Wirtschaft
Zürcher Handelsfirma DKSH bereitet den Gang an die Börse vor
Von Romeo Regenass. Aktualisiert am 01.02.2012 2 Kommentare
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Nach dem Rohstoffkonzern Glencore im vergangenen Jahr dürfte die Schweizer Börse auch dieses Jahr einen wichtigen Neuzugang verzeichnen. Gemäss Recherchen des TA steckt der Asienspezialist DKSH, (DKSH 49.5 0.20%) das frühere Zürcher Handelshaus Diethelm Keller Siber Hegner, mitten in den Vorbereitungen für ein IPO (Initial Public Offering). Es sei alles bereit für die Roadshow bei potenziellen Aktionären, die UBS sei als Leadbank ausgewählt.
Der «stille Gigant», wie ihn die NZZ im letzten Frühjahr nannte, nahm bis Redaktionsschluss nicht Stellung zu den Recherchen des TA. Fakt ist, dass schon lange über einen möglichen Börsengang von DKSH spekuliert wird. Über entsprechende Journalistenfragen pflegte Jörg Wolle, Chef von DKSH, jeweils zu lachen – verbunden mit einem Hinweis auf den stabilen Aktionärskreis. Im vergangenen Frühjahr gab Verwaltungsratspräsident Adrian Keller erstmals zu, dass DKSH sich kontinuierlich mit dieser Frage auseinandersetze.
«Börsengang würde nicht übers Knie gebrochen»
DKSH bezeichnet sich selber seit Jahren als kapitalmarktfähig und hat 2008 die Aufnahme neuer Aktionäre mit einer Kapitalerhöhung verbunden. Mit der Beteiligungsgesellschaft Anova von Stephan Schmidheiny, dem Schwyzer UBS-Verwaltungsrat und Hedgefonds-Profi Rainer-Marc Frey und der französischen FFP, dem Investmentvehikel der Familie Peugeot, hatte sich DKSH damals drei Minderheitsaktionäre ins Boot geholt, die alle rund 10 Prozent der Aktien besitzen.
Ebenfalls 2008 kam das traditionsreiche Zürcher Handelshaus Desco Schulthess durch den Verkauf des Asiengeschäfts zu einer Beteiligung von 5 Prozent an DKSH. Seither ist auch noch Pierre Mirabaud, der frühere Präsident der Bankiervereinigung, mit einem Paket in unbekannter Grösse eingestiegen. Die Diethelm Keller Holding, die sich im Familienbesitz befindet, dürfte DKSH aber immer noch mit über 60 Prozent der Aktien kontrollieren.
Aus unternehmensnahen Kreisen ist zu hören, dass alle diese Aktionäre keinen akuten Finanzbedarf hätten. Ein Börsengang würde deshalb mit Sicherheit nicht übers Knie gebrochen. Sprich: Für die Publikumsöffnung ist zwar alles bereit, aber sie dürfte auf Eis liegen, bis sich die wirtschaftliche Lage etwas stabiler präsentiert. Beruhigen sich die Märkte, dürfte die Traditionsfirma aber noch dieses Jahr an die Börse gehen.
Ausgangslage wie bei Facebook
Die Ausgangslage präsentiert sich für DKSH wohl ähnlich wie für Facebook, das trotz vielfacher konjunktureller Unsicherheiten mit einem Börsengang liebäugeln soll. Bei der Social-Media-Plattform heisst es, dass viele Investoren ein Interesse daran hätten, dass ihre Anteile noch während des aktuellen Booms der Social-Media-Plattformen an die Börse kommen.
Die Teilhaber von DKSH dürften ihre Anteile an die Börse bringen wollen, solange der Boom in Asien anhält und DKSH von der Entwicklung der Wachstumsregion profitieren kann. Das Unternehmen ist ein Türöffner für schweizerische und europäische Unternehmen, die auf den anspruchsvollen asiatischen Märkten Fuss fassen wollen. Es vertreibt dort nicht nur deren Produkte, sondern bietet auf Wunsch auch Serviceleistungen und Produktionskapazitäten an. Seit der Gründung 2002, die auf zwei Zusammenschlüsse folgte, hat DKSH den Umsatz um durchschnittlich 10 Prozent und den Gewinn um durchschnittlich 17 Prozent pro Jahr erhöht.
Bisher ist die Expansion, die durch die Kapitalaufnahme 2008 ermöglicht wurde, in einem atemberaubenden Tempo erfolgt. Sie dürfte noch einige Zeit anhalten, denn DKSH-Chef Wolle will auch in Zukunft zweistellig wachsen und den Gewinn stärker als den Umsatz steigern. Doch irgendwann wird sich die Wachstumskurve in Asien verflachen, und dann dürfte ein Börsengang DKSH weit weniger Geld einbringen als im aktuellen Boomumfeld.
Präsentation in bestem Licht
Vorerst tut DKSH alles, um sich für den Gang aufs Börsenparkett herauszuputzen. Allein im November und Dezember letzten Jahres machte die Gruppe ein Dutzend neue Partnerschaften und exklusive Vertriebsabkommen im asiatischen Raum publik.
Im Oktober betrat DKSH zudem Neuland in einem sehr lukrativen Bereich: Auktionen edler Uhren und Zeitmesser. Das Unternehmen, das in Asien so luxuriöse Uhrenmarken wie Rolex, Breitling und Harry Winston vertreibt, lud dazu in den Diamond Ballroom des Hotels Ritz-Carlton in Hongkong ein. Obschon laut «Financial Times» weniger als die Hälfte der rund 250 Stücke verkauft wurden, will DKSH in Zukunft zweimal jährlich zur Auktion laden. Auch das macht sich gut in einem Börsenprospekt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.02.2012, 07:34 Uhr
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2 Kommentare
Die DKSH wird sehr wahrscheinlich einen guten Start hinlegen, dann werden Händler dahinter kommen, dass die Aktie total überbewertet ist. Das weiss auch die heutige Führung aber die wollen jetzt noch Kasse machen. Wetten, dass ein Jahr nach dem ersten Listing die Aktie im Keller ist, die heutigen Investoren Ihrer Aktien abgestossen haben und viele Mitarbeiter Ihren Job verlieren werden? Antworten
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