Wirtschaft

Woran man Ermotti messen kann

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 19.11.2011 16 Kommentare

Der neue UBS-Chef sagt nicht einfach vage, er wolle das Investmentbanking schrumpfen. Ein vertiefter Blick in die Strategie zeigt: Sergio Ermotti macht konkrete Versprechen.

1/4 Philip Lofts wird wieder Risikochef der UBS. Er war bereits von 2008 bis 2010 im Amt, bis ihn Oswald Grübel absetzte. (1. Dezember 2011)

   

Die Präsentationen

Undeklarierte Gelder

Der Chef der UBS-Vermögensverwaltung, Jürg Zeltner, bezifferte gestern den Umfang der Vermögen, die wegen neuer Steuerabkommen mit europäischen Staaten von der UBS abfliessen könnten.

Zwischen 12 und 30 Milliarden Franken könnten aufgrund neuer Steuerregulatorien abfliessen, so Zeltner. 2010 waren es 15,7 Milliarden Franken gewesen, 2011 3,4 Milliarden Franken. Insgesamt verwaltet das Wealth Management der UBS 720 Milliarden Franken an Vermögen, davon 273 Milliarden aus Europa.

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Dass die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) ihr Investmentbanking schrumpfen wolle, das sei ja wohl zu erwarten gewesen, heisst es heute Morgen in verschiedenen Kommentaren. Das stimmt. Doch ein zweiter Blick zeigt: Ganz so banal sind die Ankündigungen in New York nicht. Die Führungsriege unter dem neuen Bankchef Sergio Ermotti liefert deutliche Worte und Zahlen, an denen man Ermotti wird messen können.

So musste der auffallend nervöse Investmentbankchef Carsten Kengeter gestern im Waldorf Astoria klar benennen, was die UBS künftig noch macht und was nicht. Und in welchem Umfang sie das tut. Säuberlich listete Kengeter das in einer Matrix auf, Seite 8 seiner Präsentation (siehe Box). Jedes Geschäft wurde eingeteilt nach seinem Kapitalbedarf und seinem Nutzen für die Gesamtbank.

Kein Eigenhandel mehr

Konkret steigt die Bank aus dem Eigenhandel mit Aktien aus. Auch das Geschäft mit komplexen strukturierten Produkten, das der Bank in der Finanzkrise immense Verluste eingebracht hatte, schliesst die UBS. Andere Geschäfte behält man bei, da man sie als «sehr attraktiv» einschätzt – etwa die Begleitung von Fusionen, Börsengänge und Kapitalbeschaffung für Unternehmen, den Handel mit Aktienderivaten oder den Rohstoffhandel. Insgesamt sollen die risikobehafteten Anlagen von 300 Milliarden Franken auf 155 Milliarden Franken schrumpfen.

Damit geht die UBS über das hinaus, was sie bislang geliefert hat. So kündigte sie zwar bereits 2009 am Investorentag an, sie wolle das Investmentbanking schrumpfen. Doch zu mehr als diesem Bekenntnis reichte es nicht: Weder wurde jedes Geschäftsfeld nach seinem Kapitalbedarf analysiert, wie das nun der Fall war, noch wurden konkrete Zahlen genannt (siehe Box).

Die UBS geht auch über das hinaus, was andere Grossbanken angekündigt haben. Auch der Investmentbankchef der Deutschen Bank, Anshu Jain, zeigte am Investorentag im Juni auf, welche Hochrisiko-Geschäftsfelder mit den neuen Kapitalisierungsvorschriften teurer würden. Daneben steht jedoch nicht «Exit», wie bei der UBS, sondern: «Die Profitabilität wird zunehmen, weil die Konkurrenz abnehmen wird.» Die UBS geht – bislang, denn andere werden folgen – mit ihren Ankündigungen weiter als andere Grossbanken.

Im Dienst der Vermögensverwaltung

Auch dass sich die Investmentbank in den Dienst der Vermögensverwaltung stellen müsse, versprach die UBS bereits 2009. Doch gestern bewertete Vermögensverwaltungschef Jürg Zeltner jedes Investmentbank-Produkt öffentlich nach dem Nutzen, das es seinen Kunden bringe. Auch das ist neu.

Die «Financial Times» stellt darum fest: «Die UBS wird sich komplett auf die Vermögensverwaltung ausrichten und ihre Investmentbank zurückbinden.» Die Schweizer Regulatoren hätten mit ihren Vorgaben die Banken gezwungen, sich an die alten Zeiten zu erinnern, schreibt das viel gelesene Online-Wirtschatsmagazin «Naked Capitalism». Natürlich hätte die UBS all das bereits vor zwei Jahren tun sollen, schreibt Analyst Peter Thorne von Helvea. «Aber spät ist besser als nie.»

Ermotti hat zwei Versprechen abgegeben: Einerseits, dass die Investmentbanker künftig zu Dienstleistern der Vermögensverwaltung werden, was sich in der Struktur der Bank wird niederschlagen müssen. Und zweitens, dass das Investmentbanking risikobehaftete Anlagen im Wert von 145 Milliarden abbauen wird. Das sind keine vagen Ankündigungen. Sondern konkrete Versprechen, an denen man Ermotti wird messen können. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.11.2011, 17:20 Uhr

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16 Kommentare

lucius mayer

18.11.2011, 18:35 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Von einer vollständigen Rückzahlung der CHF 68 Mrd. durch die UBS-Bankster ans Schweizer Volk sagte der neue UBS-Oberbankster Ermotti gar nichts. Ihm und den anderen Abzockern dürfen wir BürgerInnen inzwischen satte Millionen-Boni finanzieren, über Türmchen abstimmen und auf die Abstimmung zur Abzockerinitiative weiter warten. Antworten


stefan schneider

18.11.2011, 22:47 Uhr
Melden 7 Empfehlung

solche leute kann man an gar nichts messen. sie sollten einmal eine eigene firma gründen dann wüssten sie endlich einmal um was es wirklich geht, nur solange man sich in gemachte betten legt und die firmen zu boden wirtschaftet, so lange kann man sie nur an ihrer unfähigkeit messen, denn sie sind es doch die von sich selbst behaupten, dass sie die besten sind. Antworten



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