Wirtschaft

Wo die Schweiz Weltspitze ist

Von Richard Diethelm, Genf. Aktualisiert am 01.07.2011

Eine Vergleichsstudie mit über hundert Ländern zeigt es: Die Innovationskraft ist hierzulande stärker als anderswo.

Zeugnis der Innovation: Ausstellung im Genfer Cern.

Zeugnis der Innovation: Ausstellung im Genfer Cern.
Bild: Keystone

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Insead zählt mit dem Mutterhaus im französischen Fontainebleau und Filialen in Singapur und Abu Dhabi zu den international führenden Kaderschmieden für Manager. In Zusammenarbeit mit der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo), dem Indischen Industrieverband und den Firmen Alcatel-Lucent und Booz & Company misst und vergleicht Insead jedes Jahr, was weltweit in mehr als 100 Ländern getan wird, um die Innovation der jeweiligen Volkswirtschaft zu stimulieren, und was dabei herausschaut. «Innovation ist die treibende Kraft für Wirtschaftswachstum und dafür, dass neue und bessere Arbeitsplätze entstehen», sagte Wipo-Generaldirektor Francis Gurry gestern bei der Publikation des Globalen Innovationsindexes 2011 in Genf.

Die Schweiz schneidet in der Gesamtbetrachtung am besten ab, gefolgt von Schweden und Singapur. Auf der Rangliste der Insead rückte sie innerhalb von zwei Jahren von Platz 7 an die Spitze vor. Die Autoren der Vergleichsstudie erklärten die Topklassierung so: Die Schweiz weist sowohl beim Input, das heisst jenen Faktoren, welche die Entstehung neuer oder verbesserter Produkte, Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren begünstigen, als auch beim Output ihres Innovationsklimas gute bis sehr gute Messwerte auf.

Sieben «Pfeiler» beurteilt

In die Berechnung des Indexes fliessen 80 messbare Variablen. Auf der Inputseite beurteilt Insead erstens die institutionellen Rahmenbedingung wie politische Stabilität, Rechtssicherheit oder die Dauer und die Kosten einer Unternehmensgründung. Zweitens das menschliche Kapital, ausgedrückt zum Beispiel in den Ausgaben für die Ausbildung, deren Qualität, dem Anteil von höher Gebildeten sowie im Aufwand für Forschung und Entwicklung.

Die Qualität und der Ausbaustandard der Infrastruktur bilden den dritten «Pfeiler» des Investitionsklimas. In einem vierten und fünften Indikator ermittelt Insead schliesslich, wie hoch die Märkte und wie hoch die Unternehmen entwickelt sind. Auf der Outputseite liefern die Zahl neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfindungen sowie die Verbreitung dieses Wissens Anhaltspunkte für die Innovationskraft. Insead berücksichtigt zudem kreative Leistungen eines Landes.

China und Indien lauern schon

Im Raster der sieben bewerteten «Pfeiler» sticht die Schweiz durch ihre politische Stabilität, die hohen Ausgaben der Privatwirtschaft für Forschung und Entwicklung, den hohen Anteil von Beschäftigten, die das Wissen in Unternehmen vermehren, und die grosse Zahl an Patenten und wissenschaftlichen Publikationen hervor. Mittelmässig bewertet die Vergleichsstudie dagegen die Infrastruktur. Ausnahmen sind der sehr gute Zugang zu Informations- und Kommunikationsnetzen und die Qualität des Handels- und des Transportsystems.

Die Schweiz und die anderen fünf europäischen Länder in den Top Ten des «Global Innovation Index 2011» dürfen sich allerdings nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. «Innovation ist ein globales Phänomen geworden und findet nicht mehr nur in den Ländern der OECD statt», sagte in Genf Insead-Professor Soumitra Doutta. So seien China, Indien, Brasilien und andere bevölkerungsreiche Schwellenländer sehr effizient geworden, die Innovation stimulierenden Faktoren in konkrete Ergebnisse umzusetzen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.06.2011, 21:44 Uhr

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