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Wirtschaftswunder Facebook
Von Christian Lüscher. Aktualisiert am 25.01.2012 23 Kommentare
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Timeline als Pflicht, neue Apps
Eine Neuerung wird viele Facebook-User kommende Woche irritieren: Wie im Firmenblog zu lesen ist, will Facebook seine umstrittene «Timeline» (deutscher Name: «Chronik») zur Pflicht für alle Nutzer weltweit machen. Den Usern bleiben nur sieben Tage Zeit, Einträge und Statusnachrichten aus der Vergangenheit zu löschen oder die Sichtbarkeit zu ändern.
Schon bei der Einführung des Dienstes 2011 hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg angekündigt, es werde «irgendwann einen Zeitpunkt geben, an dem es sich nicht mehr lohnt, zwei verschiedene Profilseiten weiterzuentwickeln». Wie Experten vermuten, hat die Aktivierung der Timeline mit dem geplanten Börsengang zu tun. Facebook ist es dadurch möglich, Nutzerinformationen und -interessen wie nie zuvor zu sammeln.
Um an noch mehr Daten zu kommen, stellte Facebook gestern in San Francisco 60 neue Apps vor. So können Nutzer nun neu mitteilen, was sie zum Essen kochen, was sie tragen und in welches Konzert sie gehen. Schon zuvor gab es Apps, über die Facebook-Nutzer anderen mitteilen konnten, was sie lesen oder welche Musik sie hören. Jetzt sind noch Themenbereiche wie Essen, Reisen und Mode hinzugekommen.
Facebook nennt das «reibungsloses Teilen». Konkret bedeutet es, dass das Programm (App), für das sich der Nutzer entschieden hat, automatisch alle registrierten Aktivitäten auf die Facebook-Seite des Nutzers weiterleitet. Der Nutzer kann aber entscheiden, welche Freunde die Updates zu sehen bekommen. Ein Ende ist bei den Neuerungen noch nicht in Sicht. Facebook erwartet nach eigenen Angaben, dass in der nächsten Zeit noch Tausende Apps hinzukommen.
Solche Informationen sind für die zielgerichtete Platzierung von Werbung besonders lukrativ. (dapd/lü)
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Es ist kein Geheimnis, dass sich Facebook ( 31.91 -3.39%) mit Werbung und mit unseren kostenlosen Daten eine goldene Nase verdient. Nun zeigt eine Studie erstmals auf, welchen wirtschaftlichen Nutzen Facebook für die europäische Wirtschaft hat. Zum Abschluss der Digital-Life-Design-Konferenz (DLD) in München präsentierte das US-Unternehmen am Dienstag ein paar eindrückliche Zahlen einschliesslich länderspezifischer Daten.
Die Studienautoren des Beratungsunternehmens Deloitte (im Auftrag von Facebook) kommen in ihrer Untersuchung zum Schluss, dass Facebook in Europa einen direkten Mehrwert von 15,3 Milliarden Euro schafft. Imposant auch der Umsatz, den europäische Unternehmen durch Facebook-Aktivitäten laut Experten realisieren: 32 Milliarden Euro.
230'000 neue Arbeitsplätze
Das schlägt sich auch im Arbeitsmarkt nieder. Wie Deloitte schätzt, wurden in den vergangenen Jahren dank Social Media bereits über 230'000 Jobs geschaffen. Allein in Deutschland generierte Facebook offenbar 36'000 Arbeitsplätze. In Grossbritannien schaffte die populäre Freundschaftsbörse 35'200 neue Jobs.
Die Zahlen zeigen, dass Facebook längst keine Plattform nur für private Kommunikation ist. Das soziale Netzwerk hat sich auch für Unternehmen offenbar als bedeutende Business-Plattform entwickelt. Die Deloitte-Autoren begründen die zunehmende Bedeutung von Facebook damit, dass viele Unternehmen vermehrt Geld in die Bewerbung ihrer Produkte und Marken investieren. Als boomender Bereich wird das Geschäft mit Apps und Games angesehen. Allein durch die Vernetzung von Facebook mit externen Online-Anwendungen werden europaweit zwei Milliarden Euro erwirtschaftet.
Von «Weisheit der Masse» zu «Weisheit der Freunde»
«Die Studie zeigt, dass Facebook viel mehr ist, als ‹Bilder zu teilen› und ‹mit Freunden in Kontakt zu sein›. Social Media bedeutet Wachstum und Arbeitsplätze», sagt die Facebook-Managerin Sheryl Sandberg an der DLD-Konferenz. Sandberg macht für den Boom folgende Trends verantwortlich: Zum einen versteckten sich Internetanwender nicht mehr in der Anonymität, was dazu führe, dass man nicht mehr von der «Weisheit der Masse», sondern von der «Weisheit der Freunde» sprechen müsse. Zum anderen gewinne das Social Web an Bedeutung, weil die User nicht nur Informationen empfangen, sondern auch senden.
Untermauert wird die Studie von Deloitte durch eine aktuelle repräsentative Umfrage des deutschen Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Der Verband befragte KMU zu ihren Social-Media-Aktivitäten. 38 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie ein klares Wirtschaftswachstum aufgrund ihrer Facebook-Präsenz verzeichnen konnten. 69 Prozent erklärten, ihren Bekanntheitsgrad durch Facebook signifikant gesteigert zu haben. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.01.2012, 14:45 Uhr
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23 Kommentare
Na ja... viele Stellen müssen wohl auch geschaffen werden, weil die Angestellten einen Teil ihrer Arbeitszeit mit Facebook verbrauchen. Facebook ist also auch für die Reduktion der Leistung verantwortlich zu machen. Und wer hat die Studie bezahlt? Genau es war Facebook selber! Antworten
Wenn ich so die Inhalte in Facebook selber mit eigenen Augen sehe, andere Reports lese, wie Unternehmen mit Facebook nur Geld verlieren und Facebook auch bei der Gewinnung neuer Mitarbeitern oft nur eine Randrolle spiele, so habe ich meine allergrössten Zweifel an solchen Studien. Studien bringen in der Regel die Resulate, die der Auftraggeber will. Antworten
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