Wirtschaft

Orange setzt trotz mehr Kunden weniger um

Aktualisiert am 22.02.2012 1 Kommentar

Orange Schweiz hat 2011 3,6 Prozent weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr. Dies, obwohl der Mobilfunkanbieter ein Plus von 42'800 Kunden verzeichnet.

Orange hat 1,614 Millionen Kunden: Orange-Stand in einer Mobile-Zone-Filiale am Zürcher Bellevue.

Orange hat 1,614 Millionen Kunden: Orange-Stand in einer Mobile-Zone-Filiale am Zürcher Bellevue.
Bild: Keystone

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Der Mobilfunkanbieter Orange Schweiz hat im vergangenen Jahr mit 1,25 Milliarden Franken 3,6 Prozent weniger Umsatz hereingeholt als 2010. Den Rückgang erklärte die Noch-Tochter von France Télécom mit tieferen Mobilterminierungsgebühren.

Darunter versteht man Gebühren, die sich Telecomunternehmen für die Durchleitung der Anrufe auf das Handynetz gegenseitig verrechnen. Swisscom hat die Mobilterminierungsgebühren eigenmächtig gesenkt, die Konkurrenten Sunrise und Orange mussten nachziehen. Ansonsten hätte die Wettbewerbskommission (Weko) die Gebühren gesenkt.

Die Zahl der Kunden ist indessen gestiegen, wie Orange am Mittwoch bekannt gab: 1,614 Millionen Menschen telefonierten mit Orange, das sind 2,7 Prozent oder 42'800 Kunden mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Nutzer von Handys der dritten Generation stieg ebenfalls weiter. Mittlerweile sind es 730'000 Orange-Kunden, die mit diesem Mobilfunkstandard telefonieren. Dies entspricht einem Zuwachs von 87'600 Kunden oder 14 Prozent. Von den Kunden, die ein Abo haben (63 Prozent), besitzen fast zwei Drittel ein Smartphone.

Mutter verliert Umsatz

Orange Schweiz befindet sich derzeit noch im Besitz von France Télécom, welche die Tochter nach einer gescheiterten Fusion mit dem lokalen Konkurrenten Sunrise nun an die britischen Finanzinvestoren Apax Partners verkauft.

Die zunehmende Konkurrenz auf dem Heimatmarkt und die politischen Unruhen in Nordafrika haben der Noch-Konzernmutter im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Der Betriebsgewinn fiel um 4,8 Prozent auf 15,08 Milliarden Euro.

Der Umsatz sank auf vergleichbarer Basis um 1,6 Prozent auf 45,28 Milliarden Euro und damit im Rahmen der Erwartungen. Die politischen Umwälzungen hätten vor allem die Gesellschaften in Ägypten und der Elfenbeinküste belastet, berichtete der Konzern in Paris.

AAA-Verlust schmerzt

Vor allem der erst Mitte Januar gestartete neue Rivale Iliad lässt den französischen Marktführer erzittern. Seit der Breitbandspezialist mit Billigangeboten Mobilfunkkunden umwerbe, habe France Télécom bereits mehr als 200'000 Kunden verloren, sagte Finanzchef Gervais Pellissier.

Zudem habe die europäische Schuldenkrise die Kreditkosten erhöht und den Ausblick eingetrübt. «Frankreich hat seine Bonitätsbewertung AAA verloren, und das belastet indirekt auch uns», sagte Pellissier. (kpn/wid/sda)

Erstellt: 22.02.2012, 15:52 Uhr

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1 Kommentar

Andreas Fink

22.02.2012, 15:50 Uhr
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Die wissen schon, warum sie den Umsatz (geringere Terminierungsgebühren auf der Ertragsseite) beklagen , der auch tiefere Terminierungsgebühren auf der Aufwandseite bedeutet, also reine geringere Geldflüsse auf beiden Seiten.Sehr Interessant wäre die Auslastung der technischen und personellen Einrichtungen und Ressourcen, Rentabilität und dergleichen. Antworten



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