Wirtschaft

Studie: Finanzplatz Schweiz auch ohne Bankgeheimnis attraktiv

Die Schweizer Banken gehen gemäss einer Umfrage davon aus, dass das Bankgeheimnis weiter gelockert wird. Zwei Player werden für mehr Wettbewerb sorgen.

Wird sich behaupten können: Schweizer Finanzplatz, hier mit dem Zürcher Paradeplatz eines seiner Zentren.

Wird sich behaupten können: Schweizer Finanzplatz, hier mit dem Zürcher Paradeplatz eines seiner Zentren.
Bild: Keystone

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Nur gerade die Hälfte der Finanzinstitute sieht dieses bis im Jahr 2015 noch als einen Wettbewerbsvorteil für die Schweiz. Allerdings wird der Finanzplatz Schweiz auch nach einem Fall des Bankgeheimnisses attraktiv bleiben, wie es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Accenture und des Kantonalbankenverbands heisst. Massgebend für die Attraktivität seien die Beratungs- und Servicequalität sowie die Reputation durch die politische Stabilität und die Sicherheit der Schweiz.

Die gegen 40 an der Umfrage beteiligten Vertreter von Kantonal-, Regional-, Privat- und Grossbanken rechnen aber damit, dass sich in den nächsten fünf Jahren die Bankenlandschaft in der Schweiz wesentlich verändern werde, und zwar nicht nur hinsichtlich der Regulierungen.

Auf Kosten der Grossbanken

Im Kleinkundengeschäft (Retail-Banking) werden gemäss der Umfrage Postfinance sowie die Kantonal- und Raiffeisenbanken auf Kosten der Grossbanken Marktanteile gewinnen. Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer geht zudem davon aus, dass vermehrt Internetbanken sowie Handelsketten, Telekommunikationsunternehmen und Lebensversicherer im Markt mitmischen werden.

Bei der Vermögensverwaltung (Private Banking) geht die Studie davon aus, dass die beiden Grossbanken wieder erstarken werden, und zwar auf Kosten ausländischer Finanzinstitute und der Regionalbanken. Dennoch werden neue Markteintritte von ausländischen Banken erwartet.

Zwei Geschäftsmodelle

Grundsätzlich erwarten fast drei Viertel der Befragten, dass sich auf dem Schweizer Finanzplatz rasch zwei Geschäftsmodelle herauskristallisieren werden: einerseits Universal- und Kleinkundenbanken mit niedrigem Risikoprofil, andererseits Investmentbanken und andere Spezialanbieter mit hohem Risikoprofil. (sam/sda/)

Erstellt: 11.03.2010, 17:35 Uhr

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5 Kommentare

Martin zumbuehl

12.03.2010, 09:04 Uhr
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Dieser Bericht ist teilwiese "Wishful Thinking". Die Schweiz ist als Wekrplatz und Touristenland sehr zu empfhehlen, aber als Finanzplatz besser nicht. Zu viele Gruende sprechen dagegen. Antworten


leo schale

12.03.2010, 08:22 Uhr
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Was bitteschön sollten Schweizer Banken besser können als ausländische Banken? Das Bankensystem ist international und die Bankenkonkurrenz für die CH-Banken ist gross bzw. wird immer grösser. Die Musik spielt im Ausland. Der dubiose, bzw. einzige Vorteil der Steuerhinterziehungsbeihilfe schwindet kontinuierlich und somit auch die Attraktivität. Das ist logisch u. alles andere naive Wunschträume! Antworten


Hans Vogt

12.03.2010, 03:01 Uhr
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Es geht eben nicht NUR um das Verstecken von Schwarzgeldern, sondern um wahrnehmbaren Schutz der Privatsphäre. Zum Vergleich erinnern wir uns an den Fichenskandal, auch unschuldige Personen haben es nicht gerne, dass der Staat Informationen über sie sammeln darf. Dasselbe gilt für Geld-Anlegen. Ohne Bankgeheimnis wird der Schweizer Finanzplatz massiv schrumpfen, vorallem das Private Banking. Antworten


Hans Müller

11.03.2010, 18:44 Uhr
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Die Frage ist, werden die Kunden, welche unversteuertes Geld den Schweizer Banken anvertrauten, den Banken weiter vertrauen, oder das Geld in ein anderes Land (z.B. USA, Delaware) transferieren. Wenn ja, wird der Finanzmarkt schrumpfen anderseits wird er stagnieren. Gewinnen können wir nichts. Antworten


Erich Lützenberger

11.03.2010, 18:29 Uhr
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Dieser Beitrag sollte im Land als «Osterbotschaft» verbreitet werden. Den Sachverhalt vertrete ich seit Beginn der Krise instinktiv — und ich verstehe so wenig vom Finanzplatz wie Toni Brunner. Den Argumenten braucht nichts hinzugefügt zu werden. Die Schweiz ist attraktiv. Das Land hat es nicht nötig, für faule Geschäfte sein gutes Image zu schädigen. Ehrlich wird am längsten. So einfach ist das! Antworten



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