Schweizer Airberlin-Tochter droht mit Streik

Bei Belair stehen die Zeichen auf Sturm: Die Piloten wehren sich gegen weniger Lohn und mehr Arbeit.

Die Maschinen der Belair fliegen unter dem Airberlin-Logo: Ein Airbus A320.

Die Maschinen der Belair fliegen unter dem Airberlin-Logo: Ein Airbus A320.

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Die Pilotengewerkschaft der Schweizer Tochter von Airberlin droht wegen gescheiterten Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen mit einem Streik. Belair habe die Arbeitsbedingungen der Piloten massiv verschlechtert, heisst es in einer Mitteilung der Pilotenvereinigung belpers. Die Piloten hätten mit den neuen Arbeitsverträgen im Schnitt Einkommenseinbussen von über 30 Prozent. Zusätzlich sei die mögliche Arbeitszeit - gemessen an den Anzahl Arbeitstagen pro Jahr - durchschnittlich um 18 Prozent erhöht worden.

Die Unternehmensleitung habe Gespräche mit der Pilotenvereinigung über einen Gesamtarbeitsvertrag bislang abgelehnt, obwohl die Piloten auf diesem Weg substantielle Einsparungen offerierten. Ein Vermittlungsverfahren vor dem kantonalen Einigungsamt Zürich sei gescheitert. «Es werden keine gemeinsamen Lösungen gesucht, sondern Veränderungen nach den Vorstellungen des Managements einseitig erzwungen», heisst es in der Mitteilung. Die Existenzängste und die Abhängigkeit der Piloten vom Arbeitgeber würden ausgenützt. «In der Schweiz sind kaum freie Stellen vorhanden, und in den seltensten Fällen wird die gesammelte Berufserfahrung anerkannt.»

Mehrheit der Mitarbeitenden stimmte neuen Verträgen zu

Airberlin sei in einem Restrukturierungsprozess, begründete Sprecher Aage Dünhaupt auf Anfrage die neuen Arbeitsverträge. Die Rahmenkonditionen im gesamten Unternehmen müssten wettbewerbsfähig sein. Airberlin habe die Arbeitsbedingungen auch angepasst, weil die Kosten der Belair wegen des stärkeren Frankenkurses in den letzten Jahren gestiegen seien. Die Arbeitszeit ist gemäss Dünhaupt erhöht worden, weil sie bislang über den gesetzlichen Vorgaben lag.

Die Pilotenvereinigung hatte laut dem Sprecher vorbehaltlose Gespräche über die Arbeitsbedingungen verlangt. Airberlin sei zwar gesprächsbereit, aber nur mit der Restrukturierung als Gesprächsbasis. «Ein grosse Mehrheit der Piloten hat den neuen Verträgen bereits zugestimmt», sagte Dünhaupt. Das Gleiche gelte für die übrigen Mitarbeitenden von Belair. Das Unternehmen beschäftigt 288 Mitarbeitende, darunter etwas weniger als 100 Piloten. Die deutsche Billigfluggesellschaft besitzt Belair seit 2009 vollständig. Die Schweizer Tochter betreibt 6 Airbus A320 und 2 Airbus A319, die alle unter dem Airberlin-Logo fliegen. (thu/sda)

Erstellt: 09.12.2014, 12:42 Uhr

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