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3270 Studierende kämpfen um 713 Plätze

Aktualisiert am 11.03.2013 94 Kommentare

Medizinberufe sind beliebt: Bei den vier Schweizer Universitäten mit dem Numerus clausus übersteigen die Anmeldungen die Kapazität bei weitem – in Zürich sogar um 359 Prozent.

Mit einem Eignungstest wird selektioniert: Eine junge Frau in der Ausbildung in einem Praxislabor.

Mit einem Eignungstest wird selektioniert: Eine junge Frau in der Ausbildung in einem Praxislabor.
Bild: Keystone

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Auch für das Studienjahr 2013/2014 übersteigen die Anmeldungen für ein Medizinstudium die Aufnahmekapazitäten der Universitäten – in der Humanmedizin beispielsweise um mehr als das Vierfache. Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) empfiehlt deshalb, den Zugang auch heuer zu beschränken.

An den vier Universitäten mit Numerus clausus – Basel, Bern, Freiburg und Zürich – haben sich nach einer SUK-Mitteilung vom Montag für die Humanmedizin 3270 Personen angemeldet – bei einer Aufnahmekapazität von 713.

396 Anmeldungen sind für ein Studium der Zahnmedizin eingegangen, aber nur 139 können aufgenommen werden; der Überhang beträgt somit 185 Prozent. Bei der Veterinärmedizin stehen 478 Anmeldungen 150 Studienplätze gegenüber (Überhang 219 Prozent).

Selektion durch Eignungstests

Die vier Universitäten führen deshalb am 5. Juli für die Bewerber aller drei Studiengänge einen Eignungstest in deutscher, französischer und italienischer Sprache durch. Denn trotz der voraussehbaren Rückzüge von rund 20 Prozent der Bewerbungen noch vor dem Testtermin ist mit einer Überschreitung der Aufnahmekapazität zu rechnen. Diese vier Institutionen führen diese Form des Auswahlverfahrens seit 1998 durch.

An der Universität Genf werden die Aufnahmekapazitäten bei der Humanmedizin nur um 32 Prozent überschritten. Auf einen Eignungstest wird hier verzichtet, im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen der Test allerdings nur als Hinweis, nicht als Selektionskriterium diente. Auch an den Universitäten Lausanne (80 Prozent) und Neuenburg (82 Prozent) werden die Aufnahmekapazitäten überschritten.

Wahl der Spezialisierung ist das Problem

Das Hauptproblem in der Schweiz ist nicht die Zahl der Abschlüsse, sondern die Wahl der Spezialisierung. Eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze würde laut SUK in keiner Weise garantieren, dass sich die – notabene mit hohen Kostenfolgen – ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte jenen Spezialisierungen zuwenden, bei denen der Mangel am deutlichsten zu spüren ist, wie zum Beispiel in der Hausarztmedizin oder in der Psychiatrie.

Um die Praxiseröffnungen von Spezialärzten auf bereits überdotierten medizinischen Gebieten einzuschränken, will der Bundesrat per Anfang April 2013 eine Neuauflage des Ärztestopps durchsetzen. Das heisst, die Kantone sollen die Zahl der Praxisbewilligungen nach Bedarf beschränken können.

Zulassungsstopp

Letzte Woche stimmte der Nationalrat dieser Massnahme bereits zu. Diesen Dienstag befasst sich der Ständerat damit. Dessen Gesundheitskommission empfiehlt – mit hauchdünner Mehrheit – die Rückweisung an den Bundesrat. Einen solchen Rückweisungsantrag hatte die grosse Kammer letzte Woche nur relativ knapp mit 94 zu 89 Stimmen bei 2 Enthaltungen verworfen.

Mit der Rückweisung wollten SVP und FDP vom Bundesrat verlangen, innert zwei Jahren Alternativvorschläge zur Zulassungsbeschränkung zu präsentieren. Es gehe nicht an, ein Instrument, das seit 2002 bereits mehrmals verlängert und stets als provisorisch bezeichnet worden sei, erneut einzuführen, argumentierten die Antragssteller. Gegen die Zulassungsbeschränkung wenden sich auch die Ärzte. (wid/sda)

Erstellt: 11.03.2013, 12:20 Uhr

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94 Kommentare

Mike Keller

11.03.2013, 12:36 Uhr
Melden 193 Empfehlung 45

Und wieder wird kein Wort darüber verloren, dass wir Ausländische sprich Deutsche Aerzte dafür importieren müssen. Mir tun die jungen Menschen in der Schweiz wirklich sehr leid. Weshalb soll sich ein(e) junge(r) Schweizer(in) sich noch begeistern, wenn man lieber Ausländische Aerzte holt? Genau so aussichtslos ist ein BWL-Studium, wenn man weiss, dass 80% der Top Manager Ausländer sind. Antworten


tamara gretener

11.03.2013, 12:31 Uhr
Melden 201 Empfehlung 62

Bleibt zu hoffen dass die Studienplätze zuerst den Schweizern gegeben werden und falls wirklich noch einige vorhanden sind dann erst unsere Gäste berücksichtigt werden. Antworten



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