Wirtschaft
Die UBS ist nur noch 28 Milliarden wert
Von Dieter Bachmann. Aktualisiert am 24.02.2009 151 Kommentare
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Um rund zehn Prozent der jährlichen globalen Wirtschaftsleistung habe sich der Börsenwert aller Banken seit Beginn der Finanzkrise weltweit reduziert, hat kürzlich die Beraterfirma Boston Consulting in einer Studie berechnet. Von 8800 Milliarden Dollar im Herbst 2007 schmolz ihr Wert auf 4 Milliarden Dollar und verlor dann allein in den ersten drei Wochen des Jahres nochmals 700 Milliarden Dollar auf 3300 Milliarden Dollar.
Ende 2008 gab es nur noch vier Banken mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar: die beiden chinesischen Institute ICBC und China Construction Bank, die amerikanische JPMorgan Chase und die britische HSBC. Besonders hart an der Börse bestraft wurde etwa die amerikanische Citigroup, die sich nun mit einer Teilverstaatlichung das Überleben sichern will.
Übernahme dennoch ausgeschlossen
Auch die UBS ist nach dem Absturz an der Börse auf unter 10 Franken pro Aktie so günstig zu haben wie noch nie. Bei rund 2,9 Milliarden Titeln resultiert ein Börsenwert von etwas über 27 Milliarden Franken.
Madeleine Hofmann, Bankenspezialistin bei Julius Bär, schliesst eine Übernahme der UBS durch ein anderes Institut heute dennoch aus: «Zurzeit hat niemand das Geld dafür. Zudem sind alle Banken mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.» Die Übernahmeaktivitäten, die zurzeit im Sektor stattfinden, seien hauptsächlich Zusammenschlüsse, die aus Notfallsituationen vom Staat forciert werden – wie bei Lloyds TSB und HBOS. Für die Schweiz hält sie ein solches Szenario nicht für wahrscheinlich.
Weniger Risiko als bei der CS
Die Staatsfonds, die mehreren Banken in der Anfangsphase der Krise zu Hilfe geeilt sind, haben bis jetzt grosse Verluste auf ihren Investitionen erlitten und dürften gemäss Hofmann keinen Appetit für neue Beteiligungen haben.
Teresa Nielsen von der Bank Vontobel weist darauf hin, dass die UBS mittlerweile weniger Risikopapiere in den Büchern stehen hat als etwa die Credit Suisse. Die Bank empfiehlt die Aktie auch nach wie vor zum Kauf. Preisziel ist zurzeit allerdings keines festgelegt.
Schrecken einjagen
Die Druckmassnahmen der amerikanischen Regierung sind ihrer Ansicht nach schwierig zu quantifizieren. Nielsen vermutet jedoch, dass es den Behörden bei der Aktion vor allem auch darum geht, den abtrünnigen Steuerzahlern einen Schrecken einzujagen.
Beobachtern zufolge haben spezialisierte Steueranwälte in letzter Zeit denn auch vermehrt Anfragen von besorgten Offshore-Kontoinhaber erhalten, die ihr Geld in die USA zurückführen möchten. (Basler Zeitung)
Erstellt: 24.02.2009, 11:25 Uhr
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151 Kommentare
Man sollte auch die Chancen sehen in einer 'Zeit nach dem Bankgeheimnis'. Ev. können wir dann plötzlich viele neue vermögende Ausländer begrüssen, welche sich hier niederlassen (und legal versteuern) wollen. Grund: Weil Sie in Deutschland/Frankreich etc. die hohe Last der Steuern nicht mehr bezahlen wollen. Also: In der Krise rechtzeitig die Chancen erblicken. Antworten
Das Bankgeheimis wird schrittweise durch die Finanzkrise aufgeweicht. Viele Länder suchen nach zusätzlichen Einnahmen. Da kommt die Diskussion der Steuerflucht gerade recht. Dieser Trend ist nicht mehr auf zu halten. Wir werden diese Zusatz-Einnahmen in der Schweiz verlieren und durch noch besseren Service der Banken kompensieren müssen. Wieso das Bankgeheimnis nicht auf CH-Bürger beschränken? Antworten




