Wirtschaft
Standard & Poor's gibt dem Druck der UBS nach
Druck zeigt Wirkung: S&P will umstrittenen Bericht überarbeiten.
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Standard & Poor's (S&P) räumt nun ein, dass ihr Ranking über die Solidität von 45 Grossbanken «irreführend» gewesen sein könnte. Dies berichtet die britische «Financial Times» (FT).
Anfang Woche war die Rating-Agentur in einer Studie zum Schluss gekommen, dass die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) (und andere Banken) dramatisch unterkapitalisiert seien. Im Ranking gehört die Schweizer Grossbank zu den Schlusslichtern – und das obwohl ihre Eigenkapitaldecke gemäss gängiger Kennzahlen als hoch eingestuft wurde. Zu Verwirrung hat der Stichtag geführt, auf den sich die Aussagen der Studie abstützen, nämlich auf den 30. Juni 2009.
Die UBS reagierte prompt auf den S&P-Bericht. In einem Communiqué vom Montag Abend bemängelte die Bank, dass die Studie die Kapitalstärke der Bank im Vergleich zur Konkurrenz nicht repräsentiere. «Die risikoadjustierte Kapitalquote (RAC) der UBS beträgt ca. 7,1 Prozent und nicht, wie im Bericht von S&P dargelegt, 2,2 Prozent.»
Laut UBS führt S&P wichtige Komponenten der Kapitalbasis nicht auf: Etwa die 6 Milliarden Franken aus der Pflichtwandelanleihe der Eidgenossenschaft, die zu einem späteren Zeitpunkt – im August 2009 – vollständig konvertiert wurde. Und so auch die 13 Milliarden Franken aus der Pflichtwandelanleihe, die bis spätestens März 2010 konvertiert werde. Beides bezieht sich allerdings auf Zeitpunkte nach dem 30. Juni 2009, weshalb diese Pflichtanleihen in der Studie nicht berücksichtigt wurden. Auf die mittlerweile erfolgte Wandlung der Anleihe der Eidgenossenschaft geht die Untersuchung von Standard & Poor's ein, in dem dort steht, die Lage der Bank verbessere sich von Quartal zu Quartal. Wenn die UBS für die RAC-Berechnung auch Ereignisse nach dem 30. Juni einberechnet, müsste man das für einen korrekten Vergleich auch bei den anderen untersuchten Banken tun.
Dennoch will die S&P in den nächsten Tagen ein Statement publizieren – um klarzustellen, dass die UBS-Quote bei 7,1 Prozent liegt. Dies tue man, «um fair zu sein», erklärte ein Insider gegenüber der «FT». Offiziell hält S&P jedoch an der Richtigkeit der Erhebung fest. Man fühle sich wohl bei der gemachten Einschätzung.
(dvp/mdm)
Erstellt: 26.11.2009, 12:20 Uhr
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