Wirtschaft

SBB-Chef Meyer: Schuld sind die Vorgänger

Aktualisiert am 27.09.2009 12 Kommentare

Beim Unterhalt von Fahrleitungen und Schienen bei der SBB besteht «Nachholbedarf». Das sagt SBB-Chef Andreas Meyer in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Die Fehler ortet er in der Vergangenheit.

Die Bundesbahnen brauchen deutlich mehr Geld: SBB-Chef Andreas Meyer.

Die Bundesbahnen brauchen deutlich mehr Geld: SBB-Chef Andreas Meyer.
Bild: Keystone

In den letzten Jahren habe die Belastung des Schienennetzes zugenommen, sagte Meyer. «Doch der Unterhalt der Fahrbahnen wurde seit 1995 nicht nur nicht angehoben, sondern sogar reduziert.» Im Nachhinein gesehen, müsse das als Fehler betrachtet werden. Es sei halt attraktiver, neue Angebote zu bestellen, als das bestehende Fundament zu pflegen, sagte Meyer im Interview.

Gleich sieht es der Präsident der Eisenbahnergewerkschaft SEV, Giorgio Tuti. Schuld seien einerseits die Politik, «die von der Bahn einen Leistungsausbau verlangt hat, ohne mehr Geld bereit zu stellen.» Andererseits habe es die SBB-Spitze verpasst, diesen Widerspruch transparent zu machen.

Der frühere SBB-Chef Bendikt Weibel sowie der frühere Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d'Epiney hätten einen Leistungsauftrag mit weniger Bundesmitteln akzeptiert, warf Tuti der ehemaligen SBB-Spitze in Interview mit der «SonntagsZeitung» vor.

Mehrkosten beim Gotthard-Basistunnel

Weitere Mehrkosten stellte SBB-Chef Meyer am Sonntag für den Unterhalt des Gotthard-Basistunnels in Aussicht. In einem Interview mit «Le Matin dimanche» sagte Meyer, dass er mit Mehrkosten von rund 400 Millionen Franken pro Jahr rechne. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass die SBB für den Unterhalt zusätzlich eine Millarde Franken braucht. (bru/sda)

Erstellt: 27.09.2009, 12:30 Uhr

12

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

12 Kommentare

Bruno Froehlich

28.09.2009, 01:00 Uhr
Melden

Binsenwahrheit. Wer mehr fordert muss mehr bezahlen oder etwas laeuft schief. Die Geschaeftsleitung war sich des Spagates bewusst, forderte hoehere Tarife, Politik und Preisueberwacher kaempften dagegen. Komisch, fuer die Wurst bezahlt man Jahr fuer Jahr mehr, selbst wenn sie waesseriger wie frueher, Bahnfahren darf nicht mehr kosten, wir wollen Sitzplaetze, tut was !, ohne Geld ? Fehlrechnung !! Antworten


Rolf Bänziger

28.09.2009, 06:42 Uhr
Melden

Lieber Herr Meyer, mit Ihrem Lohn von mehr als 1 Mio Fr. sind Sie doch wohl in der Lage die Probleme der SBB zu lösen, nicht? Sonst schlage ich Ihnen vor, dieselben Konsequenzen zu befolgen, die Sie von Ihren MitarbeiternInnen verlangen (Stichwort: Verspätung): eine wertschöpfende Lohnkürzung! Anderer Tipp: nehmen Sie mal selbst die Schaufel in die Hand und beginnen mit der Reparatur! Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!