Uni Zürich will Trump Top-Forscher abjagen

Die Schweizer Hochschulen wollen den Trump-Effekt für sich nutzen. Erste Akademiker verlassen die USA bereits.

Trump-Effekt: Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hoffen Schweizer Hochschulen auf ausreisewillige Akademiker.

Trump-Effekt: Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hoffen Schweizer Hochschulen auf ausreisewillige Akademiker. Bild: Evan Vucci/Keystone

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«Hast du einen Job für mich?», schrieb ein New Yorker Professor nur wenige Stunden nach der Wahl von Donald Trump am 9. November dem Präsidenten der ETH Lausanne Martin Vetterli. Diesen Trump-Effekt wollen die Schweizer Hochschulen nun für sich nutzen und den USA die klügsten Köpfe abwerben, berichtet die «Schweiz am Sonntag«.

«Wir werden unser Headhunting in den USA intensivieren», kündigt Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich und Präsident der Schweizer Hochschulen an. «Viele Studierende aber auch Professoren standen nach der Wahl Trumps unter Schock», sagt er. «Dadurch haben sich unsere Chancen nochmals erhöht.»

Die Hochschulen werden die Kandidatenliste nun penibel durchgehen und die geeignetsten Leute anschreiben, erklärt Hengartner.

Akademiker flüchten nach Kanada

Martin Vetterli von der ETH Lausanne erwartet weitere Interessenten. «Schadenfreude ist keine Qualität», sagt er, «aber das war schon unter George W. Bush so, dass viele Europäer zurückkommen wollten».

Erste Hinweise, dass Akademiker das Land verlassen, gibt es bereits. Die vielversprechendsten Talente – junge Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter – flüchten nach Kanada.

Die Universität Toronto verzeichnet bei US-Bewerbern einen Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Trend, den Universitäten landesweit bestätigen. «Kanada spürt die Bewegungen auf dem amerikanischen Forschungsplatz immer als erstes», sagt Hengartner, der in Kanada aufwuchs und später jahrelang an der US-Elite-Universität MIT forschte, «danach kommt Europa». (ij)

Erstellt: 15.01.2017, 14:23 Uhr

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