Wirtschaft

Swiss fliegt bald nicht mehr ab Basel

Aktualisiert am 09.07.2014 53 Kommentare

Die Schweizer Fluggesellschaft wird den EuroAirport verlassen. Mit «Eurowings» wird eine neue Billiglinie der Lufthansa nach Basel kommen.

Die Schweizer Kreuze der Swiss-Maschinen werden künftig in der Deutschschweiz nur noch in Zürich zu sehen sein.

Die Schweizer Kreuze der Swiss-Maschinen werden künftig in der Deutschschweiz nur noch in Zürich zu sehen sein.
Bild: Keystone

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Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss zieht sich vom EuroAirport Basel-Mulhouse per Anfang 2015 zurück. Dies verkündete der Chef der Muttergesellschaft Lufthansa, Carsten Spohr, am Mittwoch anlässlich einer Telefonkonferenz zur Zukunft des Konzerns.

Dieser Rückzug ist Teil des Wing-Konzeptes, einem neuen Markendach für den europäischen Kontinentalverkehr. Zwei bis vier Flugzeuge des Typs A320 will die Lufthansa unter dem Namen «Eurowings» in Basel ab Frühjahr 2015 in Basel stationieren und Flüge anbieten, sagte Spohr. Wie viele und welche Destinationen angeboten werden sollen, ist jedoch noch nicht klar.

Basel ist damit der erste Standort ausserhalb von Deutschland. Der Lufthansa-Chef kündigte an, dass die Ticket-Preise der neuen Airline tiefer sein werden, als jene der Swiss. Grund dafür seien tiefere Produktionskosten. Mit der neuen Billigfluglinie will die Lufthanse gegen den Platzhirsch Easyjet antreten.

Kein Jobabbau in Basel

Flugzeuge der Swiss werden am EuroAirport damit bald ein Bild der Vergangenheit sein. Swiss fliegt derzeit unter anderem noch die Ziele London, Ibiza, Barcelona und Hamburg ab dem EuroAirport an. In Zukunft wird sich die Airline gemäss Spohr auf die Standorte Genf und Zürich konzentrieren.

Die Swiss erklärte auf Anfrage, einen Arbeitsplatzabbau werde es durch die neue Gruppenlösung nicht geben, da die Swiss-Flugzeuge weiter auf anderen Strecken eingesetzt würden. Effektiv komme es sogar zum Aufbau einer neuen Plattform und von Arbeitsplätzen in Basel, sagte Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack. Das Destinationsportfolio werde gegenüber dem heutigen Angebot erweitert. Derzeit werden 11 Destinationen ab dem EuroAirport bedient und Swiss beschäftigt rund 300 Mitarbeitende am Standort Basel. Der Firmensitz der Swiss in Basel ist von den Plänen nicht betroffen.

Ursprünglich sollten die Jumbolinos, mit der die Swiss bis dato ab dem EuroAirport Destinationen anflog, durch eine neue Flugzeugflotte von Bombardier, die Cseries, ersetzt werden. Hier kam es aber immer wieder zu Lieferverzögerungen.

EuroAirport begrüsst Lufthansa-Pläne

Jürg Rämi, Direktor des EuroAirports, begrüsst die Pläne der Lufthansa. Auf emotionaler Ebene sei es zwar bedauerlich, dass der Name Swiss vom Flughafen verschwinde. Möglicherweise werde er aber durch Codesharing weiterleben.

Dagegen sei der Entscheid der Lufthansa strategisch ein richtiger und wichtiger Schritt, um sich in Europa zu behaupten, sagte Rämi am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Von Eurowings verspricht sich der Flughafendirektor einen Ausbau des Angebots sowie den Einsatz von modernen, leiseren und effizienteren Flugzeugen. Die beiden am EAP stationierten «Jumbolino» der Swiss gehören dagegen laut Rämi zu den ältesten Maschinen in Basel-Mülhausen. (rak/amu/sda)

Erstellt: 09.07.2014, 14:04 Uhr

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53 Kommentare

Thomas Jobs

09.07.2014, 14:39 Uhr
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Chronik eines angekündigten Todes! Oder anders formuliert: Unfähigkeit eines Konzerns richtig Geschäfte zu machen!
Fluglinien streichen, dann wieder einführen, unrentable einführen, dann wieder streichen! So liesst sich die Geschichte der Swiss am EAP der letzten 10 Jahre.
Wie war das noch in Genf? Zuerst zurückziehen und dann merken, dass die Billigflieger einen Riesengewinn machen.
Antworten


Daniel Hofstetter

09.07.2014, 14:19 Uhr
Melden 139 Empfehlung 25

Macht es noch einfacher die deutsche Swiss zu ignorieren. EasyJet wird die Lücken (die ja nicht riesig sind) zu schliessen wissen. War eine Frage der Zeit. Konzentriert sich alles auf Zürich, bis die arabischen Fluglinien die grossen Europäischen verdrängen. Heisse ich zwar nicht unbedingt Willkommen, aber der Kunde fliegt schlussendlich immer, egal mit welcher Airline. Antworten