Wirtschaft

Obama hält an Bernanke fest

Aktualisiert am 25.08.2009

US-Präsident Barack Obama hat den Chef der Notenbank, Ben Bernanke, für eine zweite Amtszeit vorgeschlagen.

Hat sich laut Obama in der Krise bewährt: Ben Bernanke.

Hat sich laut Obama in der Krise bewährt: Ben Bernanke. (Bild: Keystone)

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Bernanke ist seit gut dreieinhalb Jahren Chef der Fed. Er war vom damaligen Präsidenten George W. Bush als Nachfolger von Alan Greenspan nominiert und im Februar 2006 vereidigt worden. Obama lobte Bernankes Vorgehen in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Der 55-Jährige habe sich der Krise mit «mutiger Tatkraft und ungewöhnlichen Ideen» entgegen gestellt und den Schaden so begrenzen helfen, sagte Obama, der zurzeit Ferien auf Martha's Vineyard in Massachusetts macht, in Anwesenheit Bernankes. Die USA seien aber noch «weit entfernt» von einer vollständigen wirtschaftlichen Erholung. Der Senat muss der Nominierung noch zustimmen.

Beim Ausbruch der Krise wirkte der heute 55-Jährige allerdings fast genauso geschockt wie das Finanzsystem selbst - Bernanke, der sich einst wissenschaftlich mit der «Great Depression» von 1929 und den folgenden Jahren beschäftigt hatte, unterschätzte den Ernst der Lage zu Beginn. Die beinahe unvorstellbaren Summen, die er dann zur Stabilisierung bereitstellte, machten vielen Menschen noch mehr Angst. Nun hat sich die Lage gebessert - und damit Bernankes Standing.

Stolze wissenschaftliche Karriere

Zwar sagen Bernankes Kritiker, er habe mit seinen Stabilisierungsmassnahmen überzogen. Ausserdem werfen sie dem 55-Jährigen eine Politisierung der Fed vor. Bernankes Befürworter aber argumentieren, ohne ihn wäre es noch viel schlimmer gekommen. Ungewöhnliche Situationen verlangten auch ungewöhnliche Mittel, sagte der Fed-Chef dazu unlängst.

Bernanke ist seit gut dreieinhalb Jahren Chef der Fed; er war vom damaligen Präsidenten George W. Bush als Nachfolger von Alan Greenspan nominiert und im Februar 2006 vereidigt worden. Zuvor war er Vorsitzender von Bushs wirtschaftlichem Beraterstab und sass fast drei Jahre lang im Aufsichtsrat der Fed. Auch eine stolze wissenschaftliche Karriere kann Bernanke vorweisen: Studium an der Harvard Universität, Promotion in Wirtschaftswissenschaften am Massachusetts Institut of Technology und schliesslich Professor an der Princeton University.

Noch einiges zu tun

Um ein Zeichen der Kontinuität zu setzen, will Obama Bernanke nun im Amt lassen und verzichtet darauf, einen eigenen Kandidaten an der Spitze der Federal Reserve zu installieren. Für Bernanke gibt es dort auch noch Einiges zu tun: Die Arbeitslosenquote von derzeit 9,4 Prozent könnte bis zum Jahresende in den zweistelligen Bereich steigen. Die heikelste Aufgabe Bernankes aber wird sein, das Nothilfe-Programm der Fed zu einem geeigneten Zeitpunkt auslaufen zu lassen, ohne der Wirtschaft zu schaden. (mbr/cpm/sda)

Erstellt: 25.08.2009, 15:22 Uhr

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