Wirtschaft

Und vergebt ihnen ihre Sünden: UBS will Absolution für Ospel und Kurer

Die Aktionäre sollen mit einem Votum an der nächsten Generalversammlung die Ära Ospel mitsamt möglicher Fehler für abgeschlossen erklären – das schützt sie vor Klagen.

Die Vergangenheit abschliessen: Ex-UBS-Chefs Peter Kurer (links) und Marcel Ospel (rechts) an der ausserordentlichen GV im Februar 2008.

Die Vergangenheit abschliessen: Ex-UBS-Chefs Peter Kurer (links) und Marcel Ospel (rechts) an der ausserordentlichen GV im Februar 2008.
Bild: Keystone

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Bei der UBS (UBSN 12.73 -2.75%) sollen die Chefs der Ära Ospel von den Aktionären aus der Verantwortung entlassen werden. Dies beantragt die Grossbank der Generalversammlung vom 14. April, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete. Mit einer so genannten Decharge-Erteilung wäre die frühere Führungsriege Marcel Ospel, Peter Kurer, Peter Wuffli und Marcel Rohner vor Schadenersatzforderungen der UBS und ihrer Aktionäre im Zusammenhang mit ihrer Geschäftsführung geschützt.

Neben der Entlastung für das abgelaufene Geschäftsjahr sollen die Aktionäre auch die Absolution für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 erteilen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Einladung zur GV zu entnehmen ist.

Keine Klagen

Die neue Führung der Grossbank um Konzernchef Oswald Grübel und Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger hatte bereits im Dezember angekündigt, sie werde ihr Ex-Management nicht einklagen. Mit dem Schlussstrich will die Bank auch eine jahrelange Negativpublizität verhindern.

Der Entscheid betrifft nicht nur den rechtlichen Schlamassel in den USA, sondern auch die minderwertigen US-Wertpapiere, welche die UBS in grossem Umfang in der Bilanz hatte. Diese Subprime-Papiere machten die Rettungsaktion der Eidgenossenschaft für die UBS nötig.

Strafanzeigen der SP abgewiesen

Auch für die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gab es nach achtmonatiger Untersuchung keinen Verdacht auf ein strafbares Verhalten nach Schweizer Recht. Ohne neue Erkenntnisse werde keine Strafuntersuchung eröffnet. Sie wies auch zwei Strafanzeigen der Sozialdemokratischen Partei zurück, die den UBS-Managern ungetreue Geschäftsbesorgung und Gehilfenschaft zum Steuerbetrug vorwarf.

Ganz aus dem Schneider ist die alte Garde aber noch nicht. Klagen von Dritten sind auch nach dem Decharge-Beschluss möglich, und das Parlament erwägt die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) über das UBS-Debakel.

Wechsel im Verwaltungsrat

Im aktuellen Verwaltungsrat der UBS kommt es zu wenig Änderungen. Wie angekündigt soll Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber von den Aktionären in das Aufsichtsgremium gewählt werden.

UBS will Lufthansa-Chef Mayrhuber in den Verwaltungsrat holen. Fiat-Chef Sergio Marchionne und Shell-Chef Peter Voser verzichten dagegen bekanntermassen auf eine Wiederwahl. Damit wären elf der maximal zwölf Sitze im Verwaltungsrat besetzt.

Die UBS wollte gemäss früheren Angaben «zu gegebener Zeit» die Nomination zur Besetzung der letzten Vakanz verkünden. Traktandiert ist ferner die Schaffung von bedingtem Kapital von maximal 38 Millionen Franken. (oku/sda/ddp/)

Erstellt: 18.03.2010, 10:43 Uhr

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