Roche greift zum Rotstift

Aktualisiert am 03.09.2010 6 Kommentare

Das Pharmaunternehmen Roche muss zwar weltweit herbe Rückschläge bei der Zulassung von Medikamenten einstecken. Finanziell läuft es aber gut. Trotzdem will der Konzern nun Stellen abbauen.

Lässt die Katze erst ende Jahr aus dem Sack: Der Basler Chemiekonzern Roche.

Lässt die Katze erst ende Jahr aus dem Sack: Der Basler Chemiekonzern Roche.
Bild: Keystone

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Wegen der gekürzten Gesundheitsbudgets vor allem in den USA und in Europa sowie Rückschlägen bei der Zulassung von Medikamenten greift der Basler Pharma- und Diagnostikkonzern Roche (ROG 152.4 0.26%) zum Rotstift. Wie viele Stellen er streicht, gibt er bis Ende Jahr bekannt.

Die Kostenträger im Gesundheitswesen investierten ihre knapper werdenden Ressourcen vermehrt in Therapien und Diagnosemethoden mit dem grössten medizinischen Nutzen, begründet Roche am Freitagmorgen das Sparprogramm. Der Kostendruck habe zur Folge, dass der Konzern die Prozesse zur Anpassung der Kostenstruktur und zur Produktivitätsverbesserung beschleunigen müsse.

«Richtige Prioritäten setzen»

Die Initiative «Operational Excellence» sei indessen nicht nur eine Kostensenkungsmassnahme, teilte Roche weiter mit. Es gehe auch darum, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Alle Unternehmenseinheiten von Roche überprüfen nun in den kommenden Monaten ihre Strukturen und Prozesse. Zu internen Vorgaben für diese Analyse wollte Konzernsprecher Alexander Klauser auf Anfrage keine Angaben machen. Die aus dieser Analyse folgenden Massnahmen sollen 2011 und 2012 umgesetzt werden. Wie das konkret aussieht und welche Auswirkungen es auf den Stellenbestand hat, will Roche vor Ende des laufenden Jahres bekannt geben.

Fokussierung auf Innovation

Wie das Communiqué Konzernchef Severin Schwan zitiert, startet Roche die Initiative aus einer Position der Stärke. Anders als bei vielen Konkurrenten liefen bei Roche nur wenige Patente ab. Zudem verfüge das Unternehmen trotz Rückschlägen in den vergangenen Monaten über eine starke Pipeline in Forschung und Entwicklung.

Die Ressourcen würden auf Investitionen in Innovationen fokussiert, die dem langfristigen Erfolg dienen. Den Ausblick für das Gesamtjahr 2010 bestätigte Schwan.

Roche musste jüngst einige Rückschläge bei der Zulassung von Medikamenten hinnehmen, was sich auf den Börsenkurs der Firma durchschlug. So empfahl in den USA der Beratungssausschusses der Nahrungs- und Medikamentenaufsicht FDA, die Zulassung von Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs zurückzuziehen. Falls die FDA der Empfehlung bis am 17. September folgt, droht Roche ein Umsatzverlust von 600 Millionen.

Rückschlag in Grossbritannien

Einen weiteren Rückschlag musste Roche in Grossbritannien hinnehmen. Die britische Gesundheitsbehörde NICE hat Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs weiterhin als zu teuer abgelehnt - trotz eines neuen Preisvorschlags von Seiten des Pharmakonzerns. Der Entscheid ist anfechtbar.

Avastin ist der Umsatzrenner bei Roche. Das Krebsmedikament brachten es im ersten Semester auf 3,4 Milliarden Franken. Auf die Onkologie entfielen in den ersten sechs Monaten 57 Prozent des Pharmaumsatzes von 19,4 Milliarden Franken. Der Gesamtumsatz stieg um 3 Prozent auf 24,6 Milliarden Franken.

Ihren Konzerngewinn konnten die Basler gegenüber dem Vorjahressemester um satte 37 Prozent auf 5,6 Milliarden Franken steigern. Das Unternehmen beschäftigt in der Schweiz rund 10'000 Angestellte. Weltweit sind es 80'000. (mrs/sda)

Erstellt: 03.09.2010, 09:43 Uhr

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6 Kommentare

Markus F. Baumgartner

03.09.2010, 10:18 Uhr
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Liebe Roche, bitte keine Leute entlassen, die können doch bei dem "Grosskotzbau" in Basel beim Bauen mithelfen! (Tzzz tzzz tzzz, Leute entlassen und grosskotzig bauen !!) Antworten


alex gressin

03.09.2010, 11:08 Uhr
Melden

...und zum glück... navigiert der konzern seit jahren mit sehr guten gewinne in die pharmawelt....... geld ist halt nie genug...... Antworten



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