Wirtschaft
SBB-Tickets für AKW-Gegner – möglich, aber teurer
Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 23.07.2012 49 Kommentare
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Im Flugverkehr hat sich das Modell längst etabliert: Die Kunden zahlen einen Aufpreis auf den Ticketpreis, und die Airlines verpflichten sich im Gegenzug, eine ökologische Zusatzleistung zu erbringen.
Jetzt liebäugeln auch die SBB mit einem ähnlichen Modell. Bahnkunden sollen künftig Tickets mit einem Zuschlag kaufen können. Sie haben dann die Gewissheit, ohne Strom aus Atomkraftwerken unterwegs zu sein. «Wir sind derzeit daran, die Idee solcher Ökotickets im Detail zu prüfen», wird ein SBB-Sprecher in der «NZZ am Sonntag» zitiert.
75 Prozent Wasserkraft
Wie die Tickets für AKW-Gegner konkret konzipiert werden könnten, ist noch offen. Möglich wäre, dass die SBB die Zusatzeinnahmen der Ökotickets einsetzen, um den Ausstieg aus der Atomenergie zu beschleunigen. Dazu könnten Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien finanziert werden. Die Züge der SBB fahren schon heute zu 75 Prozent mit Wasserstrom. Spätestens bis 2025 wollen die SBB nur noch erneuerbare Energien nutzen.
Offen ist weiter, ob ein solcher Ökozuschlag nur auf den Abonnementen oder auch auf den Einzelbilletten möglich wäre. Wichtig dürfte sein, dass das Tarifsystem möglichst einfach bleibt.
Wunsch des Kundenbeirats
Die Idee für die Ökotickets hat sich aus Gesprächen mit dem Kundenbeirat und den Verkehrsorganisationen ergeben. Die SBB wollen laut der «NZZ am Sonntag» nun evaluieren, «wie gross der Kundenwunsch nach Ökoangeboten tatsächlich ist». Ein vergleichbares System mit Ökotarifen kennt die Deutsche Bahn schon seit einiger Zeit. Dabei können Grosskunden und Gruppenreisende spezielle Billette mit Aufpreis kaufen.
Politische Unterstützung erhalten die SBB von der CVP. Die Partei hat einen Vorschlag für die Ökotickets: Demnach würde sich ein Generalabonnement der 2.Klasse um 5 Prozent (180 Franken) verteuern. Ein GA kostete damit neu 3740 Franken. (Berner Zeitung)
Erstellt: 23.07.2012, 13:05 Uhr
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49 Kommentare
Sehr guter Vorschlag finde ich. Somit darf die SBB (gemäss nationaler Umfrage publiziert von Blick am 25.6.2012) mit 80% Atomausstiegswilligen rechnen. Wetten, dass bei diesem Angebot aber nur eine kleine Splittergruppe mitmacht, da es den anti AKWler direkt am eigenen Geldbeutel hängen bleibt und nur für die anderen gilt. Antworten
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