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Jeder Schritt ist wohlüberlegt

Aktualisiert am 02.11.2011

Der Polymechaniker im Bereich Luftfahrzeuge trägt grosse Verantwortung

<b>Kontrolle eines Jumbolino-Triebwerks.</b> Dominic Feigenwinter sucht Risse und Korrosionen.

Kontrolle eines Jumbolino-Triebwerks. Dominic Feigenwinter sucht Risse und Korrosionen.
Bild: Roland Schmid

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Dominic Feigenwinter streift sich blaue Latexhandschuhe über und greift nach Taschenlampe und Spiegel. Er klappt die Verschalung, das sogenannte Panel des Triebwerks, auf und untersucht dessen Innereien wie ein Zahnarzt die Mundhöhle eines Patienten. Für den Laien sieht der Inhalt wie ein wirres Durcheinander aus bunten Drähten, Leiterplatten und dünnen Leitungen aus. Methodisch sucht der 20-Jährige bei der Inspektion des Triebwerks die einzelnen Komponenten nach Rissen und Korrosionen ab. «Den Spiegel benötige ich, um auch die hintere Seite der Komponenten zu inspizieren », erklärt er.
Nicht nur seine Gerätschaften und die Handschuhe erinnern an die Tätigkeiten eines Dentisten. Auch der grosse Hangar der Lufthansa Technik Switzerland, in dem der Jumbolino steht, erinnert eher an einen Operationssaal als an eine Werkstatt. Weder zieren Ölflecken den hellen Boden, noch liegen schmutzige Lappen oder unordentlich angehäuftes Werkzeug auf den rollbaren Tischen.
Sauberes und sorgfältiges Arbeiten ist im Beruf des Polymechanikers mit Fachrichtung Luftfahrzeugunterhalt erste Priorität. Denn die Fachleute sind für die Sicherheit der Luftfahrzeuge verantwortlich – ein Fehler kann im schlimmsten Fall in einem Desaster enden. «Es ist wichtig, dass man während der Arbeit voll bei der Sache ist und nichts Unüberlegtes macht», erklärt Feigenwinter, der im vierten Lehrjahr seiner Ausbildung steht.

Zweigeteilte Ausbildung
Polymechaniker mit Fachrichtung Luftfahrzeugunterhalt warten und reparieren periodisch alle Arten von Luftfahrzeugen. Ihre Kontrollen führen sie gemäss eines zuvor erstellten Plans, der Task Card aus.
Auch die Reparaturarbeiten sind genau strukturiert: «Im so genannten Aircraft Maintenance Manual sind die Aufgaben Schritt für Schritt aufgezeichnet, denn die Arbeiten unterscheiden sich je nach Flugzeugtyp», erklärt David Blauel, Berufsbildner bei Lufthansa Technik Switzerland. Neben den vorgeschriebenen Unterhaltsarbeiten beheben Flugzeugmechaniker auftretende Defekte und Abnützungen. Solche Arbeiten verrichten sie oft unter Zeitdruck, etwa während einer Zwischenlandung auf dem Vorfeld.
Als Auszubildender darf Dominic Feigenwinter zwar unter Aufsicht Unterhaltsarbeiten und Reparaturen durchführen, kontrolliert werden die Aufgaben jedoch von seinem Ausbildner. Auch mit dem Abschluss der vierjährigen Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis ist Feigenwinter noch nicht zur Freigabe der durchgeführten Arbeiten berechtigt. Erst mit den nach der Lehre absolvierten und abgeschlossenen Modulen der Lizenz A und B1 ist er lizenzierter Flugzeugmechaniker.
Die vierjährige Ausbildung zum Polymechaniker mit Fachrichtung Luftfahrzeugunterhalt bei Lufthansa Technik Switzerland setzt sich aus zwei Teilen zusammen. «Die ersten zwei Lehrjahre absolvieren die Lernenden in den Basler Lehrwerkstätten, wo sie die Grundlagen der Polymechanik vertiefen», sagt Blauel. Im zweiten Teil der Lehre erfolgt die Spezialisierung bei Lufthansa Technik Switzerland am EuroAirport. Für Quereinsteiger besteht die Möglichkeit, nach einer abgeschlossenen Mechanikerlehre eine Zusatzausbildung zu absolvieren.
Wer den Beruf erlernen möchte, benötigt nicht nur technisches und handwerkliches Geschick, sondern auch gute Englischkenntnisse, denn Handbücher und Arbeitsblätter sind vorwiegend in englischer Sprache verfasst. «Daneben sind Durchsetzungsvermögen, Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und analytisches Denken gefordert», sagt Blauel. Weil die technische Entwicklung und die Komplexität der modernen Luftfahrzeuge zunehmen, erfordert der Beruf permanente Weiterbildung.

Berufsmatur nachholen
Dominic Feigenwinter hat bereits ziemlich genaue Vorstellungen, wie er seine berufliche Zukunft gestalten möchte: «Nach dem Lehrabschluss und dem Militär will ich die Berufsmatura nachholen und später in der Flugzeugentwicklung tätig sein.» Für den Basler, der bereits mit acht Jahren der Faszination des Fliegens erlag und seither der Modellfliegerei frönt, war von Beginn an klar, dass er seine berufliche Laufbahn dem Luftverkehr widmen wollte. Mit dem gewählten Beruf habe er seine Erfüllung gefunden, sagt Feigenwinter. «Die Komplexität eines Flugzeugs fasziniert mich und die grosse Verantwortung ist ein Ansporn.»

Weitere Informationen:
Lufthansa Technik Switzerland GmbH,
Markus Gsell,
Postfach,
4002 Basel
www.lht-switzerland.com

Erstellt: 01.11.2011, 13:40 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.