Wirtschaft

Mystery Park hat Pläne, aber kein Geld

Aktualisiert am 16.04.2009 10 Kommentare

Der Vergnügungspark in Interlaken öffnet mit neuen Attraktionen noch einmal für einen Sommer – und erwartet 90'000 Besucher. Im Herbst jedoch wartet schon wieder ein schwarzes Loch.

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Der Mystery Park stellte heute den Medien neue Attraktionen für den Sommer vor. Für den Herbst sind die Ideen da, das Geld noch nicht.
Bild: Keystone

   

»Totgesagte leben länger», bemühte Geschäftsführer Marcel Meier heute Nachmittag vor den Medien eine einschlägige Redewendung. Es sei für ihn und einige Mitstreiter der ersten Stunde ein Vergnügen, aber auch eine Herausforderung, diesen Sommer zu bestreiten.

Der von Erfolgsautor Erich von Däniken inspirierte Rätsel-Park wird vom 15. Mai bis zum 1. November 2009 wieder geöffnet sein und mit einem «leicht verwässerten Konzept» den Erfolg suchen, wie Meier betonte. Insbesondere wird der Freizeit- und Vergnügungsteil für Kinder und Familien attraktiver gestaltet und mit Neuheiten ergänzt.

Neue Attraktionen und 40 Arbeitsplätze

Zu den Attraktionen gehören namentlich eine Elektrokart-Rennbahn, ein Offroad Segway Parcours, ein grosses Kinderparadies, Innen- und Aussenspielplätze und ein Mini-Zoo mit Reitgelegenheiten. Geplant sich auch monatliche Regio-Events und Themenveranstaltungen. Der Park kann zudem für andere Veranstaltungen oder Konferenzen gemietet werden.

Durch die auf diesen Sommer beschränkte Wiedereröffnung werden 35 bis 40 befristete neue Arbeitsplätze geschaffen. Gerade in Krisenzeiten sei der Park nicht nur für den Arbeitsmarkt, sondern auch für den Tourismus in der Region ein wichtiges Zusatzangebot, sagte Meier.

Kein Geld für zukünftige Investitionen

Er erhofft sich im Herbst eine schwarze Null aus dem Betrieb. Es werde jedoch mit Sicherheit kein Geld für Investitionen in die Zukunft des Parks erwirtschaftet werden können.

Konkrete Budgetzahlen wollte der Geschäftsführer nicht nennen. Das finanzielle Risiko für den Sommerbetrieb werde jedoch vollumfänglich von der New Inspiration AG übernommen, deren Aktienkapital sich mittlerweile zu hundert Prozent im Besitz der Gebrüder Schärz befindet.

Vielleicht ein Hotel, vielleicht eine Messehalle

Der Ende 2006 wegen finanzieller Probleme stillgelegte Mystery Park sei allen Schwierigkeiten zum Trotz zumindest ein Teilerfolg gewesen und habe seit der Eröffnung im Sommer 2003 immerhin eine Million Besucher angelockt, begründete Meier ein wichtiges Motiv für die Wiedereröffnung. Es sei immer die Idee gewesen, den Park wieder aufzumachen.

Mit der einmaligen Wiedereröffnung wolle man namentlich auch Erfahrungen im Hinblick auf die Neukonzeption sammeln, betonte Betriebsleiter Bernhard Zysset. Im Zentrum der Überlegungen stehen entweder eine Gesamterneuerung mit gänzlich neuem Betriebskonzept oder Ergänzungsprojekte zum bestehenden Konzept wie «Jungfrau Miniature», «Swisspower» sowie der Bau eines Hotels und einer Event- und Messehalle.

Die Ideen zumindest sind da

Die Ideen werden nun weiterbearbeitet, bis Ende des Sommerbetriebs soll der Startschuss für das Nachfolgeprojekt fallen und die Finanzierungsreife angestrebt werden. Im Moment ist man laut Zysset erst im Stadium der guten Ideen. Die finanzielle Zukunft dieser künftigen Nutzung steht laut Meier denn auch noch «in den Sternen».

Für den 15. Mai ist laut Meier eine kleine, aber feine Eröffnungsparty für die Region mit Wurst und Brot für jedermann angesetzt. Im Gegensatz zu den Betriebsjahren 2003 bis 2006 wird der Innenbereich mit Ausnahme der Pavillons für alle zugänglich sein. Für den Eintritt in die Themenpavillons gibt es neu ein Punktekartensystem. Man bezahlt also pro Erlebnis.

Glücklicher Von Däniken

Seit der Schliessung des Parks im Dezember 2006 hatte es verschiedene Rettungsversuche gegeben, die jedoch allesamt scheiterten, weil sie zu abenteuerlich waren oder keine Investoren gefunden werden konnten.

Erich von Däniken zeigte sich «glücklich, dass man das Wagnis eingeht». Er sei in der Zwischenzeit viel gefragt worden, wann denn der Mystery Park wieder aufgehe. Von Däniken wird mit einer Vortragsreihe über die im Maya-Kalender prophezeite Wiederkehr der Götter am 23. Dezember 2012 Teil des einmaligen Sommerbetriebs 2009 sein. (oku/sda)

Erstellt: 16.04.2009, 16:48 Uhr

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10 Kommentare

Eduard Witschi

16.04.2009, 17:44 Uhr
Melden

Das braucht es nun wirklich nicht mehr. Antworten


Tom Kuhn

16.04.2009, 18:10 Uhr
Melden

Herr von Däniken und Co sollten über die Bücher gehen. Mystery Park ist kein Europa Park. Die Angebote bleiben meist die Gleichen. Nur ein Vergnügungspark lebt von den wiederkehrenden Impressionen. Ein begehbares Bibliothek mit den gleichen Sprüchen? Sowas können sich nicht mal Museen leisten. Das ganze Konzept ist langweilig und es gibt ca. 7 Mio. Einwohner. Wer soll sonst das Ganze finanzieren? Antworten



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