Wie der grösste Investor der Welt auf die Schweiz setzt

Der norwegische Staat investiert seine Ölgewinne in Schweizer Anlagen. Zu seinen besten Aktien gehören jene von Nestlé – zu den schlechtesten die Credit Suisse.

Norwegen investiert Einnahmen aus dem Ölgeschäft in einen Staatsfonds: Eine Ölplattform vor der norwegischen Küste.

Norwegen investiert Einnahmen aus dem Ölgeschäft in einen Staatsfonds: Eine Ölplattform vor der norwegischen Küste. Bild: Statoil Hydro/HO/Keystone

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Die Summe ist gigantisch. 53 Milliarden Dollar hat der norwegische Staatsfonds im letzten Jahr verdient. Das ist deutlich mehr als im Jahr zuvor und bereits das fünfte Jahr in Serie, das der Fonds mit einem Plus abschliesst. Zum Vergleich: Der Schweizer Pharmariese Roche hat letztes Jahr knapp 10 Milliarden verdient.

Die Börsenrally nach der Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat die Aktien im Besitz des norwegischen Ölfonds um fast 9 Prozent steigen lassen. Gegen 900 Milliarden Dollar schwer ist das Vehikel des nordeuropäischen Staates bereits. Es soll dereinst dafür sorgen, die wegfallenden Einnahmen des Staates auszugleichen, wenn die Ölvorräte zur Neige gehen.

Norweger setzen auf die Schweiz

Insgesamt hält der Fonds Anlagen in 77 Staaten, besonders viel Geld hat er aber in die Schweiz investiert. Der grösste Teil der hiesigen Anlagen entfällt auf Aktien. Das grösste Investment ist derzeit das 2,6 Prozent umfassende Paket am Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Neben den IT-Schwergewichten Apple, der Google-Mutter Alphabet und Microsoft gehören auch die beiden Schweizer Pharmafirmen Roche und Novartis zu den grössten sieben Beteiligungen des Ölfonds. Doch nicht alle Schweizer Aktien brachten den Norwegern schöne Gewinne ein.

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse ist laut dem Geschäftsbericht des norwegischen Staatsfonds im letzten Jahr die zweitschwächste Aktie gewesen. Noch schwächer war nur die Aktie des dänischen Pharmaunternehmens Novo Nordisk. Die CS-Aktie hat im Verlauf des Jahres 2016 fast ein Drittel ihres Werts verloren. Immerhin hält sie sich dieses Jahr bislang besser. Aktuell steht sie seit Jahresbeginn mit fast 4 Prozent im Plus.

Zürich in den Top Ten

Doch hält der Fonds auch Anleihen und einen kleinen Teil an Immobilien in der Schweiz. Darunter etwa der Uetlihof, den die Norweger vor fünf Jahren für 1 Milliarde Franken von der CS gekauft haben, und die Bank nun als Mieterin nutzt. Insgesamt entfallen 4,5 Prozent aller Immobilienanlagen des Staatsfonds auf die Schweiz. Zürich schafft es sogar in die Top Ten der wichtigsten Städte, in denen die Norweger Immobilien besitzen.

Insgesamt hat sich der Staatsfonds im letzten Jahr eher aus der westlichen Welt zurückgezogen und mehr Geld in den Schwellenländern investiert. Im letzten Jahr hat die norwegische Regierung zum ersten Mal in der rund 20-jährigen Geschichte des Fonds Geld daraus abgezapft. Sie kann maximal 3 Prozent des Staatshaushalts aus dem Anlagevehikel bestreiten. Die Grenze wurde vor kurzem von 4 auf 3 Prozent gesenkt. Gleichzeitig wurde die maximale Aktienquote erhöht. Der Fonds kann künftig bis zu 70 Prozent seines Vermögens in Aktien investieren.

Die Idee eines Staatsfonds wurde auch schon mehrmals für die Schweiz geprüft. Sie wurde aber auch jedes Mal wieder verworfen – zuletzt sprach sich der Nationalrat vor rund einem Jahr gegen ein entsprechendes Postulat aus. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.02.2017, 15:05 Uhr

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