UBS: 10 Millionen Jahresgehalt für Investment-Banking-Chef?

Von David Vonplon. Aktualisiert am 26.05.2009 128 Kommentare

Staatshilfe hin oder her: Die Saläre für Topbanker steigen wieder kräftig. Nur gibt es nun statt Boni garantierte Fixlöhne. So auch bei der UBS: Das Lohnpaket für Investmentbanking-Chef Carsten Kengeter soll im Jahr 10 Millionen Dollar wert sein.

Mehr Lohn für UBS-Banker: Carsten Kengeter soll laut «Financial News» ein Lohnpacket im Gegenwert von 10 Millionen jährlich garantiert erhalten.

Mehr Lohn für UBS-Banker: Carsten Kengeter soll laut «Financial News» ein Lohnpacket im Gegenwert von 10 Millionen jährlich garantiert erhalten. (Bild: Keystone)

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Nachdem die Finanzbranche die Weltwirtschaft an den Rande eines Zusammenbruchs geführt hat, schien klar: Die Exzesse mit den Millionen-Boni gehören der Vergangenheit an. Doch kaum hat sich die Situation an den Finanzmärkten etwas beruhigt, verdichten sich die Anzeichen, dass sich die Lohnspirale wieder kräftig zu drehen beginnt. Nur fliessen diesmal die Millionen-Saläre für die Topbanker nicht als Boni in die Geldbeutel, sondern in Form höherer Fixlöhne und garantierter Lohnsummen. Ob bei Citigroup, HSBC aber auch bei UBS und Credit Suisse - nur wer mit mehrjährigen, garantierten Gehältern locken kann, hat Chance auf die besten Banker auf dem Markt.

50 Prozent mehr Lohn für UBS-Investmentbanker

Für die vom Staat gestützte UBS stellt sich dabei das Problem, dass sie gar nicht anders kann, als in diesem Spiel mitzumachen, wenn sie ihre Topleute nicht verlieren will. Wie das Schweizer Branchenportal «Finews» berichtet, musste die Bank zuletzt Abgänge von wichtigen Spitzenkadern hinnehmen – und zahlreiche Banker im In- und Ausland zögern, einen Job bei der UBS anzunehmen. Die Bank steigert deshalb im Investmentbanking ihre Fixlöhne um 50 Prozent, nachdem sie für das vergangene Geschäftsjahr die Boni um 80 Prozent zusammengestrichen hat. «Es hat bei UBS Investmentbank ausserordentliche Lohnerhöhungen gegeben, um gute Mitarbeiter bei der Bank zu halten», bestätigt auch ein UBS-Sprecher auf Anfrage. Er weist darauf hin, dass Löhne schliesslich auch in anderen Branchen angepasst würden, wenn es darum gehe, Wissen zu erhalten und das Kundengeschäft in schwierigen Zeiten zu schützen.

In England soll die UBS laut der britischen Fachzeitung «Financial News» die Saläre einiger Kader gar mehr als verdreifacht haben auf über 500'000 Franken Jahresgehalt. Und ein Managing Director habe gleich drei Lohnerhöhungen in einem Monat erhalten. Das Branchenblatt stützt sich dabei auf zwei unabhängige Quellen. Brisant: «Financial News» nennt auch das Beispiel von Carsten Kengeter, Co-Chef der UBS-Investmentbanking-Sparte. Dem Banker, der im Herbst von Goldman Sachs zur UBS wechselte, soll die UBS bereits vor Stellenantritt eine garantierte Lohnsumme von 10 Millionen Dollar pro Jahr zugesichert haben, und das über drei Jahre hinweg. Die UBS wollte zu diesem Fall auf Anfrage von baz.ch/Newsnet keine Stellung nehmen.

Personalaufwand steigt auch bei der CS

Doch nicht nur die UBS hat sich der Lohnentwicklung auf dem Personalmarkt zu fügen: Ähnliche Meldungen sind auch aus der anderen Grossbank der Schweiz, der Credit Suisse, zu vernehmen. Auch sie soll laut «Financial News» mit mehrjährigen garantierten Lohnsummen Topbanker an sich binden. Dazu passt, dass der Personalaufwand der Bank im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 Milliarden auf 2,9 Milliarden Franken stieg. Die CS rechtfertigte diesen Ausgabensprung schon im Voraus damit, dass auch «Kosten für die aufgeschobenen, über mehrere Jahre zu verbuchenden Vergütungspläne aus Vorjahren (u.a. die Partner Asset Facility)» einschliesse.

Angesichts der rasant steigenden Lohnkurve erhält die UBS-Debatte im Ständerat noch mehr Zündstoff. Morgen behandelt die kleine Kammer eine Motion, die unter anderem einen Lohndeckel für die UBS-Chefs auf dem Niveau der bundesnahen Unternehmen wie SBB, Swisscom und Post verlangt. Stimmt nach dem Nationalrat auch der Ständerat dem Begehren zu, erhält die UBS ernsthafte Probleme. Denn wie will sie dann ihre Topleute halten? (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.05.2009, 12:23 Uhr

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128 Kommentare

Daniel Kelller

26.05.2009, 12:32 Uhr
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"Jetzt ja nicht zuviel regulieren! Sonst würden wir das Kind mit dem Bade ausschütten". Danke, SVP und FDP, die mit Hilfe der CVP und ein paar GLPs die Bonzen noch fetter machen. Antworten


Andreas D. Meier

26.05.2009, 12:32 Uhr
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Trotz Staatsunterstützung macht die UBS munter weiter wie zuvor! Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ja bekanntlich ganz ungeniert! Das immer gleiche Geschwätz über die sog. "Topleute" nervt. Was geschieht mit den wirklich guten Leuten in den anderen Branchen? Lohnerhöhungen liegen da kaum drin, sie müssen froh sein den Job nicht zu verlieren, Hauptsache, die "Topkader" der UBS kriegen genug! Antworten



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