UBS-Investor «enttäuscht», 93 Millionen Aktien verkauft

Als Retter stieg GIC 2007 bei der UBS ein. Nun folgt der Rückzug. Wie Analysten und Börse reagieren.

Von hier floss das Geld 2007 in die UBS-Aktien: Megacity Singapur.

Von hier floss das Geld 2007 in die UBS-Aktien: Megacity Singapur. Bild: Wong Maye/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Singapurer Staatsfonds GIC hat seine Beteiligung an der UBS markant abgebaut. Konkret hat er 93 Millionen Aktien an institutionelle Investoren veräussert. GIC war zu einem frühen Stadium der Finanzkrise - gegen Ende 2007 - bei der UBS eingestiegen und hat nun einen Verlust realisiert.

Die UBS hatte bereits am Montagabend gut eine halbe Stunde vor Börsenschluss angekündigt, dass GIC 93 Millionen Aktien, die 2,4 Prozent aller ausstehenden Aktien entsprechen, durch ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren an institutionelle Anleger verkaufen wolle. Wie aus Handelskreisen am Dienstagmorgen verlautete, wurden die Aktien bereits vollständig zu einem Preis von 16,10 Franken das Stück platziert.

Umfrage

Der Teilausstieg von GIC bei der UBS ist ...




Der Fonds selber bestätigte in einer Mitteilung, dass er seine Beteiligung am Dienstag auf 2,7 Prozent von 5,1 Prozent abgebaut und damit einen Verlust erzielt hat. Man sei «enttäuscht», heisst es aus Singapur.

GIC hatte im Dezember 2007 als Retter in der Not für 11 Milliarden Franken UBS-Aktien in Form einer Wandelanleihe gekauft, nachdem die Bank die ersten Milliardenabschreiber wegen der US-Hypothekenkrise verbuchen musste.

Absturz der UBS-Aktie: 2007 stand das Papier der Grossbank noch deutlich höher als heute (Bild: Screenshot Swissquote).

Damals vermeldete GIC eine Beteiligung von rund 9 Prozent an der UBS. Im Mai 2008 wurde dann ein Wandelpreis von 48,07 Franken festgelegt, nachdem ursprünglich ein Minimumpreis von 51,48 Franken und ein Maximumpreis von 62,92 Franken angegeben worden waren.

Investment bei UBS und Citigroup

Gleichzeitig mit den UBS-Aktien hatte GIC zu diesem frühen Zeitpunkt der Finanzkrise auch eine Beteiligung an der amerikanischen Citigroup für rund 6,9 Milliarden Dollar gekauft. Damit zeigt sich der Fonds heute zufrieden.

Dieses Engagement habe ein positives Resultat gezeigt, heisst es. Der Sektor sei damals unter erheblichem Druck («considerable stress») gestanden, und man habe sowohl gute Gelegenheiten als auch Risiken bei solch grossen Investitionen gesehen. Was genau die beiden Engagements für GIC gebracht haben, legt der Fonds nicht offen. Es heisst lediglich, dass die kombinierte Rendite positiv gewesen sei.

UBS-Aktie an Terrain eingebüsst

Die UBS-Aktie hat am Dienstagvormittag deutlich an Terrain verloren: Das Papier notierte kurz nach 11:00 Uhr 1,99 Prozent tiefer bei 16,28 Franken (Tagestief 16,20 Franken). Sie war bereits am Vortag im späten Handel deutlich abgesackt, nachdem die UBS den GIC-Verkauf angekündigt hatte. Die Aktie hatte 1,3 Prozent tiefer bei 16,61 Franken geschlossen.

Fundamental habe der GIC-Entscheid keinen Einfluss auf die UBS, heisst es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Allerdings sei der Ausstieg dieses Referenzinvestors ein weiteres Indiz dafür, dass das Aufwärtspotenzial limitiert sei. Obwohl das Geschäftsergebnis des ersten Quartals über seinen Erwartungen ausgefallen sei, glaube er nicht, dass die UBS bezüglich Kostenentwicklung positiv überraschen könne, schreibt der zuständige Analyst zudem. (sda)

Erstellt: 16.05.2017, 11:42 Uhr

Artikel zum Thema

UBS korrigiert Ergebnis nach unten – Chef verdient 13,7 Millionen

Die UBS hat 2016 weniger Gewinn gemacht als zunächst gedacht. Der Lohn des obersten Managers, Sergio Ermotti, ist gesunken, die gesamte Konzernleitung kostete aber mehr. Mehr...

Legt sich UBS-Chef Ermotti mit US-Justiz an?

Laut Insidern will die Schweizer Grossbank lieber einen Prozess riskieren, als sich mit dem US-Justizministerium zu einigen. Der Entscheid sei aber noch offen. Mehr...

UBS-Chef Ermotti setzt auf USA und China

Die Negativzinsen in der Schweiz würden das Geschäft am Heimatmarkt unter Druck setzen, sagte UBS-Konzernchef Sergio Ermotti. Deshalb seien andere Märkte wichtig. Mehr...

Optimismus der Börsianer legt zu

Börsenprofis blicken etwas zuversichtlicher auf die deutsche Wirtschaft. Das Barometer für ihre Konjunkturerwartungen im kommenden halben Jahr stieg im Mai um 1,1 auf 20,6 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2015, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 220 Analysten und Anlegern mitteilte.

Ökonomen hatten allerdings mit einem grösseren Anstieg auf 22,0 Punkte gerechnet.
Auch die Lage wurde besser bewertet. Die jüngsten Konjunkturdaten bestätigten die gute Verfassung der Wirtschaft, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. «Allmählich werden auch die Aussichten für das gesamte Euro-Gebiet besser, womit sich das wirtschaftliche Umfeld für die deutschen Exporte weiter festigt.»
Die deutsche Wirtschaft war zu Jahresbeginn mit 0,6 Prozent so stark gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr. Sie trotzte damit der Unsicherheit nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump und dem näher rückenden EU-Austritt Grossbritanniens. (sda)

Kommentare

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Lichtermeer: Kinder rennen durch eine Licht-Installation im Zoo von Sydney (21. Mai 2017).
(Bild: Wendell Teodoro) Mehr...