Wirtschaft
Stammen gestohlene Bankdaten von der CS?
Von Andreas Flütsch. Aktualisiert am 04.02.2010
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Ist die UBS die Hauptbetroffene oder die Genfer Privatbank HSBC, führt die Spur zur Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) oder gar zu Julius Bär? Seit Tagen bringen vorab deutsche Zeitungen immer neue Namen und Theorien ins Spiel. Starreporter Hans Leyendecker von der «Süddeutschen Zeitung» kündigte gestern gegenüber der ARD an, er werde in der heutigen Ausgabe Belege dafür vorlegen, dass die Daten von der Credit Suisse stammen.
Den Startschuss zur Betroffenensuche hatte am Freitag die «Frankfurter Allgemeine» gegeben, als sie von einer CD mit 1500 Namen von Steuerflüchtlingen mit Konten in der Schweiz schrieb, die ein Händler den deutschen Behörden angeboten hatte. Die Enthüllung dürfte eine gezielte Indiskretion der deutschen Regierung sein. Seither jagen sich die Gerüchte. Am Samstag behauptete das «Handelsblatt», die UBS sei die Hauptbetroffene. «Spekulation», dementierte diese umgehend, sie habe «keine entsprechenden Informationen». Die «SonntagsZeitung» brachte mit HSBC und Julius Bär weitere Namen ins Spiel. Die Banken sagten, ihnen sei nichts bekannt.
Deutsche Regierung schweigt
Zu Wochenbeginn behauptete die «Financial Times Deutschland» (FTD), die Scheibe enthalte einen Teil des Datenschatzes, den Hervé Falciani bei der HSBC in Genf entwendete und letztes Jahr Frankreich übergab. Am Dienstag legte die «Frankfurter Allgemeine», die sich bis dahin mit Namen zurückhielt, nach und behauptete, die 1500 Datensätze stammten von der Credit Suisse. Sie habe keine Hinweise auf einen Datenverlust, dementiert die CS. Darauf wärmte die FTD die Story der «SonntagZeitung» auf, brachte Julius Bär erneut ins Spiel und setzte in die Welt, es kursierten mehrere CDs mit gestohlenen Schweizer Bankdaten.
Derweil schürt die Regierung in Berlin die Unsicherheit. Sie schweigt sich über die Herkunft der CD weiter aus, und sagt auch nicht, wie viele und welche Banken betroffen sind. Finanzminister Wolfgang Schäuble erhöhte stattdessen den Druck: Er könne nur jedem Steuerhinterzieher raten, Selbstanzeige zu machen. Die gestohlenen Daten sind auch bei anderen Ländern heiss begehrt. Österreich, Holland und Belgien haben Kopien der CD angefordert. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 04.02.2010, 06:15 Uhr
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