Wirtschaft

Russland weiht die längste Pipeline der Welt ein

Aktualisiert am 26.12.2012 5 Kommentare

Von Sibirien bis an den Pazifik führt die neue russische Öl-Pipeline Espo. Möglichst viel Öl wollen Russlands Präsident Putin und die staatliche Ölgesellschaft den USA verkaufen.

1/5 Die neue Pipeline verbindet Sibirien mit dem Pazifik: Baustelle im Wald (2. Oktober 2012)
Bild: Reuters

   

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Russland hat den letzten Abschnitt einer Pipeline von Sibirien zum Pazifik in Betrieb genommen. Die rund 4700 Kilometer lange Pipeline soll den Absatz russischen Erdöls insbesondere in den USA erhöhen. Die neue Verbindung löst die Druzhba-Pipieline in Osteuropa als längste Öl-Pipeline der Welt ab.

Das mehr als 2000 Kilometer lange zweite Teilstück der Espo-Pipeline verbindet Skoworodino in der Region Amur im äussersten Osten Russlands mit Kosmino an der russischen Küste am Japanischen Meer, wie eine Karte von Reuters zeigt.

Bisher auf Tanker verladen

Anfangs können dem Bericht zufolge jährlich 30 Millionen Tonnen Öl durchgeleitet werden, die Kapazität solle dann auf 50 Millionen Tonnen Öl erhöht werden. Bislang wurde russisches Öl mit der Eisenbahn von Skoworodino nach Kosmino transportiert, wo es für den Export auf Öltanker verladen wird.

Das neue Teilstück werde «die Infrastruktur-Kapazitäten der Regionen in Russlands äusserstem Osten beträchtlich vergrössern», sagte der russische Staatschef Wladimir Putin, der die Einweihungszeremonie via Videokonferenz verfolgte. Die Inbetriebnahme sei «ein bedeutendes Ereignis».

Export nach Asien und in die USA

Die neue Pipeline dient laut Putin dazu, russisches Öl nach Japan, in das boomende Schwellenland China, die USA, aber auch nach Südkorea, Singapur, in die Philippinen und nach Taiwan zu liefern.

Der Chef des Pipeline-Betreibers Transneft, Nikolai Tokarew, sagte bei der Einweihungsfeier nach Angaben der Transneft-Website, 35 Prozent des Öls in Kosmino gingen an die USA, rund 30 Prozent an Japan und 28 Prozent an China. In der Vergangenheit hatte Russland mehrmals vergeblich versucht, auf dem US-Öl- und Gasmarkt in grösserem Umfang Fuss zu fassen.

Branchenkenner schliessen nicht aus, dass die unterentwickelten Ölfelder in Ostsibirien nach jetzigem Stand nicht genügend Öl produzieren, um die Nachfrage der Pazifik-Anrainer zu befriedigen.

Das erste, knapp 2700 Kilometer lange Teilstück der Espo-Pipeline zwischen Taischet in Ostsibirien und Skoworodino war im Dezember 2009 in Betrieb genommen worden. Der Bau der Pipeline kostete insgesamt umgerechnet 25 Milliarden Franken. (mw/sda)

Erstellt: 26.12.2012, 06:14 Uhr

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5 Kommentare

Beatrice Scheidegger

26.12.2012, 08:40 Uhr
Melden 39 Empfehlung 14

Dieses Projekt hat wohl den letzten paar Amurtigern noch den Rest gegeben. Antworten


Roland Strauss

26.12.2012, 11:45 Uhr
Melden 33 Empfehlung 9

In die USA? Die haben doch gerade angekündigt, in Kürze selbstversorgend zu sein. Ausserdem sind sie total pleite. China und Japan machen da schon mehr Sinn. Antworten



Stellefant