Wirtschaft

Weissgeldstrategie ja, aber...

Aktualisiert am 13.02.2012 66 Kommentare

Nach der Politik zeigen sich nun auch die Grossbanken offen gegenüber einer Selbstdeklaration ausländischer Kunden. Doch die führenden Wirtschaftskräfte des Landes stellen dafür klare Bedingungen.

Die Wirtschaft lenkt ein: Gerold Bührer, Präsident der Economiesuisse, CS-Chef Brady Dougan und Boris Collardi von der Julius Bär. (von links nach rechts)

Die Wirtschaft lenkt ein: Gerold Bührer, Präsident der Economiesuisse, CS-Chef Brady Dougan und Boris Collardi von der Julius Bär. (von links nach rechts)

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Nach der Politik schwenkt auch die Wirtschaft auf eine Weissgeldstrategie ein. Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer zeigt sich im Interview der «SonntagsZeitung» erstmals «offen gegenüber der Idee der Selbstdeklaration für ausländische Kunden».

Voraussetzung sei, dass die Umsetzung von der OECD orchestriert werde: «Ich bin gegen einen Alleingang.» Auch die Banken signalisieren Zustimmung: «Als Institution sind wir seit Jahren sehr bemüht, nur mit versteuertem Geld zu arbeiten», sagt Credit-Suisse-Chef Brady Dougan. «Wir unterstützen alles, das in diese Richtung weist.» Dazu gehöre auch das Bestreben des Schweizer Finanzplatzes, von Neukunden eine Steuerbescheinigung einzufordern. Das ist der korrekte Ansatz, so der CS-Chef auch gegenüber dem «SonntagsBlick».

Befürwortung unter Bedingung

«Wir unterstützen die Idee einer Selbstdeklaration», sagt ebenfalls Julius-Bär-Chef Boris Collardi. Die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) befürwortet eine gesetzliche Regelung, sofern diese auf internationaler Ebene umgesetzt werde. Mit der Deklarationspflicht bekämen die Banken zwei Vorteile in die Hand: Sie könnten das Schwarzgeld-Image abstreifen und die Verantwortung an die Kunden auslagern.

Brady Dougan ist überzeugt, dass die meisten Kunden ihr Geld bereits ehrlich versteuern. Dennoch würde er eine vom Kunden unterzeichnete Deklaration «begrüssen», sagte er gegenüber dem «SonntagsBlick». Dies müsste aber für den gesamten Finanzplatz gelten. Die Politik müsse entscheiden, wie man mit in der Schweiz lebenden Kunden umzugehen habe. CS-Berater müssen gemäss Dougan bereits heute einen Verhaltenskatalog einhalten: «Gibt es eindeutige Anzeichen dafür, dass ein Kunde unversteuertes Geld bringt, hat der die Weisung, das abzulehnen.»

Dougan: Rücktritt kein Thema

Betreffend dem letzter Woche publizierten Jahresergebnis bekräftige der CS-Chef nochmals seine Unzufriedenheit: Mit dem Ergebnis sei er nicht zufrieden. Ein Rücktritt sei für ihn kein Thema. Er hoffe, auch in fünf Jahren noch im Amt zu sein. Die als Ziel genannte Eigenkapitalrendite von 15 Prozent zu erreichen, sei mit dem heutigen Geschäftsmodell möglich. Es komme aber auf die Marktbedingungen an: «Bei zu heftigen Turbulenzen funktioniert es nicht.»

(mrs)

Erstellt: 12.02.2012, 09:30 Uhr

66

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66 Kommentare

Cassandra Dürr

12.02.2012, 09:46 Uhr
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"International müssen aber die anderen auch..."Jetzt kommt schon die erste Ausrede, damit muss man in der Schweiz auch nicht!
Sie kapieren es immer noch nicht: Die SCHWEIZ ist im Fokus, schon lange, SIE hatte den Skandal mit den nachrichtenlosen Konten, den Diktatoren! Und Bührer allen voran, als ob der jemals was kapiert hätte. Es scheint, als sei ein Totalzusammenbruch unvermeidlich.
Antworten


Andy Thomann

12.02.2012, 10:12 Uhr
Melden 40 Empfehlung

Diese ach so fähigen Bankster und ihr Wirtschafts-Vasall Bührer reden so, für was man einen linken noch vor einem Jahr nach Moskau wünschte! Antworten



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