Wirtschaft

Vasella war schon länger im Fadenkreuz der Tierschutz-Terroristen

Aktualisiert am 05.08.2009

Daniel Vasella soll schon länger im Visier militanter Tierschutzorganisationen gestanden haben. Doch die Polizei schwieg – um den Extremisten keine Plattform zu bieten.

SHAC-Mitglieder: Sie sehen aus, als könnten sie kein Wässerchen trüben, doch die meisten von ihnen sitzen eine langjährige Haftstrafe ab.

SHAC-Mitglieder: Sie sehen aus, als könnten sie kein Wässerchen trüben, doch die meisten von ihnen sitzen eine langjährige Haftstrafe ab.

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SHAC hinter Gittern

Sie sehen aus wie ganz normale Tierliebhaber (siehe Bild). Doch bei den Top Shots des SHAC ist die Tierliebe ausgeartet: Die drei Gründungsmitglieder sitzen alle Haftstrafen zwischen 9 und 11 Jahren ab. Vier weitere sind für 4 bis 8 Jahre im Knast. Der Hass des SHAC auf die Huntingdon Life Sciences hat seinen Ursprung in einem Video, das hinter die Kulissen der Huntingdon Life Sciences blicken liess.



Der Hass der fanatischen Tierschutzorganisation SHAC richtet sich nicht erst seit Neuestem gegen Novartis und deren Chef Daniel Vasella. Gemäss «Blick» führt die SHAC seit 2003 einen bitteren Kampf gegen den Pharma-Riesen. Damals wurde der Eingang der Novartis in Bern zerstört. 2006 erwähnten die Basler Kantonspolizeien gegenüber der «Basler Zeitung» denn auch «30 bis 40 ähnliche Fälle», die sich zwischen April und September ereigneten. Es ging um Sprayereien, verklebte Türschlösser, demolierte Autos und verschickte Drohungen gegenüber Novartis-Mitarbeitern.

Davon erfuhr die Öffentlichkeit jedoch wenig bis gar nichts: «Wir wollten diesen Leuten keine Plattform bieten», begründet das Rolf Wirz, Sprecher der Kantonspolizei Basel-Landschaft, im «Blick».

«Man ist sensibilisiert»

Wie viele Angriffe es gegen Pharmafirmen gab, lässt sich gemäss Markus Melzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, nicht beziffern. Eine Zeit lang habe es zwar eine Häufung von Fällen gegeben, es sei jedoch nie zu einer Anklage gekommen. «Nun ist man aber sensibilisiert», so Melzl.

Auch Daniel Vasella soll schon länger im Visier der Tierschutz-Terroristen sein: Bereits am 17. Juli dieses Jahres wurde die katholische Kirche in Vasellas Wohnort Risch in Zug verschandelt – ganz nach der Machart der SHAC.

Die letzten Ereignisse haben aufgerüttelt: «Wir nehmen die Bedrohungslage sehr ernst. Aufgrund der aktuellern Vorkommnisse ist das Thema auf der Prioritätenliste nach oben gerutscht», so Klaus Mannhart, Sprecher der Basler Polizei gegenüber «Blick».

«Schmarotzer, Anarchisten, Heuchler und Feiglinge»

Einer, der Daniel Vasellas Angst nachempfinden kann, ist Brian Cass, Chef der Huntingdon Life Sciences. Die Tierversuche seines Labors sind der Stein des Anstosses der Tierschutzorganisation SHAC. Auch Cass wurde jahrelang terrorisiert. Schliesslich schlugen ihn Vermummte sogar mit Knüppeln spitalreif. Doch er liess sich nicht unterkriegen und schlug zurück: Nach dem Angriff zeigte er sich mit einem T-Shirt an der Öffentlichkeit, das den Schriftzug SHAC prägte – in diesem Fall stand die Abkürzung jedoch nicht für Stop Huntingdon Animal Cruelty, sondern für «Schmarotzer (Spongers), Anarchisten, Heuchler und Feiglinge (Cowards)». (reh)

Erstellt: 05.08.2009, 12:03 Uhr

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