Wirtschaft
Schweizer Umwelttechniker gehören zu den fleissigsten der Welt
Aktualisiert am 28.03.2011 6 Kommentare
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Die Schweizer Cleantech-Branche gehört zu den innovativsten auf der Welt. Dies zeigt die Zahl der Patente, welche Schweizer Firmen für Umwelttechnikerfindungen beantragen. Nur in Deutschland sind Cleantech-Unternehmen noch einfallsreicher.
Auf Millionen Einwohner heruntergerechnet wurden in den letzten Jahren in der Schweiz jeweils etwa 20 Patente beantragt - Tendenz stark ansteigend. Mit einigem Abstand auf die Schweiz folgt Japan mit zwischen 15 und 20 Patentanmeldungen pro Million Einwohner.
Innovativer als die Schweizer waren nur die Deutschen mit etwa 23 Patentanmeldungen. Auf dem vierten Platz, weit hinter Japan, landen die USA mit etwa sieben bis acht Anmeldungen. Dies zeigt der am Montag präsentierte Cleantech-Report, eine Bestandesaufnahme dieser Branche, die unter anderem vom Bund, der ETH, der Osec, der EMPA und der Schweizer Börse angefertigt wurde.
Rund die Hälfte der beantragten Patente würden jeweils bewilligt, sagte Heinz Müller vom Institut für Geistiges Eigentum vor den Medien in Zürich. Die Patentanmeldungen seien deshalb ein guter Indikator dafür, aus welchen Ländern wie viele Innovationen dann tatsächlich auf den Markt kommen würden.
Umweltschutz aus Spargründen
Die Cleantech-Branche, also die Entwicklung und Herstellung von umweltfreundlichen Technologien wie etwa Solaranlagen oder Wärmepumpen, wächst in der Schweiz momentan schneller als alle anderen Technologiebranchen.
Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viele Schweizer Unternehmen beträchtliche Beträge in Cleantech-Anlagen investieren. Elektrotechnikfirmen beispielsweise geben heute etwa 13 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für energieeffiziente Technologien aus.
Insgesamt sind es durchschnittlich zwischen 5 und 7 Prozent. Hauptgrund dafür sind jedoch nicht hehre Umweltschutzgründe, sondern vor allem die gestiegenen Energiepreise, wie aus dem Cleantech-Bericht hervorgeht. Am meisten investieren Unternehmen in Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen und Wärmeerzeugung mit Solaranlagen.
Zwei Milliarden Umsatz mit Export von Solarzellen
Gegenwärtig sind in der Schweiz rund 160'000 Personen in der Cleantech-Branche angestellt. Diese erreichte gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im Jahr 2008 eine Bruttowertschöpfung von 20 Milliarden Franken. Neuere Zahlen liegen nicht vor.
Der Exportanteil dieser Branche steigt stark an. Mittlerweile exportieren rund 40 Prozent der Schweizer Cleantech-Firmen ihre Produkte ins Ausland. Die Hersteller von Solarzellen beispielsweise erreichten mit der Ausfuhr ihrer Produkte im letzten Jahr einen Umsatz von zwei Milliarden Franken. (oku/sda)
Erstellt: 28.03.2011, 15:38 Uhr
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6 Kommentare
Mich würde es mal interessieren, wo Sie die Zahlen herhaben, dass in der Schweiz viel in den Umweltschutz investiert wird. Mein Alltag in der Baubranche vermittelt mir ein ganz anderes Bild. Energieeffizienz ist nur selten ein Thema, dafür wird der Preis gedrückt, bis zur Unerträglichkeit und genau so wird dann auch gebaut. Wenn es aber um Luxus geht, kann es nicht genug teuer sein. Antworten
Hm, in der Schweiz mehr Innovation wegen hoher Energiepreise...? Ein seltsames Argument, denn zumindest im Verhältnis zu den Einkommen sind die Energiekosten in allen Nachbarländern höher, teilweise sogar absolut. Die Schweizer sind wohl einfach cleverer oder innovativer. Antworten
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