Terror ist gut fürs Geschäft

Die Schweizer Waffenschmiede Brügger & Thomet hat ihren Umsatz in Europa verdoppelt. Gleichzeitig läuft ein Verfahren gegen das Unternehmen.

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Zielgeräte, Speziallicht, Schulterstützen: Europas Polizeieinheiten rüsten ihre Waffen immer häufiger mit Zubehör aus der Schweiz auf. Oder sie bestellen ihre Maschinenpistolen gleich ganz hier, wie das österreichische Einsatzkommando Cobra. Jeder vierte Waffenexport, den die Schweizer Behörden 2016 bewilligte, war für staatliche Sicherheitskräfte bestimmt. Im Vorjahr lag diese Zahl noch bei bescheideneren vier Prozent.

Das Thuner Untenehmen Brügger & Thomet konnte seinen Umsatz aufgrund dieser Entwicklung in den letzten beiden Jahren von fünf auf zehn Millionen Franken verdoppeln. In der «Schweiz am Sonntag» äussert sich Inhaber Karl Brügger zu den Gründen für den Boom: «Seit den Terroranschlägen in Paris und Nizza haben wir eine massive Zunahme von Aufträgen von europäischen Sicherheitsbehörden.» Abnehmerländer seien vor allem die Nachbarstaaten Deutschland, Italien und Österreich, sowie Spanien, Holland und England.

Fragwürdige Geschäfte

Gut fürs Image der Branche ist der wachsende europäische Kundenstamm allemal. Exporte in umstrittenere Regionen verlieren derweil an Bedeutung oder werden aufgrund zweifelhafter Verwendung der Waffen von den Behörden erschwert. Laut B & T-Inhaber Brügger seien Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait und andere von seiner «Liste gestrichen». Von einem «aktiven Marketing» sehe man hier ab. Er sei «sehr vorsichtig geworden», schildert Brügger der «Schweiz am Sonntag».

Das war in der Vergangenheit nicht immer so und brachte dem 50-Jährigen im Jahr 2014 einen Strafbefehl ein. Der Vorwurf der Bundesanwaltschaft: Brügger habe bei der Ausfuhr eines Scharfschützengewehrs nach Neuseeland falsche Angaben gemacht. Die Waffen waren am Ende in wenig vertrauenswürdigen Händen in Kasachstan gelandet.

Nach der Verurteilung durch das Bundesstrafgericht sprach das Bundesgericht Brügger teilweise frei. Am kommenden Freitag behandelt die Behörde den Fall erneut.

(jdr)

Erstellt: 26.02.2017, 16:37 Uhr

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