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Pilatus verkauft Katar 24 Trainingsflugzeuge
Aktualisiert am 23.07.2012 26 Kommentare
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Der Stanser Flugzeugbauer Pilatus hat sich einen weiteren Grossauftrag gesichert: Die Luftwaffe von Katar hat einen Vertrag für ein komplettes PC-21-Trainingssystem unterzeichnet. Der Auftrag im Wert von über 600 Millionen Franken umfasst unter anderem 24 PC-21 Trainingsflugzeuge.
Dazu gehören auch Simulatoren sowie eine umfassende Logistik- und Unterhaltsunterstützung, wie Pilatus mitteilt. Die katarische Luftwaffe habe sich nach einer «äusserst detaillierten und anspruchsvollen Evaluation», die in der Schweiz und in Katar stattfand, für das PC-21 Trainingssystem entschieden.
400 neue Arbeitsplätze
Die PC-21 werden für das Training angehender Militärpiloten auf der neu erstellten Luftwaffenakademie in Katar eingesetzt. Die Auslieferung der Flugzeuge ist ab Mitte 2014 vorgesehen, das Training soll Mitte 2015 starten. Pilatus unterstützt die Flugoperationen vor Ort.
Der Auftrag mit der «Qatar Emiri Air Force» im Wert von über 600 Millionen Franken und die anderen Grossaufträge, welche Pilatus in diesem Jahr gewinnen konnten, würden dem Unternehmen volle Auslastung über die nächsten Jahre sichern, heisst es weiter. Pilatus plant, rund 400 neue Arbeitsplätze in der Schweiz zu schaffen.
Im Mai dieses Jahres verkaufte Pilatus 75 PC-7 MkII an Indien. Einen Tag später unterzeichnete der Flugzeugbauer den grössten Auftrag in seiner Geschichte: Er verkauft Saudi Arabien 55 PC-21.
Kritik von der GSoA
Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) reagierte prompt. Sie fordert in einer Mitteilung, dass «das Pulverfass im arabischen Raum» nicht weiter mit Rüstungsgütern aus der Schweiz aufgeheizt werde.
Die «anhaltenden, schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in Katar» und die Unterdrückung jeglicher Opposition würden nahe legen, dass einmal an das Land gelieferte Rüstungsgüter jederzeit auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden könnten, heisst es.
Für den GSoA-Sekretär Stefan Dietiker ist klar: «Militärische Trainingsflugzeuge können problemlos bewaffnet werden und dienen der Ausbildung von Kampfflugzeug- und Bomberpiloten.» Es sei ein Skandal, dass die Schweiz als einziges Land in Westeuropa militärische Trainingsflugzeuge nicht dem Kriegsmaterialgesetz unterstelle, wird Dietiker weiter zitiert. (ses/sda)
Erstellt: 23.07.2012, 12:23 Uhr
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