Wissen
Damit alle ans Ziel kommen
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Wohin sind die Fahrzeuge unterwegs,
wann arbeiten die Chauffeure
– und wie passt das mit dem Fahrplan
zusammen? Im Beruf von
Jeanine Schlachter ist es wichtig,
den Überblick zu behalten. «Es ist
faszinierend, wie alles ineinandergreift
», sagt die 17-Jährige aus Möhlin,
die derzeit im zweiten Lehrjahr
zur Kauffrau Öffentlicher Verkehr
steht. Dabei lernt sie die Verkehrsträger
der ganzen Schweiz kennen,
insbesondere aber ihren Arbeitgeber,
Postauto Schweiz.
Zwei Tage pro Woche verbringt
sie in der Berufsfachschule in Basel,
um sich parallel zur praktischen
Ausbildung auf die Berufsmatura
vorzubereiten, drei Tage im Büro.
Abgerundet wird das Programm
durch überbetriebliche Kurse des
Ausbildungsverbunds Login (vgl.
Seite 23), die in Zürich stattfinden.
In diesen Kursen steht Branchenkunde
im Bereich Verkehr auf dem
Lehrplan. In internen Schulungen
der Post lernt die Auszubildende zudem
ihr Unternehmen eingehend
kennen.
Vom Sekretariat in den Verkauf
Nicht nur für anspruchsvollen
Input, auch für Abwechslung ist gesorgt:
Durch das Rotationsprinzip
wechselt Jeanine Schlachter alle
sechs Monate Arbeitsbereich und
Standort und erhält so einen Einblick
in die verschiedenen Einsatzgebiete
ihres Arbeitgebers.
Nachdem
sie in einem einwöchigen Lager zuerst
alle 100 neuen Lehrlinge des
Unternehmens kennen gelernt hatte,
arbeitete sie im Postauto-Sekretariat
in Basel.
Derzeit erledigt sie im Betrieb in
Gelterkinden jeweils von 8 bis 17 Uhr
die anfallenden Arbeiten. Weitere
Stationen werden sie über die Verkaufsstelle
in Bern auch nach Aarau
in die Finanzabteilung führen.
Immer wiederkehrendes Element
ist dabei der Kundenkontakt, wobei
man bei Postauto zwischen drei Kundengruppen
unterscheidet: Da sind
die Besteller von Verkehrslösungen
wie etwa Kantone, dann die Fahrgäste
und schliesslich die Chauffeure
und Chauffeusen. Schlachter hat vor
allem mit den Fahrgästen zu tun.
Darunter hat es natürlich auch
solche, die sich bei ihr beschweren.
Ist das nicht mühsam? Die Auszubildende
meint diplomatisch: «Es ist
spannend, die Bedürfnisse der Kundinnen
und Kunden kennen zu lernen.
» Wie man mit solchen Situationen
professionell umgeht, lernt sie
mithilfe von Präsentationen und Rollenspielen
in der Berufsfachschule.
Schlachter schätzt den direkten
Kundenkontakt. In Gelterkinden beispielsweise
erledigt sie auch Platzreservationen.
Kommt etwa eine Anfrage
einer Schulgruppe für eine
Fahrt von Gelterkinden nach Rheinfelden
herein, überprüft Schlachter
die Zahl der angemeldeten Personen,
Datum, Strecke und die gewünschte
Uhrzeit.
Diese Informationen gleicht sie
im Personaleinsatzsystem mit dem
Dienstplan ab. Dem Chauffeur, der
Dienst hat, wenn die Gruppe unterwegs
sein wird, legt Schlachter eine
entsprechende Nachricht ins Postfach.
Wenn sich zu viele Gruppen
zur gleichen Zeit anmelden, organisiert
sie einen Zusatzkurs. Manchmal
hilft es auch, die Kunden zu bitten,
auf Zeiten auszuweichen, in denen
keine Pendler unterwegs sind.
«Das verstehen die meisten sehr
gut», sagt Schlachter.
Immer wieder finden die Chauffeure
in ihren Bussen vergessene Regenschirme,
einzelne Handschuhe,
Jacken oder Sporttaschen. Diese
Fundgegenstände erfasst die Auszubildende
mit Funddatum in einer
Excel-Tabelle. Was innerhalb eines
Monats nicht als vermisst gemeldet
wird, kommt ins Lager nach Basel.
Schlachter nimmt auch Verlustmeldungen
von Fahrgästen auf. Je
schneller die Meldung gemacht
wird, desto eher kann sie den Chauffeur
benachrichtigen und desto grösser
ist die Chance, dass der vermisste
Gegenstand gefunden wird.
Bauarbeiten unterwegs
Auch über aktuelle Baustellen
weiss Jeanine Schlachter bestens Bescheid:
Einerseits muss sie die Chauffeure
über Bauarbeiten auf den verschiedenen
Routen informieren, andererseits
die Fahrgäste vorwarnen,
etwa wenn Haltestellen vorübergehend
versetzt werden.
Nach Abschluss ihrer Lehre wird
Jeanine Schlachter in allen Bereichen,
die sie während ihrer Ausbildung
durchlaufen hat, einsetzbar
sein. Doch Esther Berger, Leiterin
des Sekretariats in Basel und Betreuerin
von Schlachter, legt den Auszubildenden
nahe, sich gleich nach der
Abschlussprüfung mit Weiterbildungen
für zusätzliche Arbeitsgebiete zu
qualifizieren und überdies einen anderen
Arbeitsort zu wählen, um
neue Bereiche kennen zu lernen.
Denn die KV-Ausbildung biete eine
breite Basis, auf der sich gut aufbauen
lasse.
«Wenn jemand eine Berufsmatura
absolviert, empfehle ich ausserdem,
ein Fachhochschulstudium
anzuhängen», sagt Berger. Direkt
Facts
nach der Lehre sei es einfacher, ins
Studentenleben zu wechseln. Wer
sich hingegen erst ans Geldverdienen
gewöhnt habe, dem falle die
Umstellung später unter Umständen
schwer.
Wie es für Jeanine Schlachter
nach ihrer Ausbildung weitergeht,
steht noch nicht fest. Vorerst freut sie
sich über ihren vielfältigen Beruf und
die Möglichkeit, von den Post-Vergünstigungen
zu profitieren: Das
Gratis-GA ihres Arbeitgebers nutzt
sie jeden Tag für den Weg von Möhlin
an die verschiedenen Einsatzorte.
Erstellt: 01.11.2011, 15:34 Uhr
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






