Wirtschaft
Topmanager kehren Denner den Rücken
Von Romeo Regenass. Aktualisiert am 06.12.2011 6 Kommentare
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Der neue Denner-Chef Mario Irminger ist kaum zwei Monate offiziell im Amt, da kehren zwei Topmanager dem zur Migros-Gruppe gehörenden Discounter den Rücken. Sprecherin Grazia Grassi bestätigt TA-Recherchen: «Wegen unterschiedlicher Auffassung über die Umsetzung der neuen Strategie hat sich Denner von Hans-Peter Kruse, Leiter Verkauf, und Erwin Kägi, Product Manager Food, per sofort getrennt.» Verkaufschef Kruse hatte als Vertriebschef des deutschen Discounters Penny 2009 zu Denner gewechselt und war Mitglied der fünfköpfigen Geschäftsleitung. Er wird ad interim durch Michael Pfister ersetzt, der aber nicht Mitglied der Geschäftsleitung ist. Kägi arbeitete seit 2001 für den Discounter, zuletzt als oberster Einkäufer für Lebensmittel, gehörte aber nicht zur Geschäftsleitung.
Die neue Strategie des Discounters umfasst einerseits Läden mit verlängerten Öffnungszeiten unter dem Namen Denner Express. In den Pilotläden sollen die Umsätze laut der deutschen «Lebensmittelzeitung» um über 30 Prozent gestiegen sein: Im Schnitt geben die Leute offenbar etwas weniger aus, dafür strömen deutlich mehr Kundinnen und Kunden in die Läden. Der erste Denner Express wurde unlängst am Meierhofplatz in Zürich-Höngg eröffnet.
Bier und Wein am Eingang
Zweiter Pfeiler der neuen Strategie, die die Handschrift von Migros-Handelschef Dieter Berninghaus und Denner-Verwaltungsrat Stephan Fanderl trägt, ist eine Auffrischung der vorhandenen Filialen. Zuletzt waren diese von 2002 bis 2005 unter dem Projektnamen «New Denner» modernisiert worden – damals noch von Philippe Gaydoul, dem heutigen Präsidenten des Verwaltungsrats. Erste Testfiliale für das neue Konzept ist Thalwil, wo sich Denner gleich neben der Migros befindet. Dort wird laut Grazia Grassi evaluiert, «welches Farb- und Lichtkonzept eine angenehme Atmosphäre verbreitet und zu Denner passt, welche Regalgrösse besonders praktisch ist und wie der Aussenauftritt noch stärker wirken kann». Die für Denner typische Farbe Rot wird weniger eingesetzt und durch helle Farben ersetzt.
Um sich im Eingangsbereich von der im gleichen Gebäude untergebrachten Filiale der Migros abzugrenzen, trifft der Kunde im Denner nicht zuerst auf Obst, Gemüse und andere Frischwaren; sein Rundgang durch den Laden beginnt bei Bier, Wein und anderen Genussmitteln. Damit betont Denner den Charakter als Zweitladen für Alkoholeinkäufe. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass die neue Ästhetik beim Wein am stärksten erkennbar ist. Die gestapelten Weinkartons sind mit hellem Holz eingefasst, das wirkt deutlich hochwertiger. Es ist aber weiterhin möglich, ganze Paletten mit Kartons ins Regal zu fahren – im Discounter ein Muss.
Weinchef von Coop abgeworben
Beim Wein ist Coop laut «NZZ online» mit 850 Weinen im Angebot und 38 Millionen Liter Import klare Nummer eins. Denner kommt nur auf 300 Weine und 33 Millionen Liter. Doch der Discounter will grösster Weinhändler der Schweiz werden, baut das Sortiment aus und hat der Konkurrenz nun gar den erfahrenen Weinchef abgeluchst. «Christoph Bürki hat Coop verlassen», heisst es in Basel, während man bei Denner «Personalentscheide allgemein nicht kommentiert».
Alles in allem wird Denner im neuen Look noch stärker zum Soft-Discounter und grenzt sich somit klarer von den Konkurrenten Aldi und Lidl ab. Auch diese sind in der Schweiz allerdings keine wirklichen Harddiscounter, wie man sie im Ausland antrifft. Thalwil ist der erste Testladen, weitere werden laut Grassi folgen. «So können wir verschiedene Versionen testen.» Die Umsetzung des neuen Ladendesigns ist schweizweit ab 2013 geplant. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.12.2011, 11:42 Uhr
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6 Kommentare
Denner = Migros light + Alk + Tabak. Teurere Ausstattung bedeutet höhere Preise. Wir wollen billige Harddiscounter! Was mich aber beim Einkaufen im Denner vor allem ärgert ist die Musikberieselung in Disco-Lautstärke, im Balkan üblich aber nicht in der Eidgenossenschaft. Antworten
Was mich bei Denner in Dübendorf Marktgasse immer nerft sind die knappen Gänge. Man kommt manchmal fast nicht mit dem Wägeli durch, ohne irgendwo anzustossen. Da sollte Denner auch mal über die Bücher und nicht nur helle Holzgestelle aufbauen. Antworten
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