Wirtschaft
NS-Vergangenheit von Schaefflers Familie offengelegt
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 25.02.2009 19 Kommentare
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Gregor Schöllgen, ein Historiker, der sich mit der Vergangenheit des Autozulieferers beschäftigt hat, ging jetzt mit seinen Ergebnissen an die Öffentlichkeit. Er publizierte sie im deutschen Politikmagazin «Cicero», wie verschiedene deutsche Medien berichten. Demnach war Schaeffler während der Nazi-Zeit in der Rüstungsproduktion aktiv und beschäftigte auch Zwangsarbeiter. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte die Erkenntnisse gegenüber «Spiegel Online».
Den Auftrag an den Historiker vergab Maria-Elisabeth Schaeffler selber – allerdings bereits vor einigen Jahren. Dass sie ausgerechnet jetzt, während die Firmenchefin wegen ihrer Bitte um Staatshilfe heftig in der Kritik steht, an die Öffentlichkeit gelangen, dürfte für Schaeffler schmerzhaft sein. Allerdings sah die Patronne keinen anderen Ausweg: Gerüchte im Internet hätten sie dazu gezwungen, liess sie verlauten.
Schaeffler bezieht sich damit wohl auf die Vorwürfe, die Firma hätte menschliche Haare aus dem Lager Auschwitz für ihre Textilproduktion verwendet. Der Historiker erwähnt in seinem Bericht aber explizit, dass dafür keinerlei Beweise vorlägen.
Polnische Zwangsarbeiter beschäftigt
Schöllgen zeigt in seinem Bericht hingegen auf, dass ein Schwager von Maria-Elisabeth Schaeffler 1946 von den Amerikanern verhaftet worden war. Ihm wurde vorgeworfen, in Polen zugunsten von Nazi-Deutschland tätig gewesen zu sein und Polen um ihr Eigentum gebracht zu haben. Ein Gericht weitete den Vorwurf 1949 auf «jüdisches Eigentum» aus. Der Schwager Wilhelm Schaeffler verbrachte vier Jahre in polnischen Gefängnissen und wurde danach freigelassen.
Der Schwager habe gehandelt wie die meisten deutschen Industriellen, hält der Historiker fest. Ausserdem dürfe es als gesichert gelten, dass das Unternehmen sich gegenüber den Zwangsarbeitern korrekt verhalten habe. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.02.2009, 17:23 Uhr
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19 Kommentare
Jahrelang hat diese Familie die "Aristokratie" gespielt. Hinz da, Kunz dort. Nur Popoputzen war noch nicht dabei. Ein Kadermitarbeiter warnte schon vor zwei Jahren vor der Selbstherrlichkeit der gesammten Führungsspitze. Und nun soll der Staat helfen, und wenn alles wieder flott geht beginnt alles von neuem. Antworten
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