Wirtschaft

Novartis startet furios ins neue Geschäftsjahr

Aktualisiert am 20.04.2010

Der Basler Pharmakonzern steigert den Reingewinn im ersten Quartal um satte 49 Prozent. In den USA werden 380 Jobs abgebaut und das Geschäft umgebaut.

Umbau in den USA

Den ausgezeichneten Zahlen im ersten Quartal zum Trotz will Novartis in den USA 383 Vollzeitstellen abbauen. Der Patentablauf des Blutdrucksenkers Diovan und weiterer Medikamente führt dazu, dass das US-Geschäft gestrafft wird. Im US-Geschäft der Pharmadivision würden drei nationale Spezialgeschäftsbereiche geschaffen, die sich auf multiple Sklerose, Atemwegserkrankungen und Neurologie konzentrieren und den bestehenden Onkologiebereich ergänzen sollten, heisst es in der Novartis-Mitteilung vom Dienstag weiter. Ausserdem soll ein vierter Bereich für Medikamente der Allgemeinmedizin entstehen.

Dabei sollen 383 Stellen, insbesondere in Funktionen in der Hauptniederlassung, abgebaut werden. Rund ein Drittel davon soll durch nicht neu besetzte Vakanzen eingespart werden. Ab 2011 rechnet Novartis dadurch mit jährlichen Kosteneinsparungen von rund 56 Mio. Dollar. Zunächst fällt allerdings im zweiten Quartal 2010 ein einmaliger Aufwand von 24 Mio. Dollar an.

Bei Novartis geht es vorwärts: Pharma-Hauptsitz in Basel.

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Im ersten Quartal unter dem neuen Konzernchef Joseph Jimenez ist Novartis (NOVN 49.92 0.89%) vor allem dank starker Nachfrage nach Impfstoffen kräftig gewachsen. Der Umsatz erhöhte sich um ein Viertel auf 12,1 Mrd. Dollar. Der Reingewinn kletterte gar um 49 Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar.

Auch das operative Ergebnis des Pharmakonzerns verbesserte sich um die Hälfte auf 3,5 Mrd. Dollar, wie Novartis am Dienstag mitteilte. Im ersten Quartal 2010 habe das Unternehmen ein starkes Wachstum erzielt, wird CEO Jimenez in der Mitteilung zitiert. Alle Geschäftsbereiche hätten beachtliche Fortschritte vorzuweisen.

Wachstum dank Schweinegrippe

Auffallend sind die hohen Umsätze aus den Lieferverträgen für Grippepandemie-Impfstoffe. Hier wurde ein Umsatz von 1,1 Mrd. Dollar erzielt. Das sind rund 400 Millionen Dollar mehr als noch zu Jahresbeginn von Novartis erwartet worden war.

Das Quartalsergebnis liegt deutlich über den Erwartungen der Analysten. Das Ergebnis wurde als sehr solide bezeichnet. Auch die auf der Kostenseite erzielten Fortschritte werden positiv hervor gehoben. An der Schweizer Börse legten die Novartis-Titel am Morgen um 1,5 Prozent auf 57.25 Franken zu.

Bei Alcon läufts planmässig

Die Übernahme der 77-Prozent-Beteiligung an Alcon soll planmässig in der zweiten Jahreshälfte 2010 abgeschlossen werden. Im Anschluss soll eine Fusion mit Alcon durchgeführt werden, um den verbleibenden 23-Prozent-Anteil zu übernehmen.

Am Angebot an die Alcon-Minderheitsaktionäre von 2,8 Novartis- Aktien für einen Alcon-Titel hielt Jimenez an einer Telefonkonferenz fest. Alcon soll eine neue Wachstumsplattform werden.

Kleinere Zukäufe

Grosse Transaktionen, wie der Alcon-Deal, sind laut Jimenez im laufenden Jahr nicht zu erwarten. Der CEO setzt aber auf Arrondierungsakquisitionen.

Mit einer gezielten Expansion in Schwellenländern will Novartis trotz der anhaltenden Auswirkungen der Finanzkrise in einigen Ländern für bedeutende Zuwächse sorgen, hiess es weiter. Der Nettoumsatz der sechs führenden Schwellenländer sei im ersten Quartal um 38 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar gestiegen. Für das Geschäftsjahr 2010 bestätigte Novartis die Prognosen. Auf Konzernebene wird mit einer Nettoumsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. (cpm/sda)

Erstellt: 20.04.2010, 07:16 Uhr

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