Wirtschaft

Pleiten, Pech und Pannen beim SRF

Von Christian Lüscher. Aktualisiert am 16.08.2012 115 Kommentare

Das Schweizer Radio und Fernsehen fällt mit einer Pannenserie auf. Auch die Qualität der Informationssendungen ist teilweise mangelhaft. Eine Übersicht.

Von Tonausfall betroffen: «10vor10»-Moderator Stephan Klapproth konnte am Dienstag mit 13-minütiger Verspätung auf Sendung. 
Bild: Screenshot, SRF

Von Tonausfall betroffen: «10vor10»-Moderator Stephan Klapproth konnte am Dienstag mit 13-minütiger Verspätung auf Sendung. Bild: Screenshot, SRF

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Die Verantwortlichen von Schweizer Radio und Fernsehen rühmen sich gern und immer wieder mit der Qualität ihrer Sendungen. Man verweist in Interviews regelmässig auf die publizistische Substanz, die Vielfalt und die Qualität der Programme und schiebt in einem Nebensatz noch an, dass man beim Programmpersonal, der wertvollsten Ressource, nicht spart.

Doch in den letzten Monaten macht SRF eine schlechte Falle. Die Fehlerquote von Schweizer Radio und Fernsehen hat sich auffallend stark erhöht. In den letzten Tagen sorgten gleich mehrere Pannen für Aufsehen. Jüngstes Beispiel: Während etwa zehn Minuten fehlte am Dienstagabend beim «Donna Leon»-Krimi der Ton. Wer sich später kurz noch «10vor10» ansehen wollte, musste erneut warten. Die Sendung begann erst um 22.03 Uhr. Am Sonntag beendete SRF die Übertragung der Olympia-Abschlussfeier zu früh, bevor sie wirklich zu Ende war (baz.ch/Newsnet berichtete).

Falsche Einblender, technische Probleme

Die Fehlerquote des gebührenfinanzierten Medienunternehmens ist auf technischer und auf journalistischer Ebene hoch. Auf technischer Seite sei hier das illegale Zeigen von Werbung auf dem Videoportal im Internet zu erwähnen (baz.ch/Newsnet berichtete). Aber auch unkorrekte Einspieler oder falsch platzierte Berichte sorgen immer wieder für Irritationen. In einer C&A-Werbung beispielsweise war einst der ominöse Einblender «19.00 hjkhjk» zu sehen. Auch Tonprobleme sind keine Seltenheit. Während des Länderspiels Schweiz - Argentinien Anfang Jahr bewegten sich nur die Lippen der Moderatoren. Solche Pannen kommen bei den Zuschauern schlecht an. Knapp ein Fünftel der 171 Reklamationen betraf allgemeine Einwände und technische Probleme, wie der jüngste Bericht der Ombudsstelle der SRG bilanziert.

Aber auch auf der journalistischen Ebene unterlaufen in der jüngsten Vergangenheit auffallend viele Fehlleistungen. So wurden in der «Tagesschau»-Hauptausgabe Youtube-Filme ungenügend deklariert oder Einblender und Bildunterschriften falsch beschriftet. Weitere Beispiele: Moderatorin Christine Maier hiess für Sekunden auch schon «Rechtsanwalt Luca Bocchiotti». Aus dem damaligen Neuenburger Kantonsrat Yvan Perrin wurde flugs ein Waadtländer. «Schweiz aktuell» nannte den Oberalp auch schon «Operalp». In der Sendung «3 auf zwei» (SF 2) hiess Moderator Mario Torriani ganz plötzlich Sven Epiney. Die Liste liesse sich weiterführen. Dokumentiert werden solche Fehler vom Fernsehmagazin «Tele» in der Rubrik «Plusminus».

Fehler im HD-Zentrum

Was die jüngsten Pannen betrifft, so hat das Schweizer Radio und Fernsehen mit der neuen HD-Technik zu kämpfen. Wie Sprecherin Andrea Hemmi gegenüber baz.ch/Newsnet sagt, sei es im neuen HD-Zentrum zu einem Hardware-Defekt gekommen. Dieser habe zum Ausfall des Tones im Krimi «Donna Leon» geführt. Weil ein Teil des unterbrochenen Krimis nachgeholt wurde, ging «10vor10» erst verspätet auf Sendung. «Der Wechsel auf HD-Fernsehen ist ein Quantensprung», sagt die Leiterin der Unternehmenskommunikation. Fehler zu lokalisieren sei komplizierter und nehme mehr Zeit in Anspruch. «Wir wollen unserem Publikum einen einwandfreien Service bieten, deshalb bedauern wir den gestrigen Ausfall sehr und entschuldigen uns dafür», so Hemmi. Zur hohen Fehlerquote der Informationsredaktionen äussert sich Chefredaktor Diego Yanez in einem Artikel auf baz.ch/Newsnet, der am Donnerstag erscheinen wird. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.08.2012, 14:33 Uhr

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115 Kommentare

Eva Maria Brugger

15.08.2012, 14:37 Uhr
Melden 306 Empfehlung 0

Wenn man sich nicht im Wettbewerb behaupten muss, sondern ein Staatsbetrieb ist, bei dem die Finanzierung per Dekret gesichert ist, dann sinkt halt die Qualität. Pannen sind nur die logische Folge davon; etwas anderes habe ich nicht erwaret. Antworten


Edith Lanz

15.08.2012, 14:47 Uhr
Melden 249 Empfehlung 0

Und für diese Fehlleistung von Pleiten und Pannen muss noch kräftig bezahlt werden!
Mit Pech hat das ganze überhaupt nicht's zu tun!
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