Wirtschaft

Was der Fluglotsenstreik für die Schweiz bedeuten könnte

Aktualisiert am 08.08.2011 2 Kommentare

Der für morgen angekündigte Streik der deutschen Fluglotsen beschäftigt auch die Schweizer Flughäfen. Die Auswirkungen sind aber schwierig abzuschätzen.

Morgen droht das grosse Chaos: Lufthansa-Maschinen stehen auf dem Flughafen in Frankfurt am Main auf ihren Parkposition (Archiv). (Bild: Keystone )

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Bei der Flugsicherung Skyguide rechnet man damit, dass im schlimmsten Fall mehrere hundert Flüge annulliert und umgeleitet werden müssten, falls der deutsche Luftraum nicht überflogen werden könnte, sagte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Umleitungen würden über die Europäische Flugsicherungszentrale in Brüssel abgewickelt. Für die Stunden nach dem Streik hat die Skyguide bereits zusätzliches Personal aufgeboten, um die Rückkehr zur Normalität sicherzustellen. Es werde aber sicher längere Zeit dauern, bis man wieder zum Normalbetrieb umstellen könne.

Direktflüge nach Deutschland

Beim Flughafen Basel-Mülhausen wären von einem allfälligen Streik Direktflüge nach Deutschland betroffen, wie eine Sprecherin erklärte. Am Vormittag sind fünf dieser Flüge vorgesehen, von denen einzelne auch auf den Nachmittag verschoben werden könnten.

Der Flughafen Zürich äusserte sich nicht zu den möglichen Auswirkungen des Streiks. Es sei unklar, ob die Lotsen überhaupt streiken würden, sagte ein Sprecher. Auch die Fluggesellschaft Swiss wartet ab. Man verfolge die Situation, habe aber noch keine näheren Informationen, erklärte ein Sprecher.

Streit um Lohnhöhe

Im Tarifstreit der Fluglotsen ruft die Gewerkschaft der Deutschen Fluglotsen (GdF) für morgen zu einem sechsstündigen Streik auf. Alle Mitarbeiter seien in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Das erklärte die Gewerkschaft am Montagmorgen. In der vergangenen Woche hatte ein Gericht einen geplanten Streik der Fluglotsen und mehr als 3000 weiteren Mitarbeitenden der Flugsicherung - vom Verwaltungsangestellten bis zum Techniker – noch gestoppt.

Gewerkschaft bleibt stur

Die GdF fordert im aktuellen Tarifstreit eine Lohnsteigerung von mehr als sechs Prozent und mehr Mitsprache in Personalfragen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) kontert mit dem Gegenargument, dass sich das Brutto-Jahresgehalt der deutschen Lotsen auf durchschnittlich 101'000 Euro belaufe und somit im internationalen Vergleich sehr gut wegkomme.

Die DFS hatte der Gewerkschaft am Freitag drei Gesprächstermine angeboten, den ersten für Montag. Weil die Arbeitgeber zuletzt kein neues Angebot vorgelegt hatten, wollte die Gewerkschaft keinen der angebotenen Termine wahrnehmen und beharrte auf der neuen Streikandrohung der Fluglotsen.

Der Frankfurter Flughafen rechnet bei einem Streik der Fluglotsen mit rund 500 Ausfällen von Starts und Landungen. Der grösste deutsche Flughafen sieht sich aber für alle Eventualitäten gut vorbereitet und stellt eine Platzierung von Feldbetten, die Ausgabe von Lebensmitteln sowie eine Aufstockung des Personals in Aussicht, wie ein Sprecher des Flughafens am Montag mitteilte. (bru/sda)

Erstellt: 08.08.2011, 12:29 Uhr

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2 Kommentare

Peter A HENZI

08.08.2011, 13:49 Uhr
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Ausgerechnet die PRIVELEGIERTEN Streiken. Logisch, die GDF muss schliesslich für die einkassierten Beiträge etwas tun und wir bezahlen das Ganze! Antworten


Hans Inauen

08.08.2011, 14:25 Uhr
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Man wird sich einigen und dann ist die Sache gegessen. Im Übrigen, ich habe immer geglaubt dass Erpressung ein strafbares Delikt ist. Antworten



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