Wirtschaft

Ryanair verlässt den EuroAiport

Aktualisiert am 10.11.2009 55 Kommentare

Der irische Billigflieger Ryanair streicht den Flughafen Basel-Mülhausen aus seinem Streckennetz: Die bisher sechs vom EuroAirport (EAP) aus bedienten Destinationen werden am 2. Dezember eingestellt.

Der Billigflieger verlässt den EuroAirport, weil der Flughafen die Gebühren nicht senken wollte.

Der Billigflieger verlässt den EuroAirport, weil der Flughafen die Gebühren nicht senken wollte.
Bild: Keystone

Für den Rückzug machte Ryanair in einer Mitteilung vom Dienstag den EuroAirport verantwortlich. Dieser habe sich geweigert seine «hohen Flughafengebühren» zu senken. Tiefere Gebühren hatte die irische Airline verlangt, weil sie der Rezession mit billigeren Ticktes zu trotzen versucht.

250'000 Passagiere weniger

Bisher hatte Ryanair den EuroAirport mit Alicante, Cagliari, London-Stansted, Marseille, Porto und Stockholm-Skavsta verbunden. Durch den Rückzug vom EuroAirport gehen diesem laut dem Carrier ab dem 2. Dezember 18 Flüge pro Woche und rund 250'000 Passagiere pro Jahr verloren. Zudem sollen am EuroAirprt bis zu 250 Stellen wegfallen. Das Ausmass des Abbaus wird dort aber bezweifelt.

Für Flughafendirektor Jürg Rämi kommt der Entscheid des grössten europäischen Billigfliegers nicht überraschend. Ryanair habe man im Budget für das kommende Jahr bereits nicht mehr berücksichtigt, sagte Rämi auf Anfrage.

Die Erwartungen von Ryanair für die Gebührensenkung lagen laut dem Flughafendirektor weit unter dem, was der für alle Airlines gültige Tarif zulasse. Der Rückzug von Ryanair sei zwar bedauerlich, könne jedoch verkraftet werden. Vermutlich würden andere Airlines in die eine oder andere Lücke springen, sagte Rämi.

Die Verhandlungen mit Ryanair haben laut dem Flughafendirektor bereits vor Monaten begonnen. Ryanair stellte dem EuroAirport nach eigenen Angaben 13 zusätzliche wöchentliche Flüge in Aussicht, was 200'000 zusätzliche Passagiere hätte generieren sollen.

Druck schon letztes Jahr

Ryanair hatte schon letztes Jahr wegen den Gebühren neben anderen auch den Flughafen Basel-Mülhausen unter Druck gesetzt. Von Anfang November bis Mitte Dezember 2008 bediente der Carrier den EuroAirport nicht mehr. Als zu hoch erachtet Ryanair die Gebühren etwa auch in Dublin und London-Stansted.

Ryanair fliegt Basel-Mülhausen seit Oktober 2007 als einzige Destination in der Schweiz an, hat dort jedoch keine Flugzeuge stationiert. Passagiere, die vom Rückzug betroffen sind, sollen das Geld für ihr Ticket zurückerhalten, wie die Airline schreibt.

Der EuroAirport verzeichnete letztes Jahr 4,3 Millionen Passagiere. Die drei wichtigsten Airlines waren EasyJet, Air France und Swiss. EasyJet als Nummer 1 brachte es auf einen Marktanteil von 40 Prozent. (amu/sda)

Erstellt: 10.11.2009, 13:10 Uhr

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55 Kommentare

Rudi Buchmann

10.11.2009, 11:53 Uhr
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Vielleicht wird es jetzt ja besser mit dem Fluglärm zwischen 22:00 Uhr und 07:00 Uhr am Morgen? Wenn ich so laut wäre, dann würde mein Nachbar die Polizei wegen Nachtruhestörung holen. Antworten


Yves Schneider

10.11.2009, 12:32 Uhr
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Nun ich kenne die Tarifstrukturen der anderen Flugplätze nicht, finde es einerseits schade wenn an EAP attraktive Destinationen nicht mehr angeflogen werden, aber der EAP darf nicht u einem Billigflugplatz verkommen. Diese Gebühren sind ja da um Massnahmen betreffend Umweltschutz zu finanzieren. Ich nehme an dass da noch andere Gründe forhanden waren. Antworten



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