Wirtschaft
Überraschendes Aus für Apotheker bei SAP
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Das Aus für den Sozialwissenschaftler kam überraschend am Sonntagabend. Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag des 56-jährigen Managers nicht mehr, dieser nahm daraufhin den Hut.
Apotheker hatte vergangenes Jahr den Konzern durch unruhige Zeiten lenken müssen. Die weltweite Wirtschaftskrise verschonte auch die erfolgsverwöhnte Walldorfer Softwareschmiede nicht, Umsatz und Gewinn sanken. Erstmals in der Firmengeschichte musste SAP Stellen abbauen - rund 4000 Jobs wurden gestrichen. US-Konkurrent Oracle ging derweil auf Einkaufstour und übernahm den angeschlagenen Netzwerk- und Serverspezialisten Sun Microsystems für 7,4 Milliarden Dollar.
In den letzten Wochen zog sich Apotheker zudem den Unmut der Kunden zu, weil er die Wartungsgebühren massiv erhöhen wollte. Nach heftigen Protesten wurde dieses Vorhaben teilweise wieder zurückgenommen.
Volkswirt und Politikwissenschaftler
Apotheker war der erste SAP-Manager, der ohne technische Ausbildung an die Spitze des Konzerns aufgerückt war. Er gehörte dem Führungsgremium in Walldorf seit 2002 an. Im April 2008 stieg er neben Henning Kagermann zum gleichberechtigten Vorstandssprecher auf, seit Mai 2009 führte er den Konzern allein.
Apotheker arbeitete seit 1988 für das Unternehmen. Zwischen 1988 und 1991 war er Geschäftsführer und Gründer von SAP Frankreich und SAP Belgien. In den folgenden Jahren stieg der Politikwissenschaftler und Volkswirt stetig die Karriereleiter nach oben. (sam/ddp)
Erstellt: 08.02.2010, 15:18 Uhr
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