Wirtschaft
Ospels neu im Immobiliengeschäft
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 11.06.2010 22 Kommentare
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Vor dem traditionsreichen Basler Restaurant Schnabel trinken die hartgesottensten Fasnächtler jeweils nach dem Ändstraich, dem offiziellen Ende der Basler Fasnacht am Mittwochmorgen, in den Donnerstag hinein. Marcel Ospels Fasnachtsclique, die Revoluzzer, hat im Restaurant Schnabel ihren Stammtisch, ebenso wie einige andere der grössten Fasnachtsformationen.
Wermutstropfen für die Basler
Per 1. Juni hat Marcel Ospel die Liegenschaft Trillengässlein 2 am Spalenberg verkauft. Neue Besitzerin ist die Sitex Properties AG. Das Lokal bleibt trotzdem in der Familie. Als Verwaltungsratspräsidentin der Sitex ist am 22. April 2010 Adriana Ospel-Bodmer eingesetzt worden, Ehefrau des ehemaligen UBS-Verwaltungsratspräsidenten. Adriana Ospel bestätigt entsprechende Recherchen. Wermutstropfen für die Basler: Das Schicksal ihres Traditionslokals, das von 1945 bis 2000 der Basler Brauerei Warteck und seither Marcel Ospel gehörte, wird nun zu drei Vierteln von der Region Zürich aus bestimmt. Neben der Urzürcherin Adriana Ospel sitzen ein in Zürich wohnhafter Deutscher und ein Winterthurer im Verwaltungsrat. Einziger Basler im Verwaltungsrat ist der Immobilien-Magnat Urs Gribi, der mit Gribi-Theurillat bereits eine der grössten Immobilienfirmen der Region kontrolliert. Gribi ist Chef der Sitex.
Gribi hatte im Jahr 1998 den Zweig Immobilienverwaltung der viel grösseren Theurillat Immobilien geschluckt und zu Gribi-Theurillat fusioniert. Die Liegenschaften der Theurillat hat Gribi nicht übernommen. Besitzer Marc C. Theurillat hat diese stattdessen in der neu gegründeten Klingentalpark AG organisiert. Nun, zwölf Jahre später, hat Gribi auch diesen Teil der alten Konkurrentin Theurillat geschluckt: Sitex ist die Nachfolgegesellschaft der Klingentalpark.
Schnabel schon lange im Visier
Obwohl Gribis Übernahme-Coup und die Einsetzung von Adriana Ospel als VR-Präsidentin mit dem Erwerb von Marcel Ospels Schnabel zeitlich eng zusammenfallen, habe das eine mit dem anderen nichts zu tun, sagt Gribi. «Adriana Ospel berät den Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft sehr kompetent, darum habe ich sie geholt», sagt Gribi.
Den Schnabel habe er schon lange im Auge gehabt: «Ich feierte letztes Jahr in diesem Lokal das Weihnachtsessen mit meiner Firma, und es hat mir einfach sehr gut gefallen.» In der Vergangenheit war nicht nur Gribi bei Ospel essen. Umgekehrt war Ospel gern gesehener Gast an Gribis alljährlichem Charity-Anlass, der Jahresend-Metzgete.
Geplanter Börsengang
Gribi hält die Zusammensetzung des Aktionariats der Sitex unter Verschluss. Der einzige namentlich bekannte Aktionär ist Ospel, der vorerst wohl zu einem guten Teil an Sitex beteiligt sein dürfte. Er hat Aktien der Sitex in Höhe des Kaufpreises für den Schnabel erhalten. Ein Freundschaftspreis sei das nicht gewesen. «Selbstverständlich ist ein Marktpreis bezahlt worden. Es wurde ein Gutachten eines renommierten Schätzers zugrunde gelegt», sagt Adriana Ospel. Der Marktwert beträgt laut Gribi knapp über vier Millionen Franken.
Gribi und die Ospels haben mit der Sitex AG grosse Pläne. Innerhalb von zwei Jahren wollen sie ein Immobilien-Portefeuille von 100 Millionen zusammenkaufen und dann einen Börsengang starten. Seit Ende April haben sie bereits weitere Käufe für 60 Millionen Franken «getätigt oder pendent», wie Gribi sagt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.06.2010, 06:16 Uhr
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22 Kommentare
Was ist das eigentlich hier für eine Geisterdiskussion? Ein Kommentar ist schlimmer als der andere. Völlig nichtsagend. Der typisch schweizerische Schenkelklopferhumor ist grauenhaft. Das Thema ist ja auch danach gewählt. Wie schon von Hr. Kuhn richtig festgestellt. Das Thema interessiert jetzt wirklich nur am Rande. Geht doch lieber noch vor dem Gewitter mit dem Hund spazieren. Antworten
Marcel Ospels Intuition muss sehr viel Böses erahnen, ansonsten würde er nicht - wie heisst es im strafrechtlichen Sinne so schön - "Vermögenswerte beiseite schaffen, um sie vor dem Zugriff der Gläuber zu schützen". Zur Zeit wird so viel auf ihn herumgehackt, er muss froh sein, wenn er das Ganze psychisch durchsteht. - Irgendwie tut er mir fast leid. Antworten
Ospels neu im Immobiliengeschäft? Zumindest Marcel Ospel hat doch reichlich Erfahrung mit Immobilien, wenn auch in den USA. Und mit deren Wertsteigerung, die sich in den Jahren 2007 und 2008 in den UBS Büchern bekanntlich mit insgesamt ca. 40 Milliarden Franken niederschlug -- leider mit negativem Vorzeichen. Can you say "subprime"? I knew you could! Antworten
@ Studer Urs- Herzlich gelacht! Wo haben Sie denn das gehört? Alles gratis für die in Not geratenen Banker, sehr sozial gedacht für einen "ehrlichen" Banker, welcher die UBS an die Wand gefahren hat. Aber weswegen die Gitter an den Fenstern? Vermögen haben diese "notleidenden" arbeitslosen Banker doch nicht, weshalb also dann diese Gitter? Personenschutz? Oder suchen Sie Aufträge? Antworten
Ich finde es schade, dass immer alle auf diesem M. Ospel herum hacken, Der Mann hat sein Geld mit harter Arbeit ehrlich verdient und beweisst nun, dass er seine Sozialkompetenz erweitert und für die vielen Arbeitslosen Bänker gratis Wohnungen zur Verfügung stellt. Wenn dann noch der Schlosser kommt und die Gitter vor den Fenstern montiert sind wir alle Glücklich und so soll es sein. Bravo Marcel Antworten
Bei diesem Verkauf geht es um das Privatvermögen, welches Herr Ospel jetzt durch den Verkauft an seine Ehefrau eigentlich vor dem Zugriff der Behörde rettet, wahrscheinlich vermutet er eine Klage. Im Jahre 2002 hat er aber mit seiner Entscheidung Arbeitsplätze bei der SWISSAIR nicht gerettet, sondern gegroundet. Die Weichen stellte die SVP schon 1992 bei der EWR Abstimmung. Alles Zufall? Antworten
@Tom Kuhn Und was ist mit den UBS Schrottpapieren aus den USA, in zweistelliger Milliardenhöhe, die immer noch in den Tresoren der Nationalbank lagern? Gehören die auch den Aktionären oder halt doch den Steuerzahlern? Ohne dieses "Entgegenkomen" bzw, die Rettungsaktion durch den Staat, sprich die Steuerzahler, wäre die UBS untergegangen und mit ihr die Schweizer Volkswirtschaft! Antworten
@E. Wisler: Sorry, das Geld gehört nicht dem Schweizer Volk sondern den Aktionären. Die Eidgenossenschaft hat zwar die UBS gerettet, im Gegenzug hat sie Mia. CHF innert kurzer Zeit als "Zins" erhalten. Bitte nicht verwechseln!! Die Bank hätte Strafanzeige erstatten sollen. Wieso wurde sowas nicht an der GV traktandiert sondern sogar die Entlastung der Geschäftsleitung angestrebt? Unglaublich!! Antworten
Sogar ein Versager darf denken und tun was er will. Wer mit diesem Mann Geschäfte macht, tut dies aus eigenem Willen, niemand motiviert ihn dazu höchstens seine eigene Gier und Raffsucht. Geht es wieder in die Hose, hat niemand einen Grund zum Klagen und Jammern. Selbst mit einer Anklage hätte niemand eine Chance, wie Figura zeigt. So einfach ist es. Antworten
Das wahrlich nicht verdiente Geld bei der UBS muss ja möglichst schnell wieder verlocht werden. Diese Menschen wissen ja sicherlich, dass diese Beträge eigentlich dem Schweizervolk gehören. Die ganze Angelegenheit stinkt zum Himmel und solche Machenschaften werden von vielen Volksvertretern in den Räten noch unterstützt. "Söihäfeli, Söideckeli"! Antworten
und was sagt uns dies? der immobilienmarkt in der schweiz ist noch nicht überhitzt, aber bald am überhitzen, sonst müsste die firma nicht bald an die börser. drum jetzt keine zusätzlichen häuser durch die stadt kaufen (zürich) und keine haussparförderungsprogramme aufgleisen. ich weiss, gemacht wird es trotzdem und gerade darum Antworten
Bleibt die Frage: Wen interessieren eigentlich solche Dinge. Ist es wichtig, ob ein Zürcher in Basel Immobilien besitzt und ein Basler in Zürich? Ist die Schweiz denn soooo gross (Gross der Trainer ist übrigens Zürcher). Dass M. Ospel eine starke Beziehung zu Basel hat, ist auch hinreichend bekannt. So what? Antworten
Danke für den Artikel. Ospel kann das Spekulieren nicht lassen, vielleicht weil er nichts anderes kann? Schon fast dreist finde ich, dass Ospel die ergau-äh verdienten? UBS Dollars nun in Häuser investiert. Schuldeinsicht scheint er nicht zu haben. Nochwas. Trotz Guillotine und diversen Revolutionen scheint der Feudalismus weiterzubestehen. Zu Herliberg als Köng, oder zu Basel als Taigfürsten. Antworten









Daniel Jaggi
Ich finde es gut, dass Herr Ospel selber zum Unternehmer wird. Bei der Bank war er ja bloss ein Manager, der auf hundert andere Meinungen hören musste. Ihn für den ganzen Schlamassel der UBS verantwortlich zu machen ist nicht richtig. Schliesslich sind wir alle anfällig für Gier. Antworten