine Seite. Die andere: Madoff schaffte es, Profis auf allen führenden Finanzplätzen der Welt zu überzeugen. Seine Fonds waren liquide (man konnte immer auch gut aussteigen), sie boten eine solide Performance, während sie nur in einem einzigen Jahr ins Minus gerieten – und auch dann blieb der Verlust mit 0,64 Prozent bescheiden. «Für jeden Hedgefund-Manager», sagt der Strategiechef einer Privatbank, «ist ein Fonds mit solchen Charakteristiken eine Perle.» Der erfahrene Finanzfuchs Madoff – so scheint es – wusste genau, was die Kunden wünschten, und er lieferte es. Auch dies trug dazu bei, seinen Schneeball rollen zu lassen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.12.2008, 16:34 Uhr

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60 Kommentare

michael imfeld

23.12.2008, 15:47 Uhr
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viele Kommentare hier lassen wirklich schaudern - pure Ausbrüche von Hass, Neid und Naivität ("alle Banken lügen und stehlen sowieso - schuld sind Bush, SVP und freie Wirtschaft..."). Dabei denkt keiner an den ganz grossen Schneeball, der unaufhaltsam auf uns zurollt: Die staatliche AHV, die ständig nur umverteilt und Löcher stopft - bis die neuen Einzahler nicht mehr wollen oder können... Antworten


Marc Zuyox

19.12.2008, 10:42 Uhr
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Die Aussage «Bei den betroffenen Fonds haben renommierte Revisionsgesellschaften wie Ernst & Young, PWC, KPMG und BDO die Jahresabschlüsse geprüft.» trifft nicht zu, der Revisor war der unbekannter Buchprüfer Friehling & Horowitz. Madoff Securities ist das größte Schneeball-System der Welt schrieb 1999 der Ex-Mitarbeiter Harry Markopolos an die SEC. Die SEC unternahm nichts! Antworten


Olaf Strassen

18.12.2008, 08:59 Uhr
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Hm, ich bin stolz, für meinen (durchschnittlichen und fairen) Lohn zu arbeiten - zugegeben: eine schöne Arbeit, die mir viel Freude bereitet. Und ich bin glücklich, mit Vernunft, Mass und etwas Demut zu leben. Dass es überhaupt möglich ist, Mia in den Sand zu setzen, setzt eine gehörige Portion Gier voraus. Doch der Mensch ist nun mal so, drum wird er auch künftig nach Reichtum und Macht sabbern. Antworten


Oliver Franz

18.12.2008, 05:40 Uhr
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... genau: 68 Mia. Das ist pro Bürger 10'000, und das ohne uns zu fragen. Ich schlage vor, alle die nicht mit der Kapitalismus-Spende einverstanden waren, machen einen "Banken-Verdampfwert-Steuerabzug" bei unseren Steuern. - Und wenn es um die Rettung unseres Planeten geht, ist schon das Kleinste zu teuer! Was hilft uns eine so superheilige Wirtschaft, wenn wir keinen Planeten mehr haben... Antworten


Sepp Maier

16.12.2008, 15:30 Uhr
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Wann wehren wir uns gegen diese Herren der Finanzwelt. Ach ja, ich vergass, wir wehrten uns schon und verschenkten 68 Mia an ein marodes System. Unsere Politiker erhalten hoffentlich 2011 die Quittung. Mein Bauchgefühl ist mehr wert, als sogenannte Profis im Finanzsystem - wo bleibt mein Bonus????? Antworten


Hans Winter

16.12.2008, 15:27 Uhr
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Es gibt immer 2 Betrachtungsweisen, eine positive und eine negative. Was negativ ist, wissen wir aus den vielen Kommentaren. Positiv ist, dass dieses Mal keiner etwas verloren hat, der das Geld mit Arbeit verdienen muss.. Bei denen, die verloren haben, kann man sagen: "Wie gewonnen, so zerronnen". Antworten


Rudi Valentino

16.12.2008, 15:05 Uhr
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Vielleicht gibt es ja noch weitere solche Finanzkonstrukte? Wer weiss? Hoffentlich ist der Aufprall nicht zu hart! Antworten


urs schärer

16.12.2008, 13:22 Uhr
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Es ist schon beängstigend, wie unsere super Bänker, nur des schnellen Geldes wegen, alle Regeln der Anlage vergessen. Jeder der Geldanlagen tätigt, wird sich sehr hüten, in solche Supernova Systeme nur 1 Franken zu investieren. Ich glaube aber, dass die meisten Anlageberater nicht wissen von was sie überhaupt reden. Antworten


Jürg Bühler

16.12.2008, 11:34 Uhr
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Sehr interessant, all die Laien hier wären bessere Fund of Funds verwalter und hätten den Betrug Madoff aufgedeckt. Die Zahlen waren nicht wirklich übertrieben gut, es gab sogar minus monate. performance war in einem Jahr auch mal nur bei 6% und lag nach 2000 nicht mehr über 10%, man konnte sich schon vorstellen dass sowas mit gutem Optionentrading und Aktienauswahl möglich sein könnte Antworten


Markus Vetter

16.12.2008, 05:33 Uhr
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@ Patrick Schweizer: Es ging darum eine Richtung aufzuzeigen ... Die ganzen Belastungen von Privaten und Firmen im Sozialen Bereich, sprich PK, die von einem guten Ansatz zur Spielgeld-Garantie für die Börsen-Kasino Kundschaft verkommen sind aber für den Büetzer keine Rendite mehr abwerfen und auch noch die Preise im Immobilienmarkt pushen benötigen ebenso dringend einer Korrektur. Antworten


Anna Barhof

16.12.2008, 04:52 Uhr
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Kostolany hat einmal gesagt, an der Boerse kann man sein Geld nicht verlieren, es gehoert dann nur jemand anderem. Wem gehoeren denn die 50 Milliarden die Madoff veruntreut hat?? Oder wo ist das Geld geblieben?? Antworten


Herbert Peters

16.12.2008, 00:39 Uhr
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Wenn wundert's, dass diese Sache so lange nicht publik wurde? Das ganze Subprime Kartenhaus wurde ja auch schon mindestens seit Ronald Reagan's Zeit gebaut. Und Trotz Warnungen von Insidern, dass dies niemals gut gehen kann, hat niemand die Handbremse angezogen. Ist ja viel leichter zuerst zu profitieren und hinterher alles auf die Regierung abzuwälzen, die dann gerade am Ruder ist. Antworten


Peter Goldstern

16.12.2008, 00:08 Uhr
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So lange kurz fristige Gewinne nicht extrem hoch besteuert werden, so lange wird das casino Spiel an der Boerse weiterhalten und vorgeben dass es ohne ordentliche Arbeit moeglich ist, fuer alle, schnell reich zu werden. Antworten


Paul Thürig

16.12.2008, 00:04 Uhr
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Man muss inskünftig Revisions-und Treuhandgesellschaften viel schärfer kontrollieren und ihre Leistungen tatsächlich vermehrt in Frage stellen! Antworten


maurice calanca

15.12.2008, 22:32 Uhr
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a) Dieses Beispiel zeigt einmal mehr.... dass die DUMMHEIT.... wohl der einzige Wert ist... dass die Menscheit in unendlichem Mass vermehren kann. b) Als Richter würde ich den Ageklagten frei sprechen.... soviel Kreativität und Ausdauer sollte unbedingt belohnt werden.... und ich würde ihm eine grosszügige Lebensrente sichern.... die durch die unfähigen "Kontrollinstanzen" zu zahlen wäre. Antworten


Reto Knecht

15.12.2008, 22:05 Uhr
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Die Finanz- und Bankenwelt ist frei von Anstand, Respekt, Schuldgefühlen oder gar Reue. Es fehlt ihnen ein wichtiger Teil des Gehirns. Skrupellose Elemente in Fein-Kaller-Tenues verwalten ganze Pensionskassen. Deshalb liebe Leute löst -eure PK-Gelder NOCH HEUTE ein, sonst geht Euch auch das Altenteil schon morgen flöten. Unterbindet den int. Geld- und Börsenhandel, um weiteres Grauen zu stoppen. Antworten


Weston Kreutz

15.12.2008, 21:44 Uhr
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Bernard Madoff ist nur der Anfang. Der ganze Kapitalismus ist ein Schneeballsystem. Das sah man nie so deutlich wie heute, wo die herrschende Klasse verzweifelt versucht, dieses System wieder in Gang zu bringen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis sich Jemand zu einem Geständnis hinreissen lässt. Antworten


Andreas Niederer

15.12.2008, 21:06 Uhr
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Kann Markus Vetter nur zustimmen! Falsche Anreize führen zu falschen Entwicklungen. Antworten


Armin B Schweizer

15.12.2008, 20:22 Uhr
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Mehr Freiheit, weniger Staat toente eine Milliardaerspartei! Trotz Aufgabenexplosion wegen der verfehlten Drogen-, Auslaender- und Familienpolitik wurden die oeffentlichen Budgets nur unzureichend aufgestockt und die frueher billige Verwaltung masslos ueberfordert. Horrende Renditen fuer Bankaktionaere und nur fuer VIP-Kunden aufgrund von brotlosen Speckulationen sind auch ein Schneeballsystem. Antworten


andi matata

15.12.2008, 20:14 Uhr
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Ich kann mich nur immer wieder, Wiederholen! Es gibt zu viele die sitzen auf dem falschen Platz oder üben den falschen Beruf aus. Solange die Banken ihre Kontrollstellen selbst bezahlen, wird es NIE eine Besserung geben. Auch Verstaatlichungen nützen nichts, nicht der Mörder ist der Schuldige, sondern der ermordete. Antworten


Rolf Helg

15.12.2008, 20:03 Uhr
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nicht nur bei Madoff, auch die "Bilanzen" der groessten Banken sind ein Kartenhaus! (deren groessten Verbindlichkeiten via Derivative sind nicht/ungenau/oder falsch erfasst - wir sprechen von hunderten von Billionen) - fast das gesamte Finanzsystem ist zu einer riesigen Betrugsmaschinerie geworden Antworten


Robi Planzer

15.12.2008, 20:02 Uhr
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Wie sagte doch schon vor langer Zeit B. Brecht in der Dreigroschenoper (1931): "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Hedgefonds gab's damals wohl noch nicht?! Betrüger, Gauner und Scharlatane aber sicher. Antworten


Vinzenz Bieri

15.12.2008, 19:47 Uhr
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In der heutigen Zeit muss der Mensch eine gute Nase haben für Betrüger jeder Art, meistens unter dem Deckmantel von Freundlichkeit, Kravatte, Kleingedrucktem und Lockangeboten. Da lohnt es sich, bei einem Deal dem eigenen schlechten Gefühl zu folgen und schon einmal sackgrob zu werden, um nicht über den Tisch gezogen zu werden. Am meisten gefährdet sind Jugendliche, die alles unterschreiben. Antworten


martin rüger

15.12.2008, 18:55 Uhr
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Vielleicht sollten wir von den Amerikanern mal lernen und die USA deren SEC und die FED auf Billionen verklagen, das sind die grössten Gauner auf dieser Welt. @Dieter Wundrak: Herr Merz mit den bürgerlichen Parteien sind von mir aus gesehen die grössten Wertvernichter die wir jemals hatten, das sollte auch mal gesagt sein. Sparen im sozialen und ausgeben bei den Reichen, das hat System(Nationalgold hat man auch zum historischen Tiefstand zu verkaufen begonnen, ein Schelm wer da was böses denkt. nur schon dieser Fehlverkauf hat uns mindeseten 25Mia gekostet !!! damit hätten wir alle Probleme im Sozialen vergolden können!). Antworten


Fritz Nussbaumer

15.12.2008, 18:43 Uhr
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Mamon giibt nicht nur, er fordert eben auch gewisse Dinge von seinen Jüngern und Priestern (sprich Banker): Die sollst lügen, Du sollst stehlen, Du sollst morden, Du sollst falsches Zeugnis ablegen, u.s.w denn er spricht: Mein Reich ist von dieser Welt Antworten


Francesco Collina

15.12.2008, 18:39 Uhr
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bei so vielen "red flags" bin ich schockiert, dass so viele renomierte Firmen hier ihre Hausaufgaben einfach nicht gemacht haben. Wie einst bei Focus Capital hat man nur auf Returns geschaut. Es ist ganz einfach unmoeglich, ueber 10-15 Jahre JEDEN MONAT 0.5%-2% zu verdienen, mit fast gar keinen Schwankungen und Jahr ein Jahr aus 10-15% im Plus zu sein. Man stelle sich vor: ende 90er haben sich Aktien verdoppelt: Madoff war +1% jeden Monat. Dann in den fruehen 2000ern haben Aktien sich fast halbiert: Madoff +1%. Dann wieder aufwaerts und halbiert in den letzten 6 Monaten: Madoff +1%, jeden Monat. Volatilitaeten waren um 15, stiegen auf 70: Madoff +1%, Credit Spreads von fast Null auf all time highs: Madoff +1%. Oel von 20 auf 150 ver siebenfacht und dann -70% innert kurzer Zeit: Madoff jeden Monat +1%. Weitere red flags gefaellig?: Er war kein Hedge Fund sondern hat lediglich accounts gemanagt, man konnte also nie bei einer Bank nachfragen, ob das Geld auch tatsaechlich dort war. Dann noch die Kleinigkeit, dass er trotz der 50 Millarden under Managment nur eine kleine voellig unbekannte Rechnungspruefungsfirma anstellte. Und wer frech genug war zu fragen, wie er denn jeden Monat 1% verdienen konnte, dem wurde gesagt, dass es sich halt um proprietary modelle handle und man keine Auskunft geben wolle. Wer hier also trotzdem noch investierte sollte seinen Job sofort aufgeben und der Staat sollte verlangen, dass diese Leute auch fruehere Boni zuruckgeben muessen... Antworten


Gene Amdahl

15.12.2008, 18:31 Uhr
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Wie wäre es alle Auszahlungen zurückzuverfolgen und alles wieder einziehen wo es nur möglich ist. Der muss Helfers-Helfer gehabt haben, um das DING so lange durchzuziehen. Antworten


Patrick Schweizer

15.12.2008, 18:24 Uhr
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Die ganze Krise macht mir nicht 5% so viel Angst, wie die Kommentare, die ich hier manchmal im Forum lesen muss. Sicher wäre alles unter einer Planwirtschaft viel besser. Da hätte nicht so viel verloren gehen können, weil man gar nicht erst so viel erarbeitet hätte. Tolle Problemlösung! Antworten


Patrick Schweizer

15.12.2008, 18:22 Uhr
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@ Markus Vetter: Das Problem ist grundsätzlich, dass sich nicht so genau zwischen Investition und Spekulation unterscheiden lässt. Ihr Vorschlag Kapitalgewinne zu besteuern ist auch nicht sonderlich durchdacht. Eine Auswahl an Problemen: Pensionskasse? Nur Kapitalgewinne von Schweizern oder alle in der Schweiz angefallenen (byebye Reste des Finanzplatzes). Kapitalverluste = Steuergutschrift? Antworten


Christoph Geiser

15.12.2008, 18:21 Uhr
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Der Mann kannte sich in den Geschäften aus, hatte Beziehungen und einen guten Ruf. Allerdings wird er wohl kaum alles alleine gemacht haben. Konnte es niemand sehen, oder wollte es niemand sehen? Aber eigentlich ist es nicht ein grosser Unterschied ob nun jemand legal, oder illegal Milliarden vernichtet. So viel besser sind die ehrlichen Banker ja nun nicht gerade. Antworten


rolf peter

15.12.2008, 18:11 Uhr
Melden

Das Versagen der staatlichen Aufsichtsbehörden und der Revisionsfirmen ist der ganz grosse Skandal dieser Finanzkrise. Wer glaubt mehr Vorschriften würden daran etwas ändern ist naiv. Antworten


P. H. Kuhn

15.12.2008, 17:44 Uhr
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Die Amerikaner, die der ganzen Welt dauernd ihre Doppel-Moral aufdrücken wollen, haben neben der von den ihnen verursachten Subprime Crisis nun auch noch einen weiteren Finanz-Hit gelandet. Bern müsste auch diesem Staat gegenüber endlich einmal ganz entschieden auftreten und nicht ewig die Duckmäuser Position einnehmen. Antworten


Kaspar Büttikofer

15.12.2008, 17:36 Uhr
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Madoff ist jetzt schon genut gestraft: Wer solche Söhne hat, der braucht keine Feinde mehr! Antworten


Corinne Casutt

15.12.2008, 17:34 Uhr
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An George Sauvage - Schön, dass Sie Warren Buffet so loben, der gute Mann hat dieses Jahr fast 40% verloren, wobei die Hedge Funds etwa minus 18% sind. An Reto Grieder - Enron waren etwa 64 Mia. also grösser als Madoff, was die Sache nicht besser macht. Madoff ist kein Hedge Fund sondern ein Betrüger, genau wie Kerviel oder Lesson, menschliche Tragödien, die es in jeder Industrie gibt. Antworten


Dieter Wundrak

15.12.2008, 16:41 Uhr
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Unser Finanzminiser Merz möchte ja die Hedge Fonds noch steuerlich begünstigen. Vor allem sollten sie vermehrt ihren Sitz in die Schweiz verlegen. Mit anderen Worten heisst dies, dass wir das einzige Land auf dieser Welt sind, wo noch wissen, wie man solche Hedge Fonds ohne Verluste führt. Sonst wäre doch unser Finanzminister nicht so ein Befürworter dieser Geschäfte. Antworten


Markus Vetter

15.12.2008, 16:37 Uhr
Melden

Die Arbeit und die Wertschöpfung aus Arbeit muss dringend stark steuerlich entlastet werden, dafür Kapitalgewinne stark belastet werden. Dies würde die Investitionen wieder in Richtung Produktion statt Casino leiten. Antworten


Irene Walser

15.12.2008, 16:21 Uhr
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Die Amerikaner lösen ja all ihre Probleme über Anwälte. Raucher verklagen die Zigarettenhersteller, Unfallverursacher verklagen die Automobilhersteller usw. Dann könnten doch nun mal die Anleger eine Sammelklage gegen die Ueberwacher einreichen... die haben ja ihren Job miserabel gemacht!!! Antworten


Peter Strasser

15.12.2008, 16:20 Uhr
Melden

Wer stoppt diese Betrüger, dieses Verhalten hat in der Finanzbranche System, ist weit verbreitet, und bleibt leider ungeahnt. Die schweizer Gesetze sind viel zu löchrig um den Finanzjongleuren das Handwerk zu legen, zu diesen zähle ich auch diejenigen die solche Produkte Kaufen. Unsere 2. Säule entpuppt sich zum langsam Highrisk, sie muss dringend überdenkt werden bevor alles verzockt ist. Antworten


Valentin Mattioli

15.12.2008, 16:13 Uhr
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Im Gegensatz zu Risiken von Aktien und Anleihen weisen Hedge Funds sehr spezifische Risikofaktoren auf. Diese resultieren aus den von Hedge Funds eingesetzten Instrumenten, wie z.B. Leerverkäufen oder Leverage, und der Strategie des Hedge Funds. Die staatlichen Ueberwacher sind Anfaenger und haben keine Ahnung von der Materie. Abolut keine professionelle und gestzliche Kontrolle. Antworten


Peter Meister

15.12.2008, 16:10 Uhr
Melden

Vorallem den Ratingagenturen und Buchprüfern sollte man ganz klar auf die Finger klopfen. Wem soll man den noch vertrauen, wenn sogar rennomierte Unternehmen wie PWC und E&Y nicht in der Lage sind solche Betrügereien aufzudecken? Antworten


rob schliifer

15.12.2008, 16:08 Uhr
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... aber wenn otto normalbürger ein kleiner kredit über Fr. 15'000.- braucht, dann machen die Geldinstitute etc. einen riesen aufstand und überprüfen alles und sagen dann schliesslich, sorry sie hatten im jahr 2006 eine Betreibung usw., ja aber das kann ich Ihnen erklären, es tut uns leid... bitte vesuchen Sie es ein anderes mal wieder. Schämt euch UBS, CS, Kreditinstitute, Kantonalbanken etc. etc Antworten


Felix Irniger

15.12.2008, 15:19 Uhr
Melden

Unerklärlich warum renommierte Buchprüfungsfirmen über Jahre hinweg nichts bemerkt haben (wollen). Deren Tun scheint genau so oberflächlich zu sein wie das von Rating Agenturen, die Subprimes und andere Finanzanlagen "bewertet" haben. Am Besten ist es immer noch, seine Anlagen selber zu prüfen und sich die Zeit dafür zu nehmen oder ansonsten das Geld als Festgeld anzulegen. Antworten


Beni Meier

15.12.2008, 15:19 Uhr
Melden

hoher Ertrag = hohes Risiko. Kann man denn so leichtgläubig sein und denken, dass es einen einzigen Superfonds gibt, der immer eine immense Redite abwirft? Jeder Banklehrling lehrt im ersten Jahr, dass dies schlichtweg nicht möglich ist. Und alle diese 'renomierten' Revisionsgesellschaften. Die sind auch nur so gut, wie es die Provision zulässt, die sie kassieren (vergleiche auch Finanzkrise) Antworten


Reto Grieder

15.12.2008, 15:15 Uhr
Melden

Ob Rev.-gesellschaften,Ueberwachungsbehörden wie im Fall Madoff (Enron war Peanuts im Vergl.), Rating-Agenturen (S&P, Moody's, Fitch, von Banken bezahlt um die Schuldenqualität zu bewerten). In den USA haben sich elementare Wirtschaftsprinzipien in der Neuzeit immer noch nicht durchgesetzt. Sind wir mal ehrlich: Staatshilfe (Bail out) ist eigentlich auch nichts anderes als ein Schneeballsystem. Antworten


George Sauvage

15.12.2008, 15:08 Uhr
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Warren Buffet hat halt doch recht: er investiert nur in Gesellschaften, deren Tätigkeitsbereich er in 2-3 Sätzen erklären ka Seine Absenz bei den Technologiewerten führten dazu, dass er ausgelacht wurde. Bis die Blase platzte ... Bei den Hedge Funds geht es ihm gleich ... Hedge Funds haben nichts mit Hedge und noch weniger mit Fonds zu tun... Antworten


Florian Baggenstoss

15.12.2008, 15:06 Uhr
Melden

Langsam, aber sicher tätscht es mir den Nuggi definitiv raus. Das US-Banken- und Finanzsystem muss von A bis Z von Mafiosi und ähnlichen Schwerstverbrechern verseucht sein. Anders ist das nicht mehr erklärbar. Ich war bisher ein Befürworter einer freien Wirtschaft; mich beschleichen mehr als Zweifel; persönlich bin nicht betroffen; Derivate+CO. habe ich niemals auch nur der Beisszange angerührt... Antworten


Michael Schwarz

15.12.2008, 14:59 Uhr
Melden

Die Vermögensverwalter und Investmentbanker müssen endlich wieder einen klaren Kopf kriegen. Ein erfolgreiches Investment ist immer mit harter Arbeit verbunden, daher wird der Gewinn nicht geschenkt. Das Geld kann allein nicht vermehrt werden. Man muss in Menschen investieren und nicht im Geld. Der Mensch generiert den Gewinn und nicht Geld selbst. Antworten


Robert Giger

15.12.2008, 14:51 Uhr
Melden

das ganze Fondsbusiness ist doch ein SCHNEEBALLSYTEM - eine EINBAHNstrasse fuer das Geld der Sparer - auf dieser EINBAHNstrasse zocken dann noch einige ab - dass die Investoren 100% des Geldes wieder sehen eine ILLUSION !!! "ein institutionalisiertes Betrugssystem" am besten man kauft direkt Aktien von soliden Firmen wie Nestle und laesst sich im EIGENEN Namen im Aktienregister eintragen! Antworten


Richard Reich

15.12.2008, 14:50 Uhr
Melden

Was heisst denn hier Schneeball? Das ganze Geldsystem ist ein einziges Schneeballsystem, das bei den Nationalbanken anfängt. Jedes Hunderternötli wurde schon x-fach ausgeliehen, jedes Mal mit Zinsen etc. man sehe sich nur mal den Film Zeitgeist an (auf Google). Die wahren Mächte sind die Banken. Antworten


Markus Kostezer

15.12.2008, 14:49 Uhr
Melden

Warten wir darauf, dass Bundesrat Frühling für das nächste pleite gegangene Grand Casino den Schuldenberg dem Schweizer Steuerzahler aufdrückt mit der Begründung, dass sonst das Finanzsystem zusammenbrechen würde. Antworten


Alfred Neumann

15.12.2008, 14:35 Uhr
Melden

Habe gerade im Bloomberg gesehen, wer da wieviel "investiert" hatte - UiUi....das wird es einigen Investoren (Banken, Foundationen, etc.) das Genick brechen...Ja Herr Walter Müller, Sie schreiben es richtig. Normale Arbeit ist leider nichts Wert. Aber vielleicht ändert sich nun was... Antworten


Dani Hirschi

15.12.2008, 14:33 Uhr
Melden

Ich muss wieder einmal bemerken, dass die Revisionsgesellschaften ihre Aufgaben für teures Geld ungenügend wahrnehmen. Sie sollen endlich dafür haften! Antworten


Sergio Arragones

15.12.2008, 14:27 Uhr
Melden

Falls es irgendjemand noch nicht gemerkt hat: Die Börsen sind ein von den Staaten geduldetes Schneeball-System. Punkt. Antworten


Ruedi Denecke

15.12.2008, 14:23 Uhr
Melden

Wenn der Mittelstand (kleinere bis mittlere KMU) Kredite beantragen, müssen Sie eine Flut von Unterlagen einreichen. Jede Bilanzposition wird auf Herz und Nieren durchleuchtet. Geschäftsmodelle und Risiken dienen als Urteil für die Kreditvergabe. Wo sind nun die Kontrollen und die Risikobeurteilung bei unsem Bankenwesen. Höchst bedenklich (verwerflich) sind solche Praktiken. Antworten


Andi Meier

15.12.2008, 14:09 Uhr
Melden

ein unglaublicher Skandal, aber man sollte die Kirch im Dorf lassen und nicht gleich wieder eine ganze Industrie schlecht machen, von der viele Menschen, gerade in der Schweiz leben. Man sollte sich über die Schweiz Gedanken machen: Ein Land, das von Bankgeheimnis, Schwarzgeld und Finanzen lebt und existiert. Und wo viel Amateure Geld verwalten, und dies gemäss der Linksparteien zukünftig von Politikern (noch grössere Amateure) überwacht werden soll. Antworten


Reto Steiner

15.12.2008, 14:08 Uhr
Melden

... und auch keiner seiner Angestellten und Manager hat in all den Jahren etwas gemerkt ... Antworten


Stefan Meier

15.12.2008, 14:05 Uhr
Melden

Das "Kontrollgremium", oder wie auch immer man diesen Verein nennen soll, hat die letzten paar Jahre jedenfalls recht gut geschlafen. Mir haben die Banken immer und immer wieder gesagt, was für "Topleute" sie hätten. Zum vernichtend grössten Teil waren es aber nur Schönwetterkapitäne, die nicht mal Ihre Echolots richtig zu bedienen wussten. Dass sie jetzt auf Grund laufen, ist nicht meine Schuld. Antworten


Max Schnell

15.12.2008, 13:46 Uhr
Melden

Diese Banken waren nicht naiv, und die Überwacher nicht blind. Sie waren und sind Teil dieser Abzocker- und Betrugsmaschinerie. Dafür liessen sie sich von Madoff fürstlich bezahlen. Möglicherweise hat Madoff auch die Medien vor seinen Karren gespannt. Solange die Kontrolleure und die Medien nicht unabhängig und besser bezahlt sind als die Abzocker werden solche Machenschaften nicht verhindert. Antworten


Andreas Choffat

15.12.2008, 13:43 Uhr
Melden

Ich staune immer wieder ob dieser Naivität. Normalsterbliche können den Franken ausgeben, den sie eingenommen haben. Ich habe nun zweimal ein Haus gebaut. Bei beiden Bauten bin ich den Eindruck nicht losgeworden, dass viele an diesem Werk Beteiligte ihren Job zum ersten Mal ausführen. Diese Analogie lässt mich dieses Schlamassel ein bisschen besser einordnen. Ja, besser wird die Situation nicht. Antworten


Walter Müller

15.12.2008, 13:27 Uhr
Melden

Sollten es die Finanzfachleute nicht besser wissen? Einfache Regel: du bekommst von Niemandem etwas geschenkt. Seien dies super Renditen oder schneller Reichtum. Hat irgendjemand in der Finanzwelt überhaupt eine Ahnung was dort geschieht oder ist es ein Tummelplatz für Gambler und Betrüger? Unsere Gesellschaft respektiert nur mehr den Reichtum und nicht mehr die ehrliche und nachhaltige Arbeit. Antworten



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