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Vom Bewerbungsgespräch bis zum Arbeitszeugnis

Das Ausbildungsangebot im Personalwesen geht von einsemestrigen, berufsbegleitenden Lehrgängen bis hin zum Master-Studium auf Hochschulebene. So unterschiedlich wie die Ausbildungen sind auch die Aufgabenbereiche innerhalb der Personalabteilung.

Die richtige Wahl. Zum Personalmanagement gehört auch die Rekrutierung.

Die richtige Wahl. Zum Personalmanagement gehört auch die Rekrutierung.

Markus Jordi ist Personalleiter der SBB Bern, St. Gallen, Basel und seit 2007
bei den Schweizerischen Bundesbahnen tätig. Zuvor leitete er die Corporate Human Resources der Bâloise Holding und davor die Personalabteilung der
Solothurner Kantonalbank. Der 49-jährige Jordi studierte zuerst Jura an der Universität Bern und machte 1989 sein Lizentiat. In den 90er-Jahren absolvierte
er an der Universität St. Gallen das Nachdiplomstudium Personalmanagement und bildete sich später an der Universität Basel in General Management weiter. Ausserdem schloss er das SKU Advanced Management Program, eine Ausbildung
für Führungskräfte, ab.

Markus Jordi ist Personalleiter der SBB Bern, St. Gallen, Basel und seit 2007 bei den Schweizerischen Bundesbahnen tätig. Zuvor leitete er die Corporate Human Resources der Bâloise Holding und davor die Personalabteilung der Solothurner Kantonalbank. Der 49-jährige Jordi studierte zuerst Jura an der Universität Bern und machte 1989 sein Lizentiat. In den 90er-Jahren absolvierte er an der Universität St. Gallen das Nachdiplomstudium Personalmanagement und bildete sich später an der Universität Basel in General Management weiter. Ausserdem schloss er das SKU Advanced Management Program, eine Ausbildung für Führungskräfte, ab.

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Der Trägerverein Human Resources

Sechs Verbände. Basierend auf dem Berufsbildungsgesetz regeln die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel. Im Personalwesen besteht der Schweizerische Trägerverein für Berufs- und höhere Fachprüfungen in Human Resources aus dem Kaufmännischen Verein Schweiz, aus der Schweizerischen Gesellschaft für Human Resources Management HR Swiss, dem Arbeitgeberverband Swissstaffing, dem Verband der Personal- und Ausbildungsfachleute VPA und aus dem Verband schweizerischer Arbeitsämter (VSAA).

An der Abteilung Human Resources (HR) kommt keiner vorbei, der in einem einigermassen grossen Unternehmen arbeitet. Früher, als man noch auf deutsche Bezeichnungen setzte, hiess HR übrigens Personalwesen. Und früher wie heute bildet es in der Regel Anfang und Ende eines Arbeitsabschnitts.

Personalfachleute sind bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern gefordert – vom Verfassen des Stelleninserats über die Sichtung der Dossiers bis hin zu den Vorstellungsgesprächen und dem darauf folgenden Vertragsabschluss. Beim bestehenden Mitarbeiterstamm sind sie für deren Aus- und Weiterbildung zuständig. Später führen sie die Austrittsgespräche und stellen Arbeitszeugnisse aus. Für diese Aufgaben braucht es eine hohe Sozialkompetenz und das notwendige Handwerkszeug. Dieses kann in verschiedenen Ausbildungsstufen erlernt werden.

Assistenten und Fachleute

Die erste Stufe bildet die Ausbildung zum Personalassistenten. Die Ausbildung dauert ein Semester und wird berufsbegleitend absolviert. Voraussetzung für diese Weiterbildung sind ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder eine Matura kombiniert mit zwei Jahren Berufserfahrung. Diese Erfahrung muss aber nicht schon vorgängig im Personalwesen gesammelt worden sein. Der Abschluss heisst «Personalassistent mit Zertifikat Trägerverein HR». Personalassistenten übernehmen Aufgaben in der Personaladministration.

Als zweite Stufe folgt die Weiterbildung für HR-Fachleute. Diese Ausbildung befähigt dazu, komplexe Aufgaben in den Human Resources zu übernehmen. Bei der Ausbildung kann zwischen den Fachrichtungen HR-Management und HR-Beratung gewählt werden. Voraussetzung für die einjährige Zusatzausbildung sind mindestens zwei Jahre qualifizierte Berufspraxis im Personalwesen.

Personalchef

Im betrieblichen Personalwesen (HR-Management) definieren die Personalfachleute unter anderem zusammen mit den Abteilungsverantwortlichen das Anforderungsprofil für eine Stelle oder führen Bewerbungsgespräche. In der Fachrichtung Personalberatung geht es mehr um die Beratung von Firmen oder Stellensuchenden. Eine Option für Absolventen dieser Fachrichtung ist auch die Arbeit auf einem der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Für das RAV ist eine Berufsprüfung obligatorisch.

Die dritte Stufe in Sachen Ausbildung und Karriere ist die Weiterbildung zum Leiter Human Resources. Dieser Lehrgang dauert drei Semester und wird mit dem eidgenössisch anerkannten Titel «diplomierter Leiter Human Resources» abgeschlossen. Voraussetzung sind entweder die beiden ersten Stufen oder ein Abschluss an einer Hochschule, Fachhochschule oder Höheren Fachschule kombiniert mit sechs Jahren Berufserfahrung. Davon müssen vier Jahre als qualifizierte HR-Praxis gewertet werden können.

Personal studieren

HR-Leiter können aufgrund ihrer Ausbildung Leitungsfunktionen übernehmen. So formulieren sie zusammen mit der Geschäftsleitung die Personalstrategie in Abstimmung mit der Gesamtstrategie des Unternehmens und entwickeln daraus die Personalpolitik. Sie sind verantwortlich für die gesamte Personalplanung sowie für die Selektion der Kaderleute.

Neben diesen Lehrgängen des Trägervereins HR (siehe Text unten rechts) gibt es im Bereich des Personalwesens auch noch Aus- und Weiterbildungen an Höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Die Höheren Fachschulen (HF) bieten Studiengänge wie den zum Diplomierten Betriebswirtschafter HF mit Vertiefungsrichtung Human Resources an. Auch Nachdiplomstudiengänge wie eine Ausbildung zum Personalleiter HF oder zum Human Resources Experten HF sind in diesem Bereich möglich.

Nicht Linear

An den Hochschulen sind Bachelor-Abschlüsse in Betriebsökonomie FH mit Vertiefung in Human Resources Management und in Personalmanagement möglich. Ausserdem sind auch auf dieser Ebene Nachdiplomstudiengänge denkbar.

An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften kann ein Master of Advanced Studies (MAS) in Human Capital Management oder ein MAS in Human Systems Engineering gemacht werden. An der Fachhochschule Nordwestschweiz heisst der Studiengang Human Resource Management.

Bei all diesen Ausbildungswegen gilt: Der Weg in die Personalabteilungen führt selten geradeaus. Max Scheidegger, Geschäftsführer der Schweizerischen Gesellschaft für Human Resources Management, sagt: «Die Ausbildung der Personalchefs verläuft nicht immer linear.» Auch Juristen oder Studienabgänger aus anderen Bereichen würden eine Karriere im Personalwesen angehen. Andrea Wiedemann, Personalchefin der Basler Verwaltung, absolvierte erst die Hotelfachschule, leitete dann das Café Huguenin. Ihr Weg führte schliesslich über den Abschluss als eidgenössisch diplomierte Personalfachfrau zum Executive Master of Human Resources Management. (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.03.2010, 15:33 Uhr

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