Wirtschaft
Roche streicht Gratis-Parkplätze für Mitarbeitende
Aktualisiert am 05.08.2010 21 Kommentare
Gratisparklätze für Roche-Mitarbeitende in Basel und Kaiseraugst gehören bald der Vergangenheit an. Dies sieht das neue Mobilitätskonzept vor, dessen Eckwerte Roche (ROG 162.3 -0.73%) am Donnerstag vorstellte. Erstellen musste der Konzern das Konzept auf Geheiss der Basler Regierung im Hinblick auf den geplanten 175 m hohen Büroturm, in dem das Unternehmen ab 2015 rund 1900 über die ganze Stadt Basel verteilte Arbeitsplätze konzentrieren will.
Derzeit verfügt Roche auf seinem Areal in Basel rund 2000 Parkplätze, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Sie werden jenen Mitarbeitenden kostenlos zur Verfügung gestellt, deren Arbeitsweg mindestens zehn Kilometer beträgt. In Kaiseraugst verfügt Roche über weitere 1000 Parkplätze.
Künftig 480 Franken im Jahr
Bereits ab Januar 2011 soll mit den Gratis-Parkplätzen Schluss sein. Mitarbeitende, die mit dem öffentlichen Verkehr von Haustür zu Haustür länger als 45 Minuten unterwegs sind, haben zwar auch in Zukunft Anspruch auf einen Parkplatz, müssen für diesen jedoch pro Jahr 480 Franken zahlen.
Keinen Anspruch auf einen Parkplatz haben indes jene, die mit dem ÖV zwar länger als 45 Minuten unterwegs sind, mit diesem aber gleich schnell oder gar schneller am Arbeitsplatz sind als mit dem Auto. Wer ohne Parkplatz auskommt, erhält einen jährlichen Mobilitätsbonus von 480 Franken.
Das neue Mobilitätskonzept gilt laut der Sprecherin für rund 8000 Mitarbeitende in Basel und Kaiseraugst. Beim Konzern geht man davon aus, dass davon maximal 40 Prozent einen Parkplatz brauchen. Wie viele zusätzliche Parkplätze es für den neuen Büroturm braucht, lässt sich laut dem Konzern noch nicht sagen. Das neue Konzept soll jedoch die Nachfrage nach diesen senken. (amu/sda/)
Erstellt: 05.08.2010, 19:05 Uhr
WRITE A COMMENT
21 Kommentare
gute Idee, ich fahre hier jeden Tag 60km ins Geschaeft und wuerde noch so gerne das Auto ( saeufft Benzin fuer $ 1.11 pro liter ) zuhause lassen, wenn wir nur ein halb so gut ausgebautes oeffentliches Verkehrsmittelnetz haetten wie ihr in Basel ...... Antworten
@Hausi Wenger: Sie meinen, dass Roche den ÖV fördern will. Ich bin der Meinung sie verdiene mit Pharmazeutica. Von Roche könnte man erwarten, dass er dort baut, wo er Parkraum anbieten kann. Weniger potenten Steuerzahlern würde man das zur Bedingung machen. Warum nicht ein Roche-Pendeldienst? Roche wird Mitarbeiter verlieren. PW-Fahrer haben ein anderes Beziehungsnetz als Velofahrer. Alles klar? Antworten
@ Reto La Roche: "Machtworte" einer Regierung sind einer Demokratie unwürdig. Und jenen, die sich wundern, dass im Wettsteinquartier viele Pendler parkieren, sei mitgeteilt, dass gerade aus den Dörfern des Elsass am frühen Morgen die ÖV-Verbindungen "mager" sind. Am Abend gehen übrigens sehr viele nicht direkt nachhause ins Heiabettchen; auch das ein Grund, sein Auto dabei haben zu wollen. Antworten
@ Josef Jorda: das stimmt wirklich, und das ganze ohne Mobilitätskonzept, dieWekleitung hat jedem der den Parkplatz freiwillig abgegeben hat ein Velo geschenkt (war auch dabei). @ Tim Keller leider haben sie recht, auch bei Ciba-Geigy betraf dies nur das Fussvolk inklusive unteres Kader. Wird bei Roche nicht anders sein. Antworten
Umwelttechnisch gesehen finde ich das genial, aber es wäre eigentlich noch viel überzeugender, wenn der "Öko-Bonus" wenigstens die Kosten für das TNW Abo decken würde. Oder man bezahlt denen die länger haben gar das GA, wenn sie dafür auf einen Parkplatz und die Anreise per Auto verzichten. Und für alle anderen würde ich Car Pools empfehlen! Antworten
@ Norbert Rufer: Sie werden lachen: Ich glaube die nicht nur, ich WEISS es. Machen Sie mal frühmorgens einen Spaziergang durchs Wettsteinquartier und achten Sie sich, in wievielen Autos mit franz. Nummernschild, welche seit 5 AM auf einem Weissen parkiert sind, Leute noch 2 Stunden schlafen, bevor sie zur Arbeit gehen. Klingt komisch? Is' aber so... Antworten
@A. Müller. Denken Sie wirklich, ein Arbeiter fährt jeden Morgen 10 Minuten in die Stadt, kurvt dann 30 Minuten im Quartier herum und läuft nochmals 5 Minuten zum Büro, nur damit er nicht mit dem ÖV anreisen muss, der notabene weniger als 45 Minuten dauern würde? Antworten
Mobilitätskonzept? Als ob die Leute jetzt weniger mit Autos kommen. Diejenigen ohne fixen Parkplatz werden jetzt einfach in den Wohnquartieren rumkreisen bis sie einen freien Weissen gefunden haben. Das ist so naiv, wie der VCS glaubt, wenn es keine Parkplätze gibt, würden die Leute ihren IKEAschrank mit dem Bus nach Hause zügeln. Wieso ist LaRoche überhaupt noch im Wohngebiet?? Antworten
Dass Roche den ÖV fördern will ist gut, jedoch ist die Erschliessung der Arbeitsplätze in Kaiseraugst mit einer Busline im 30-Minuten Takt dürftig. Durch die Streichung der Parkplätze wird sich für viele KAU-Mitarbeiter der Arbeitsweg drastisch verlängern, in diesem Zusammenhang von "fördern" zu sprechen grenzt an Zynismus. Kaiseraugst ist verkehrstechnisch nicht Basel, da passt ein Konzept nicht. Antworten





silvie kuemmin
Dieser entscheid,ist Ökologisch gesehen nicht schlecht.Was ich persönlich nicht rechtens finde,dass man einige R-Mitarbeiter mit einem Öko-Bonus von 480.-pro Jahr entschädigt.Diese Mitarbeiter verdienen sicher nicht schlecht?Warum?nicht selber berappen!Die andern bezahlen ihren Parkplatz auch selbst.Für alle gleiche Rechte! Mitarbeiter bei anderen Firmen bezahlen das auch+mit weniger Lohn. Antworten