Wirtschaft
«Wir haben SBB Cargo Vorschläge gemacht»
Von Lukas Bertschmann. Aktualisiert am 31.10.2012
Artikel zum Thema
- «Selbst eine Senkung der Gewinnsteuern wäre wirkungslos»
- SBB Cargo verlässt Basel
- SBB Cargo streicht viele Stellen in Basel
Teilen und kommentieren
Stichworte
Dem Auszug von SBB Cargo aus dem zu teuren «Elsässertor» liegt unter anderem auch ein latenter SBB-interner Zielkonflikt zu Grunde: Die Mieterin des Renditebaus an der Centralbahnstrasse ist die SBB-Immobilienabteilung, die die Räumlichkeiten ihrerseits an die SBB Cargo weitervermietet. «Dies muss zu marktüblichen Preisen geschehen», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli dazu. Dass eine SBB-Division durch Mietreduktion eine andere Division quersubventioniert, sei ausgeschlossen, so Schärli weiter. Unter dem massivem Spardruck von SBB Cargo blieb also nichts weiter als der Wergzug aus dem zu teuer gewordenen Gebäude an der Centralbahnstrasse übrig. Da ändert die Tatsache, dass das Grundstück der SBB selbst gehört auch nichts. Es ist im Baurecht an die Suva und die Publica, die Vorsorgeeinrichtung des Bundes, vergeben worden. Die Eisenbahner-Gewerkschaft SEV begrüsst den Wegzug-Entscheid ausdrücklich. «Für einmal wird nicht am Personal gespart», sagt Sprecher Peter Moor dazu.
Zu hohe Ansprüche
In der heute Mittwoch versandten Mitteilung von SBB Cargo ist zu entnehmen, dass man den Standort Basel nicht sofort abgeschrieb. Laut Schärli habe man insgesamt eineinhalb Jahre nach einer neuen Lösung gesucht: Zuerst selbstständig, dann habe man sich an die Basler Wirtschaftsförderung gewandt. Mit Hilfe von Basel Area sei dann intensiv nach einer Alternative für die 7500 Quadratmeter Bürofläche gesucht worden, wie auch deren CEO Iris Welten auf Anfrage bestätigt: «Wir haben SBB Cargo Vorschläge gemacht.»
Bei einem so hochkarätigen Vorhaben werde alles in Bewegung gesetzt. Die Entscheidung liege aber schlussendlich beim Kunden. «Es gibt immer auch Wünsche unserer Kunden, die sich nicht realisieren lassen», sagt Welten weiter. Die SBB Cargo suchten nach einem gleich oder ähnlich zentralen Standort mit vergleichbarer Grösse – aber einiges günstiger. «Was wir hätten anbieten können, wäre zu teuer gewesen, oder an der Peripherie gelegen», sagt Regierungsrat Christoph Brutschin, Vorsteher des Basler Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt.
Basel nicht am teuersten
Im nationalen Vergleich gehört Basel nicht zu den teuersten Städten – Zürich und Genf sind teurer. Olten ist aber doch günstiger als Basel: Laut den SBB liesse sich mit am neuen Standort jährlich eine Million Franken Mietaufwand einsparen. «Im globalisierten Gütermarkt ist Spardruck die Realität», gibt Schärli zu bedenken. In der Tat muss die SBB-Tochter jeden Franken umdrehen, denn das Transportunternehmen fährt wiederholt Defizite ein – im letzten Jahr waren es 46 Millionen Franken.
Vergangenen Oktober war denn auch bereits ein Abbau von 200 Stellen in der Verwaltung bekannt gegeben worden. Damit wollte das Unternehmen bis 2013 aus der Verlustzone kommen. Die grösste Konzentration dieser Abbaumassnahme fand am Hauptsitz in Basel statt – rund 100 wurden eingespart. Die verbliebenen 500 ziehen nun also ins günstigere Olten. Der Turnaround ist damit aber wohl noch nicht bewerkstelligt. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.10.2012, 17:31 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Wirtschaft
- 15:561:12-Initiative: 5000 Swisscom-Löhne betroffen
- 12:48«Das war natürlich Blödsinn, Punkt. Ende»
- 10:12«Es ist eher eine Beleidigung, Banker genannt zu werden»
- 18.05.2013Slowenien schwebt über Ramschniveau – Klage gegen Moody's angedroht
- 18.05.2013Bånk ohne Bøni
- 18.05.2013UBS will nur deklarierte Gelder verwalten
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Bitte warten






















