Wirtschaft

Murdoch attackiert die «Content-Kleptomanen»

Die Nachrichtenmedien verstärken ihren Druck auf grosse Web-Portale, aktuelle Inhalte angemessen zu bezahlen. Im Visier sind Wikipedia, Youtube und Facebook.

Sieht eine Bewegung hin zu bezahltem Content: Medienmogul Rupert Murdoch (hier mit Gattin und Tochter).

Sieht eine Bewegung hin zu bezahltem Content: Medienmogul Rupert Murdoch (hier mit Gattin und Tochter). (Bild: Keystone)

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Zum Auftakt eines Weltmediengipfels in Peking sagten der Präsident der Nachrichtenagentur AP, Tom Curley, und der Verleger Rupert Murdoch vom Medienkonzern News Corp., die Zeit des kostenlosen Contents müsse zu Ende gehen. «Wir Content-Produzenten haben zu langsam auf die freie Ausbeutung von Nachrichten reagiert», sagte Curley vor 300 Teilnehmern des «World Media Summits» in der Grossen Halle des Volkes. Auf der einen Seite gebe es Nachrichtenmedien, die mit hohen Kosten aktuelle Informationen sammelten. Auf der anderen Seite gebe es Unternehmen, die davon profitierten, ohne dafür zu zahlen. Massenhaft genutzte Web-Angebote wie Wikipedia, Youtube und Facebook seien zu zentralen Umschlagplätzen für Nachrichten geworden und hätten die Online-Auftritte traditioneller Nachrichtenmedien verdrängt. «Wir Content-Produzenten müssen schnell und entschlossen handeln, um die Kontrolle über unseren Content wieder zu erlangen», sagte Curley.

Auch Murdoch sprach sich für neue Bezahlmodelle für Nachrichten im Internet aus. Der Vorstandschef von News Corp. sagte, es gebe zurzeit eine Bewegung hin zu bezahltem Content. Dies müsse jetzt genutzt werden, damit nicht «die Content-Kleptomanen triumphieren».

Massive Finanzprobleme der Medien

Die Nachrichtenagentur AP erwartet, dass die Einnahmen aus dem Vertrieb ihrer Dienste in diesem Jahr auf 700 Millionen Dollar sinken werden, nachdem es im vergangenen Jahr noch 748 Millionen Dollar gewesen waren. Hintergrund sind massive Finanzprobleme von Zeitungen und Rundfunksendern in den USA, die unter der Abwanderung ihres Anzeigengeschäfts ins Internet leiden.

Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao versprach den Teilnehmern der Konferenz aus 80 Ländern, seine Regierung werde die Berichterstattung ausländischer Medien aus China «gemäss der Gesetze und Bestimmungen» sichern. Die internationale Presse habe eine wichtige Rolle, um die Welt über die Entwicklungen in China zu unterrichten. Er rief die Nachrichtenmedien dazu auf, auf die Förderung des Friedens hinzuwirken. Murdoch forderte von der Führung in Peking, die Medienlandschaft in China dem Wettbewerb zu öffnen. (sam/ap/)

Erstellt: 09.10.2009, 11:10 Uhr

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