Wissen

Mit interner Weiterbildung werden Mitarbeiter gefordert und gefördert

Grosse Arbeitgeber wie BKB, SBB, UBS, Roche oder die kantonale Verwaltung Basel-Stadt investieren in die Ausbildung ihrer Leute Geld und Zeit. Eigene Programme zur internen Weiterbildung sind die Regel.

Höhere Stufen erreichen. Wer sich weiterbildet, schafft den Aufstieg.

Höhere Stufen erreichen. Wer sich weiterbildet, schafft den Aufstieg.

Bruno Weissen (51) ist seit vier Jahren Leiter der Human Resources (HR) Roche Basel. Er machte eine zweijährige HR-Ausbildung am Zürcher Institut für Angewandte Psychologie. Spezifische HR-Management und Führungskurse rundeten die Ausbildung ab. Weissen studierte Chemie und absolvierte dann bei Ciba-Geigy
ein zweijähriges internationales Nachwuchsprogramm – gefolgt von einem Auslandaufenthalt als Verantwortlicher für Ghana. 1990 wechselte Weissen in
den globalen Chemieanlagenbau und übernahm kontinuierlich Verantwortung im Bereich Human Resources. Bevor Weissen die Stelle als Roche- HR-Leiter antrat, war er fünf Jahre für das globale HR der grössten Sulzer-Division verantwortlich.

Bruno Weissen (51) ist seit vier Jahren Leiter der Human Resources (HR) Roche Basel. Er machte eine zweijährige HR-Ausbildung am Zürcher Institut für Angewandte Psychologie. Spezifische HR-Management und Führungskurse rundeten die Ausbildung ab. Weissen studierte Chemie und absolvierte dann bei Ciba-Geigy ein zweijähriges internationales Nachwuchsprogramm – gefolgt von einem Auslandaufenthalt als Verantwortlicher für Ghana. 1990 wechselte Weissen in den globalen Chemieanlagenbau und übernahm kontinuierlich Verantwortung im Bereich Human Resources. Bevor Weissen die Stelle als Roche- HR-Leiter antrat, war er fünf Jahre für das globale HR der grössten Sulzer-Division verantwortlich.

Die ständige Weiterbildung der Mitarbeiter hat für einen Arbeitgeber grosse Wichtigkeit. Andrea Wiedemann, Leiterin Zentraler Personaldienst beim Kanton Basel-Stadt, betrachtet Weiterbildungen als typische Winwin-Situation: «Die Firma kann dadurch ihr Knowhow erhalten und das Potenzial der Mitarbeiter voll ausschöpfen.»

Für den Arbeitnehmer bedeute eine vom Arbeitgeber vorgeschlagene oder zumindest unterstützte Weiterbildung viel Wertschätzung. «Das signalisiert dem Angestellten: Wir möchten dich behalten», sagt Wiedemann.

Der Arbeitgeber investiert mit Weiterbildungen in seine Mitarbeiter. «Er geht natürlich immer auch das Risiko ein, dass er den Angestellten nach der Weiterbildung verliert», sagt Wiedemann. Denn durch die Weiterbildung werde nicht nur der Wert einer Person auf dem Arbeitsmarkt verbessert. «In der Ausbildung können sich die Arbeitnehmer ein neues Netzwerk aufbauen, das ihnen helfen kann, später eine andere Stelle zu finden.»

Die Weiterbildungen können extern an verschiedenen Schulen oder intern beim Arbeitgeber geschehen. Der Kanton Basel-Stadt bietet seinen Angestellten ein grosses Programm zur internen Weiterbildung. Die Kosten dafür übernimmt der Arbeitgeber. 2009 absolvierten 1846 Staatsangestellte einen solchen Kurs. Der grösste Teil (780) davon war im Alter von 40 bis 49 Jahren.

Breites Angebot

Das Angebot auf Führungsebene geht von Einführungsmodulen wie «Finanzen bei Basel- Stadt kurz erklärt» oder «Lohnsystem Basel-Stadt kurz erklärt» (Dauer: drei bis fünf Stunden) über mehrtägige Grundlagenkurse für Fachkader, unteres, mittleres und oberes Kader bis hin zu Vertiefungsmodulen. Hier werden Themen wie Mitarbeitergespräche, Powermeetings und Medientraining für ein oder zwei Tage behandelt.

Weiter findet sich eine ganze Reihe von Kursen, die Kompetenzen wie Protokolle schreiben, Gesprächsführung oder Umgang mit Konflikten stärken. Diese stehen grundsätzlich allen Mitarbeitern offen. Neben den eigenen Kursen und solchen in Zusammenarbeit mit anderen Kantonen können die Basler Staatsangestellten unter anderem auch Nachdiplomstudiengänge oder andere Weiterbildungen an verschiedenen Hochschulen absolvieren.

Bei der Basler Kantonalbank (BKB) stellt die Geschäftsleitung jedes Jahr ein Budget für Entwicklungs- sowie Aus- und Weiterbildungsmassnahmen zur Verfügung. Grundsätzlich stehen die internen und externen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten allen BKB-Mitarbeitern zur Verfügung.

Kosten die externen Aus und Weiterbildungen weniger als 10 000 Franken, übernimmt die Bank den ganzen Betrag. Ist der Preis für die Ausbildung höher, werden drei Viertel übernommen. Die Übernahme der Ausbildungskosten durch die Bank wird von einem Verbleib des Arbeitnehmers im Unternehmen über die Zeit der Aus- oder Weiterbildung hinaus abhängig gemacht.

Die Dauer dieser Verpflichtung richtet sich nach der Höhe der Kosten und nach der Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Ausbildung. Vergleichbare Modelle mit sogenannten Ausbildungsvereinbarungen finden sich auch bei anderen Grossfirmen und auch bei der kantonalen Verwaltung in Basel-Stadt.

«Business University»

Die UBS verfügt nicht nur über ein internes Weiterbildungsprogramm, sondern seit Anfang Jahr über eine eigene «Universität». Die UBS Business University fasst die bereits bestehenden Weiterbildungsangebote der ganzen Firma unter einem virtuellen Dach zusammen. Sie stimmt Schulungen und Weiterbildungen für die Bankangestellten weltweit aufeinander ab und stellt dadurch ein Kompetenzzentrum dar.

«Die UBS Business University hilft dabei, die Führungskräfte und Angestellten – vor allem jene, die in Kontakt mit den Kunden stehen – den hohen Anforderungen entsprechend aus- und weiterzubilden», sagt Gabriela Payer, die Leiterin. Die UBS-Uni gliedert sich in drei Fakultäten: Leadership und Talent (Führungs- und Nachwuchskräfte), Control und Risk (Recht, Risiko, Finanzen) sowie Business Education (alle Geschäftsbereiche).

Auch externe Weiterbildungen sind möglich. Bei der Aufteilung der Kosten dafür wird darauf geachtet, wie gross der Nutzen externer Weiterbildungen für das Unternehmen ist.

Sicherheit und Technik

Auch das Basler Pharmaunternehmen Roche kennt verschiedene Programme zur internen Weiterbildung der Mitarbeiter. So werden zum Beispiel Kurse für Führungskräfte, zu technisch-naturwissenschaftlichen Themen, zu Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz, aber auch Sprachausbildungen angeboten.

Die unterschiedlichen Weiterbildungen richten sich an Mitarbeiter mit verschiedenen Qualifikationen. Roche hat bewusst eigene Angebote auf die Beine gestellt. «Sie sind auf unsere spezifischen Bedürfnisse abgestimmt», sagt Roche-Sprecherin Nina Schwab. «Kontinuierliche Weiterbildung ist unabdingbar, um sowohl mit dem technischen Wandel als auch mit dem des Arbeitsumfeldes Schritt halten zu können.»

Für die Mitarbeiter sieht Schwab zwei wesentliche Vorteile: Zum einen würden sie bei ihren Tätigkeiten auf dem aktuellsten Stand bleiben. Zum anderen könnten sie sich auf weitere Aufgaben vorbereiten und so auch ihre Position auf dem Arbeitsmarkt stärken.

Keine Verpflichtungen

Das Spektrum der Weiterbildungen, die jedes Jahr von rund 15'000 Mitarbeitenden genutzt werden, reicht von einstündigen Präsenzveranstaltungen über E-Learning bis hin zu mehrwöchigen internen Lehrgängen, die mit Prüfungen abgeschlossen werden. Hier arbeitet Roche auch mit Fachhochschulen zusammen. Das sogenannte Roche-Know-how wird in der Regel durch interne Spezialisten, die auf dem jeweiligen Gebiet tätig sind, vermittelt.

Wenn ein Roche-Mitarbeiter eine interne Weiterbildung absolviert, muss er keine Verpflichtungen bezüglich seines Verbleibs in der Firma eingehen. Anders ist es bei externen Weiterbildungen; hier werden die Konditionen im einzelnen Fall mit dem Mitarbeiter verhandelt.

Zeit und Geld

Auch die SBB bilden ihre Mitarbeiter gezielt weiter aus. Vergangenes Jahr nahmen 4200 Mitarbeitende an allgemeinen, meist mehrtägigen und bereichsübergreifenden Angeboten teil. Hinzu kamen zahlreiche fachspezifische Ausbildungen in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens.

Das interne Weiterbildungsprogramm der SBB umfasst sowohl ein- bis mehrtägige Kurse für die Weiterentwicklung fachlicher oder persönlicher Kompetenzen als auch ein- bis zweijährige Angebote, etwa ein General-Management-Programm, Kadernachwuchsprogramme oder ein spezielles Mentoring-Programm für Frauen.

Externe Weiterbildungen werden bei den Bundesbahnen entweder finanziell oder mit zur Verfügung gestellter Arbeitszeit unterstützt, entscheidend ist die Frage, welchen Nutzen das Unternehmen von der Weiterbildung hat. Das Spektrum reicht dabei von «unternehmerischer Erfordernis» bis hin zum «persönlichen Bedürfnis ohne unternehmerischen Nutzen». (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.03.2010, 15:22 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.


Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate