Wirtschaft

Orell Füsslis Kampf mit den Banknoten

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 13.12.2011

Dem Vernehmen nach verleiden Lieferschwierigkeiten beim Papier dem Schweizer Traditionsunternehmen das Geschäft mit den Banknoten. Neue Aufträge aus Lateinamerika, Asien und Afrika sollen das wettmachen.

Die hohe Inflation in einzelnen Ländern Afrikas beflügelt die regelmässige Neuauflage von Banknoten: Eine Frau hält Zehn-Billionen-Dollar-Noten in der Lokalwährung Zimbabwes in den Händen.

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Bild: Keystone

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Bislang verlief das Geschäftsjahr für den Buchhandelskonzern Orell Füssli wenig rühmlich. Das geht so weit, dass das Unternehmen am Dienstag kurz vor Ende des laufenden Geschäftsjahres 2011 eine Gewinnwarnung herausgeben musste. Orell-Füssli-Chef Michel Kunz geht von einem Ergebnis «deutlich unter dem Vorjahr aus». Im Jahr 2010 hat das Schweizer Traditionsunternehmen 317,7 Millionen Franken umgesetzt und 10,6 Millionen Franken Gewinn gemacht.

Das Unternehmen ist in drei Divisionen aufgeteilt: Die Herstellung von Banknoten, den Buchhandel und die digitale Kodierung und Beschriftung von Identitäts- und Bezahlkarten. Kunz begründet das schlechtere Ergebnis in diesem Jahr mit Lieferschwierigkeiten bei einem der Zulieferer für die Banknotenproduktion. An den Farblieferungen liegt es nicht, das schliesst Kunz aus. Dem Vernehmen nach konnte der Papierlieferant die Bestellungen nicht ordnungsgemäss abwickeln. Kunz will das weder bestätigen noch dementieren. Die Banknotenherstellung sei ein sensibler Bereich mit hohen sicherheitstechnischen Anforderungen. Das gelte auch für die Informationspolitik.

Scheine für Afrika

Der Orell-Füssli-Chef will sich nunmehr ganz auf das neue Jahr konzentrieren. «Wir werden im Vergleich zu diesem Jahr eine wesentliche Steigerung im Jahr 2012 machen. Wir wollen einerseits den Rückgang in diesem Jahr kompensieren und darüber hinaus die Zahlen von 2010 übertreffen», sagt Geschäftsführer Michel Kunz. Gelingen soll das durch mehr Aufträge aus dem Ausland. «Im Banknotendruck konnten wir neue Kunden in Lateinamerika , Asien und Afrika akquirieren. Um die Aufträge abzuarbeiten, sind wir im November im Vierschichtbetrieb gelaufen», sagt Kunz.

Pro Auftrag werden im Schnitt 75'000 Banknoten produziert. Pro Schein setzt das Unternehmen durchschnittlich 50 Rappen um. Die Aufträge aus Afrika und Lateinamerika könnten so gut zehn Millionen Franken bringen, wenn das mit der Produktion problemlos klappt.

Online-Shop wird ausgebaut

Die Banknotenproduktion ist aber nur ein Umsatzträger von dreien. Auch im Buchhandel und in der digitalen Sicherheitstechnik will Orell Füssli wachsen. «Besonders die angestammten Filialen des Buchhändlers haben Absatzschwierigkeiten. Die Konkurrenz der deutschen Buchhandelskette Thalia und des Onlinehändlers Amazon ist gross», sagt Aktienanalystin Claudia Lenz von der Bank Vontobel. Deshalb hat Kunz in diesem Jahr das Portal des Online-Buch-Discounters Story World weiter ausgebaut, um nicht noch mehr Terrain an die beiden Tiefpreisanbieter zu verlieren. Auch das Buchangebot in den Geschäften soll angepasst werden. Das betrifft inbesonder die Logistik und das Bestellwesen. «Unsere Internet-Mehrkanalstrategie wird aber erst im nächsten Jahr ergebniswirksam», so Kunz.

In der dritten Sparte, der digitalen Sicherheitstechnik, hat Orell Füssli im ersten Halbjahr einen zweistelligen Umsatzzuwachs verzeichnet. Dieser Kurs soll fortgesetzt werden, indem das Unternehmen mit dem grössten Maschinenbauer der Sicherheitsdruck-Branche, KBA Notaysys, eine strategische Partnerschaft eingeht. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.12.2011, 18:23 Uhr

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